"Ich muss es noch einmal versuchen": Eva-Maria Fitze kehrt aufs Eis zurück
zuletzt aktualisiert: 05.12.2000 - 13:32Hamburg (sid). Das Wort Comeback nimmt niemand in den Mund. Die Rückkehr von Eiskunstläuferin Eva-Maria Fitze auf die eisige Wettkampfbühne ist ein Versuch, ein vorsichtiger Test, mehr nicht. Beim Nachwuchswettbewerb "Golden Bear" am Wochenende in Zagreb will die 18 Jahre alte Münchnerin ihren ersten Wettkampf nach 16 Monaten Pause bestreiten.
"Ich muss es noch einmal versuchen. Wenn es geht, ist es schön, und wenn's nicht geht, dann geht es nicht", sagt die ehemalige deutsche Meisterin, die sich wegen einer massiven Essstörung (Bulimie) fast ein halbes Jahr lang zur Behandlung in eine therapeutische Wohngemeinschaft begeben musste.
Monatelang konnte sie gar nicht, dann nur gelegentlich trainieren. Doch seit drei Wochen laufen die Wettkampfvorbereitungen fast wie früher ab. Stützpunktleiterin Karin Ganser bestätigt: "Eva-Maria hat gut trainiert und den festen Willen, das im Wettkampf zu beweisen."
Ob mehr daraus wird, ob die WM-Zehnte von 1997 zu alter Stärke zurückfindet, keiner weiß es. Trainerin Steffi Ruttkies ist bemüht, "Eva-Maria nicht unter Druck zu setzen". Dennoch: Angesichts der Misere der deutschen Eiskunstläuferinnen stünde der Deutschen Eislauf-Union (DEU) die Teilnahme einer gesunden Fitze an den nationalen Titelkämpfen vom 5. bis 7. Januar 2001 in Oberstdorf gut zu Gesicht.
Gesundheit steht im Vordergrund
Für Verbandspräsidentin Angela Siedenberg steht jedoch die Gesundheit der Athletin im Vordergrund: "Unsere augenblicklichen Probleme im Damen-Bereich sind bekannt. Dennoch soll und darf Eva-Maria in Oberstdorf nur starten, wenn es keine medizinischen Bedenken gibt." Sollte es zu einer Teilnahme kommen, wäre es die Rückkehr an die Stätte ihrer bislang größten Erfolge. 1997 und 1999 wurde Fitze am Fuße des Nebelhorns deutsche Meisterin.
Eine Welt zusammenbrechen würde für Fitze nach eigenem Bekunden auch dann nicht, wenn der Wettkampf in Kroatien mit einer sportlichen Enttäuschung enden sollte: "Ich bin immer für das Publikum gelaufen, weil es mir Spaß gemacht hat, zu zeigen, was ich kann. Ohne Zuschauer würde es für mich nichts bringen, ich wüsste nicht, wofür ich weitermachen sollte, es wäre kein Ziel mehr da."
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