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Bayern siegen im Elfmeterschießen
Thiago schießt München ins Halbfinale

Leverkusen - Bayern: das Elfmeterschießen
Leverkusen - Bayern: das Elfmeterschießen FOTO: dpa, jgu jai
Leverkusen. Auch in Leverkusen entscheidet das Elfmeterschießen über den Sieger. Von Stefanie Sandmeier

Die Sehnsucht nach einem Titel war groß: Vor sechs Jahren erlebten Leverkusens Fans zum letzten Mal, wie schön es ist, den FC Bayern München im DFB-Pokal zu schlagen. Damals war es Stefan Kießling im Ausweichstadion in Düsseldorf, der mit seinem entscheidenden Treffer zum 4:2-Erfolg für einen großen Leverkusener Abend sorgte.

Gestern standen sich beide Teams erneut in einem Viertelfinale gegenüber. Und das Publikum bekam viel Fußball fürs Eintrittsgeld. Das unterhaltsame Spiel, dem allein die Tore fehlten, wurde erst im Elfmeterschießen entschieden. Der umjubelte Spieler war Thiago Alcántara, der den letzten Elfmeter verwandelte. Alle fünf Bayern-Spieler trafen beim 5:3, der Leverkusener Josip Drmic scheiterte an Manuel Neuer.

Selten war die Chance, den übermächtigen FC Bayern zu schlagen, wohl besser als gestern. Die Münchner mussten ohne ihre Stars Arjen Robben, Franck Ribéry, David Alaba, Bastian Schweinsteiger und Javi Martinez auskommen. Das mag die eher defensiv ausgerichtete Mannschaft erklären, die Trainer Pep Guardiola in den Pokalfight schickte. Ganz sicher aber spielte auch eine gehörige Portion Respekt vor dem Gegner aus Leverkusen eine Rolle. Nach sechs Siegen in Serie ohne Gegentor war das Selbstvertrauen der Werkself groß. Und die machte dort weiter, wo sie bei dem 4:0-Sieg gegen einen überforderten Hamburger SV in der Bundesliga aufgehört hatte.

Trainer Roger Schmidt änderte seine Formation auf zwei Positionen - schickte Emir Spahic für Kyriakos Papadopoulos zurück in die Innenverteidigung. Tin Jedvaj machte auf der rechten Abwehrseite Platz für Roberto Hilbert. Spielmacher Hakan Calhanoglu saß zudem etwas überraschend zunächst nur auf der Bank, Gonzalo Castro spielte wieder die hängende Spitze.

Castro, dem ein Flirt mit dem FC Bayern nachgesagt wird, war es auch, der die erste bedeutende Szene der Partie hatte. Nach 13 Minuten kam er nach einem Schubser von Philipp Lahm im Sechzehner zu Fall. Schiedsrichter Felix Zwayer verzichtete auf einen Strafstoß, über den allerdings noch im Nachgang diskutiert wurde.

Was Bayern-Coach Guardiola vom Auftritt seiner bis dahin ideenlosen Bayern hielt, die gegen gut gestaffelte Leverkusener kein Mittel im Spielaufbau fanden, machte er ziemlich eindrucksvoll deutlich. Mehdi Benatia musste schon nach 34 Minuten das Feld für Sebastian Rode räumen und würdigte seinen Trainer beim Abgang keines Blickes. Bayern begann in der Folge allerdings, sich etwas mehr Raum auf dem Rasen zu erkämpfen, verlagerte das Spiel etwas mehr in Richtung gegnerische Hälfte, ohne aber zwingend gefährlich zu sein. Die erste gute Torchance in der 40. Minute war bis dahin zugleich die beste im Spiel. Bernat bekam ausnahmsweise den Platz, um über links zu flanken. Thomas Müller nimmt solche Vorlagen normalerweise dankend an, fand aber seinen Meister an Bernd Leno. Der seit Wochen überragende Keeper war es auch, der Bayer 04 im zweiten Durchgang vor dem Rückstand bewahrte. In der 65. Minute rettete er vor Robert Lewandowski. Zuvor hatte Karim Bellarabi nach einem überragenden Spielzug der Leverkusener, an dem Stefan Kießling und der überall präsente Julian Brandt beteiligt waren, die Chance zur Führung.

Es entwickelte sich das sehr gute und von Taktik geprägte Fußballspiel zweier Teams, die sich auf Augenhöhe begegneten. Dabei hatten die Bayern bis in die Verlängerung die eindeutig höhere Ballbesitzquote, aber Bayer mindestens ebenso gute Torgelegenheiten.

Quelle: RP
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