Kurzbahn-EM in Antwerpen: Ex-Weltmeister Jörg Hoffmann vergoldet sein Comeback
zuletzt aktualisiert: 15.12.2001 - 18:36Antwerpen (rpo). Ex-Weltmeister Jörg Hoffmann vergoldete sein Comeback bei den fünften Kurzbahn-Europameisterschaften mit dem Titelgewinn über 1500 m Freistil. Damit meldete sich Hoffmann zehn Jahre nach Perth 1991 endgültig in der Weltspitze zurück.
In 14:41,20 Minuten verwies er den WM-Dritten Alexej Filipets aus Russland (14: 41,92) auf Rang zwei, gewann nach Silber über 400 m Freistil seine zweite Medaille und schraubte die Bilanz des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) nach 26 von 38 Wettbewerben auf fünfmal Gold, fünfmal Silber und dreimal Bronze. Damit belegt Deutschland Platz eins der Nationenwertung.
"Der Sieg ist schon eine große Genugtuung. Ich habe gezeigt, dass es noch geht, und es ist leichter gegangen als ich angenommen habe. Wenn die Konkurrenz stärker gewesen wäre, hätte ich auch unter 14:40 schwimmen können", sagte der 31-Jährige selbstbewusst, der in seiner langen erfolgreichen Karriere, die 1986 mit EM-Bronze bei den Junioren begann, in Antwerpen erstmals Kurzbahn-Europameister im Freistil-Marathon wurde. Das nächste Ziel des diplomierten Forstwirts ist nun die EM 2002 in Berlin, "aber nur, wenn ich aus dem Zuschussgeschäft Schwimmen ein Gewinngeschäft machen kann. Ich werde schließlich am 4. Januar Vater".
Der von der SG Essen zum SV Schwäbisch Gmünd gewechselte Mark Warnecke scheiterte in Antwerpen bei seiner Titelverteidigung über 50 m Brust. Der 31 Jahre alte Olympiadritte von Atlanta 1996 und angehende Mediziner wurde Zweiter in 27,75 Sekunden und war damit nur 4 Hundertstel langsamer als Europameister Oleg Lisogor aus der Ukraine. Warnecke hält mit 26,70 Sekunden weiter den Weltrekord und will seine Karriere auf jeden Fall bis zu den Europameisterschaften in Berlin fortsetzen: "Das ist die zweitschnellste Zeit meines Lebens. Mit besserem Anschlag wäre Weltrekord drin gewesen. Ich bin trotzdem sehr zufrieden."
Die 4x50-m-Lagenstaffel der DSV-Frauen holte in der Besetzung Janine Pietsch, Janne Schäfer, Catherine Friedrich und Katrin Meissner im Finale ebenfalls Silber (1:49,92). Die DSV-Männer hatten in dieser Disziplin EM-Gold in Weltrekordzeit gewonnen (1:34, 78). Peter Mankoc aus Slowenien steigerte mit dem fünften Weltrekord die Bestmarke über 100 m Lagen im Halbfinale auf 52,63 Sekunden. Janine Pietsch aus Riesa gewann über 50 m Rücken in 27,79 Sekunden ihre zweite Bronzemedaille.
Weltrekordjäger Thomas Rupprath von der SG Bayer Wuppertal ist in Belgien ebenfalls nicht aufzuhalten. Nach zwei Weltrekorden mit der Lagenstaffel und Fabel-Weltrekord über 100 m Schmetterling (50, 26) qualifizierte sich der 24-Jährige mit der schnellsten Zeit von 52,49 Sekunden über 100 m Rücken ebenso sicher für das Finale wie Stev Theloke aus Chemnitz, der in 53,01 Sekunden die dritte Zeit markierte. Im Endlauf am Sonntag will Rupprath den Weltrekord des Amerikaners Neil Walker angreifen (50,75).
Bundestrainer Manfred Thiesmann zeigte sich hoch zufrieden mit den Leistungen der Mannschaft: "Wir haben gesagt, dass wir in Antwerpen angreifen wollen, gerade nach den Ausfällen wollte sich die Mannschaft beweisen. Wenn wir das auf die Langbahn übertragen können, dann kann die EM im eigenen Land kommen." Thiesmann ist ein Verfechter der Kurzbahn-Wettbewerbe: "Wir brauchen diese Wettbewerbe. Der Schwimmsport muss ganzjährig präsent sein. Olympische Spiele, Welt- und Europameisterschaften auf der Langbahn reichen nicht aus. Wir müssen unsere Trainingszyklen völlig neu ausrichten - wie die Leichtathleten."
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