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Frankfurt/Main
Europa stellt sich gegen Infantinos Mammut-WM

Porträt: Infantino - neuer Fifa-Präsident
Porträt: Infantino - neuer Fifa-Präsident FOTO: dpa, hm
Frankfurt/Main. Europa sagt "Nein" zur Mammut-WM: Nicht einmal eine Woche nach seinem Aufstieg zum Fifa-Präsidenten muss sich Gianni Infantino (45) mit immer stärker werdendem Widerstand auseinandersetzen. Sein Plan, das Teilnehmerfeld der Fußball-Weltmeisterschaften von 32 auf 40 Mannschaften aufzustocken, mag dem Schweizer in Afrika und Asien Stimmen gebracht haben - speziell in Deutschland fliegt dem neuen Fifa-Boss sein Wahlversprechen aber um die Ohren.

"Da halte ich gar nichts von", sagte Christian Seifert, Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL), während einer Podiumsdiskussion in Mainz: "Das sind Entscheidungen, die zu Lasten der Ligen gehen. Und man darf nicht vergessen, dass die WM mit den europäischen Ligen steht und fällt." Reinhard Rauball, Interimspräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), mahnte: "Die Grenze ist erreicht, eine noch größere Belastung ist den Spielern nicht zuzumuten." Der DFB werde "einer solchen Entscheidung nicht zustimmen". Auch Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff meinte: "Das bläht alles noch weiter auf." Infantino, der als Generalsekretär der Europäischen Fußball-Union (Uefa) zuvor schon die umstrittene Aufstockung der Euro von 16 auf 24 Mannschaften ab 2016 mit auf den Weg gebracht hatte, ist aber weiterhin fest von seiner Idee überzeugt. Es würden nur 19 Prozent der Mitglieder des Weltverbands teilnehmen, "das ist nicht zu viel", sagte der Schweizer: "Wir würden acht weiteren Ländern die Möglichkeit geben teilzunehmen, aber vielen die Chance, davon zu träumen."

Tatsächlich scheint die Rechnung auf den ersten Blick gar nicht so kompliziert: Acht Teams mehr könnten letztlich nur ein zusätzliches Gruppenspiel pro Team bedeuten, das Qualifikationsformat müsste sich nicht zwangsläufig ändern. Über den sportlichen Wert lässt sich in den kommenden Jahren kaum objektiv diskutieren - grundsätzlich rücken aber nicht unbedingt weniger Mannschaften in den Kreis der WM-tauglichen Teams. Im Hinterkopf werden alle Beteiligten allerdings die letzte wegweisende Entscheidung des Weltverbands haben: Im März 2015 segnete das Fifa-Exekutivkomitee die Verlegung der WM 2022 in Katar in die Wintermonate ab, das Turnier findet nun vom 21. November bis zum 18. Dezember statt. In Europa gab es zur "Winter-WM" vor allem einen Tenor: "Nein".

(sid)
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