Capriati "verbannt" - USA droht Aus: Fed-Cup-Eklat in Charlotte
zuletzt aktualisiert: 28.04.2002 - 12:12Neuss (rpo). Ein Disput zwischen der Weltranglistenzweiten Jennifer Capriati und Mannschaftsleiterin Billie Jean King hat einen Tag vor dem Beginn des Fed-Cupspiels gegen Österreich für einen Eklat und die Verbannung von Capriati aus dem US-Team gesorgt. Weil sich die Australian-Open-Siegerin angeblich nicht an die Mannschaftsregel des vorgeschriebenen Teamtrainings halten wollte, musste sie gehen.
Da die Olympiasiegerin von 1992 schon für das zweite Einzel gegen Evelyn Fauth nominiert war, ging der Punkt kampflos an Österreich. Zudem droht dem bisher 17-mal erfolgreichen Rekordgewinner nun das Aus, da Monica Seles ihr Einzel gegen Barbara Schwartz überraschend 6:7 (7:9), 2:6 verlor.
2:0-Führungen gab es nach dem Eröffnungstag in der Hälfte der acht Erstrunden-Begegnungen, die restlichen drei für die Gastgeber. Titelverteidiger Belgien hatte gegen Australien in Brüssel ebenso wenig Probleme wie Italien in Mailand gegen Schweden und die Slowakei gegen die Schweiz in Bratislava.
Mit 1:1 wie in Dresden zwischen Deutschland und Vorjahresfinalist Russland ging es auch in Bol zwischen Kroatien und Tschechien, in Almeria zwischen Spanien und Ungarn und in Buenos Aires zwischen Argentinien und Frankreich in den zweiten Tag.
In Charlotte fühlte sich "Jenny Baby" durch den Rauswurf unfair behandelt: "Ich bin darüber extrem bestürzt. Ich habe mich gefreut, für mein Land spielen zu dürfen und das als große Ehre empfunden", sagte die 26-jährige New Yorkerin, die angesichts der nahenden Aufgaben bei den French Open in Paris ein Zusatztraining mit ihrem Vater und Coach Stefano absolvieren wollte.
Das war jedoch nicht im Sinn von Billie Jean King: "Der Fed-Cup-Wettbewerb basiert auf Team-Play und die Regeln gelten gemäß dem Mannschafts-Konzept für alle Spielerinnen. Wir sind enttäuscht, dass Jennifer sich nicht an unsere Teampraktiken hält und daraus resultierend ausgeschlossen wurde. Wir wünschen ihr viel Erfolg bei ihren kommenden Aufgaben in Europa und eine erfolgreiche Titelverteidigung bei den French Open", sagte die Gewinnerin von insgesamt elf Grand-Prix-Titeln.
Noch am Freitagabend verließen Jennifer und ihr Vater das Hotel und fuhren zum Flughafen. Für Billie Jean King kein Grund, an einem Sieg des topgesetzten US-Teams über Österreich zu zweifeln. In der zweiten Runde (20./21. Juli) würde der 17-malige Fed-Cupsieger auf Tschechien oder Kroatien treffen, andernfalls droht die Relegation.
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