Deutsche Damen wollen für Überraschung sorgen: Fed Cup droht ins Wasser zu fallen
zuletzt aktualisiert: 27.04.2002 - 15:56Dresden (rpo). Mit viel Optimismus geht die deutsche Fed-Cup-Mannschaft in das Duell gegen Russland. Doch bisher sieht es nicht so aus, als könnten die Spiele in Dresden am Wochenende über die Bühne gehen. Für beide Spieltage ist Regen vorausgesagt.
Theoretisch könnte das mit einem Etat von 400.000 Euro ausgestattete Duell bis Mittwoch verlängert werden. Deutschlands erfolgsentwöhnte Tennis-Damen hoffen trotzdem auf die große Überraschung. Die Auslosung für das erste Spiel in Dresden bescherte ein Auftakteinzel zwischen der Budapest-Siegerin Martina Müller (Hannover/Nr. 65) und der Olympiazweiten Elena Dementjewa (Nr. 15).
"Geduld wird ganz wichtig sein. Natürlich sind wir krasser Außenseiter, aber wir haben optimal trainiert. Vielleicht schaffen wir eine Sensation", meint Fed-Cup-Teamchef Markus Schur: "Aber nur wenn wir unsere kleinen Vorteile wie den langsamen Sandboden, die langsamen Bälle und die Zuschauerunterstützung nutzen." Über 4000 Fans werden das deutsche Team unterstützen, für das die etwas überraschend nominierte Barbara Rittner (Leverkusen/Nr. 67) im zweiten Einzel auf Anastasia Myskina (Nr. 29) trifft.
"Wenn man nur die Weltranglistenpositionen sieht, sind die Russinen klarer Favorit. Aber uns ist alles zuzutrauen, schließlich haben wir ein Heimspiel", meinte die am Donnerstag 29 Jahre alt gewordene Rittner. Sie bestreitet nach den Überkreuz-Einzeln am Sonntag mit der unter Rückenproblemen leidenden Marlene Weingärtner (Leimen) das abschließende Doppel. Wenn danach ein deutscher Sieg feststehen würde, wäre das eine Überrraschung. Russland scheiterte im vergangenen Jahr immerhin erst im Finale an Belgien und gewann die bisherigen drei Duelle gegen Deutschland (1998 4:1, 1988 2:1, 1985 3:0). Allerdings fehlt zum Leidwesen der Fans im russischen Team "Glamour-Girl" Anna Kurnikowa.
Doch an das mögliche Zweitrundenspiel gegen den Sieger der Partie Spanien gegen Ungarn oder gar den dritten deutschen Fed-Cup-Sieg nach 1987 und 1992 denkt niemand. Die Ansprüche sind nach dem Abscheid von Steffi Graf und Anke Huber kleiner geworden. "Wir wollen unseren Aufwärtstrend fortsetzen und die Russinnen ärgern. Vielleicht gibt es ja eine Überraschung wie beim Fed-Cup-Finale im letzten Jahr", meint Martina Müller.
Damals hatte die 19-jährige die frühere Wimbledonsiegerin Conchita Martinez (Spanien) auf Sand niedergerungen und zu einem 3: 0 gegen Australien beigetragen. Jetzt kommt sie mit dem Rückenwind ihres ersten Turniersieges von Budapest am vergangenen Wochenende in die Elbestadt. Damit macht sie auch dem DTB-Präsidenten Georg von Waldenfels Hoffnung auf eine erfolgreichere Zukunft. "Martina und weitere Talente haben eine beeindruckende Leistungsentwicklung gezeigt. Wir haben junge und hochmotivierte Spielerinnen in Deutschland, mit denen in Zukunft zu rechnen sein wird." Vielleicht schon in Dresden-Blasewitz auf der idyllisch im Wald gelegenen Anlage ohne Regenplane.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum











