Müller unterliegt Sanchez: Fedcup-Aus für Deutschland
zuletzt aktualisiert: 21.07.2002 - 21:49Cala Ratjada/Hamburg (rpo). Die deutschen Tennis Damen müssen ihre Hoffnungen auf das Halbfinale im Fed-Cup begraben: Am Sonntag musste Martina Müller die dritte Niederlage im Duell mit Spanien hinnehmen. Dennoch gibt es Grund zur Hoffnung: Am Rande der Spiele wurde bereits an einer besseren Zukunft gebastelt.
Anke Huber soll im Deutschen Tennis Bund (DTB) die Verantwortung für die 14 bis 16 Jahre alten Nachwuchsspielerinnen übernehmen, darauf verständigten sich DTB-Präsident Georg von Waldenfels und die ehemalige Weltklassespielerin am Samstag in Cala Ratjada.
Am Sonntagabend lud Huber ihre ehemaligen Mitspielerinnen zu einer kleinen Feier in ihre Finca auf der Ferieninsel ein. Der Frust über das Aus gegen den fünfmaligen Fed-Cup-Gewinner Spanien konnten die Spielerinnen und Bundestrainer Markus Schur so etwas verdrängen. Die 6:3, 2:6, 3:6-Niederlage der 19 Jahre alten Martina Müller gegen Sanchez im dritten Einzel am Sonntag hatte zuvor erwartungsgemäß die siebte deutsche Niederlage im 13. Vergleich perfekt gemacht.
Die 6:7 (2:7), 6:2, 2:6-Niederlage von Anca Barna gegen Marta Marrero im vierten Einzel und das 3:6, 3:6 von Barbara Rittner/Bianka Lamade im abschließenden Doppel gegen Virginia Ruano Pascual/Magui Serna liefen unter der Rubrik Ferienspaß für die rund 800 zuschauenden Urlauber, die den Auftritt auf der Balearen-Insel bei unerträglicher Hitze zur Siesta-Zeit zeitweise zu einem Heimspiel machten.
Bei strahlendem Sonnenschein und drückenden 40 Grad war schon am Samstag nach der 6:4, 6:7 (4:7), 3:6-Niederlage von Barbara Rittner gegen Arantxa Sanchez und der 1:6, 1:6-Klatsche von Martina Müller gegen Marta Marrero die Vorentscheidung gefallen. "Es ist enttäuschend, dass wir ausgeschieden sind, aber es hat trotzdem Spaß gemacht", sagte Rittner: "Wir hatten uns vorgenommen, am Sonntag noch einmal alles zu versuchen, leider hat es nicht geklappt. Arantxa ist eben sehr erfahren."
Bleibt Schur Trainer?
Für Bundestrainer Markus Schur könnte es der letzte Einsatz mit dem deutschen Damenteam gewesen sein, denn sein Vertrag mit dem DTB läuft zum Jahresende aus. "Eine Entscheidung über die Weiterarbeit wird Ende August auf einer Sitzung in Frankfurt fallen, unabhängig von dem Ergebnis gegen Spanien", sagte DTB-Sportwart Rolf Schmid: "Ich möchte Schur halten, aber das Problem ist die Finanzierbarkeit." Schur steht auf der Gehaltsliste der DTB-Holding, und der droht die Insolvenz. "Ich habe meiner Meinung nach in den letzten drei Jahren gute Arbeit geleistet", sagte Schur: "Aber der DTB spart im Moment, wo er kann."
Anke Huber, die die Spiele ihrer ehemaligen Kolleginnen auf der Tribüne verfolgte, soll dagegen vom DTB aus dem "Jugendtopf" bezahlt werden. "Es macht Sinn, so eine glänzende Spielerin in die Nachwuchsförderung einzubinden", sagte Schmid: "Gerade in dem Alter bis 16 brauchen die Mädchen eine Leitfigur, zu der sie aufblicken können."
Barbara Rittner hatte es in der Hitzeschlacht am Samstag im Auftaktmatch in der Hand, die Begegnung in eine ganz andere Richtung zu lenken, doch die Düsseldorferin konnte eine 5:3-Führung gegen Sanchez bei eigenem Aufschlag nicht nutzen. Bei 30:30 flog ihr Longline-Schuss nur Zentimeter ins Aus - Breakball statt Matchball, und die erfahrene Sanchez ließ sich diese Comeback-Chance in ihrem 68. Fed-Cup-Einzel nicht entgehen.
"Es war ein gutes Spiel, nur der Ausgang war falsch", sagte Rittner: "Es war heiß, es gab lange Ballwechsel, und am Ende hat sich Arantxa da irgendwie rausgewurschtelt, wie es typisch für sie ist." Auch im 15. Vergleich blieb Rittner nach 2:42 Stunden gegen die ehemalige Weltranglisten-Erste sieglos. Martina Müller wurde anschließend mit dem Druck, gewinnen zu müssen, nicht fertig und verlor in nur 45 Minuten mit 1:6, 1:6 gegen die ebenfalls 19 Jahre alte Fed-Cup-Debütantin Marta Marrero.
Ergebnisse:
Spanien - Deutschland 5:0
Arantxa Sanchez-Vicario - Barbara Rittner (Leverkusen) 4:6, 7:6 (7:4), 6:3
Marta Marrero - Martina Müller (Hannover) 6:1, 6:1
Arantxa Sanchez-Vicario - Martina Müller (Hannover) 3:6, 6:2, 6:3
Marta Marrero - Anca Barna (Nürnberg) 7:6 (7:2), 2:6, 6:2
Magui Serna/Virginia Ruano Pascal - Bianka Lamade/Barbara Rittner (Pforzheim/Leverkusen) 6:3, 6:3
Österreich - Kroatien 4:1
Barbara Schwartz - Iva Majoli 6:2, 6:3
Barbara Schett - Jelena Kostanic 6:2, 6:1
Schett - Majoli 4:6, 3:6
Schwartz - Kostanic 6:2, 6:1
Schett/Patrizia Wartusch - Karolina Sprem/Silvija Talaja 6:2, 6:1
Slowakei - Frankreich 3:1
Daniela Hantuchova - Nathalie Dechy 7:5, 7:5
Janette Husarova - Amelie Mauresmo 2:6, 6:4, 2:6
Hantuchova - Mauresmo 2:6, 6:4, 6:3
Martina Sucha - Dechy 7:6 (7:3), 6:1
Italien - Belgien 3:1
Rita Grande - Els Callens 2:6, 1:6
Silvia Farina Elia - Caroline Maes 6:2, 6:1
Farina - Callens 6:2, 7:6 (7:4)
Grande - Maes 6:4, 7:6 (7:5)
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