Verbleib in Weltgruppe sicher: FedCup: Deutsche Damen unterliegen Spanien 1:2
zuletzt aktualisiert: 29.04.2000 - 23:04Bari (sid) Trotz einer glänzend aufspielenden Anke Huber hat es für das deutsche Fed-Cup-Team nicht zur großen Überraschung gegen Spanien gereicht. Im entscheidenden Doppel unterlag die Karlsdorferin an der Seite von Barbara Rittner gegen die Weltklasse-Kombination Arantxa Sanchez/Conchita Martinez 2:6, 3:6. Die fünfmaligen Fed-Cup-Sieger aus Spanien zogen durch diesen 2:1-Erfolg ungeschlagen in die Endrunde vom 24. bis 26. November in den USA ein. Das abschließende deutsche Spiel gegen Italien am Sonntag (14.00 Uhr) ist bedeutungslos.
Kroatien muss aus der Gruppe A in die Relegation gegen den Abstieg. In Bratislava haben sich Tschechiens Damen in der Gruppe B als zweites Team für das Halbfinale qualifiziert, für das Titelverteidiger USA gesetzt ist. Australien muss aus der Gruppe C in die Relegation. Die Entscheidung über das letzte Halbfinalticket fällt zwischen Belgien, Russland und Frankreich in Moskau.
Dass überhaupt das Doppel spät abends unter Flutlicht für die Entscheidung zwischen Deutschland und Spanien nötig war, lag an dem weiter anhaltenden Aufwärtstrend von Anke Huber. Die 25-Jährige sorgte mit einem überraschend klaren 6:3, 6:1-Erfolg über Conchita Martinez für den zwischenzeitlichen Ausgleich. Zuvor unterlag Andrea Glass erwartungsgemäß der ehemaligen Weltranglisten-Ersten Arantxa Sanchez mit 3:6, 3:6.
Im Doppel war der deutschen Kombination die fehlende gemeinsame Spielpraxis anzumerken. Die Spanierinnen, die zu den besten Doppelspielerinnen der Welt gehören, harmonierten besser und wirkten mit der überragend aufspielende Arantxa Sanchez stets ungefährdet. Vor allem Barbara Rittner, die nach ihrer überraschenden Versöhnung mit Bundestrainer Markus Schur in Bari ihr Comeback im Fed-Cup-Team feierte, konnte mehrmals gute Chancen nicht nutzen und wurde deshalb immer wieder von den Spanierinnen angespielt.
Anke Huber knüpfte im Spitzeneinzel gegen die Weltranglisten-Achte aus Barcelona an die guten Leistungen der letzten Woche an und ließ ihr deutlich gestiegenes Selbstvertrauen erkennen. Bereits zum Auftakt gegen Kroatien überzeugte sie mit ihrem Sieg über Silvija Talaja und führte auch Barbara Rittner zum entscheidenden gemeinsamen Erfolg über die kroatische Kombination, der bereits den Klassenerhalt in der Weltgruppe sicherte.
Die in der Weltrangliste an Platz 15 notierte Karlsdorferin beherrschte ihre spanische Gegnerin unerwartet souverän. Anke Huber nutzte mit kraftvollen Schlägen jede Chance zu direkten Punkten, variierte auch mit ihrer beidhändigen Rückhand und leistete sich nur wenige Fehler. Teamchef Markus Schur hatte bereits nach dem Auftaktsieg seine Nummer eins gelobt, die nach dem Karrierende von Steffi Graf erstmals die Bürde der Spitzenspielerin zu tragen hat: "Sie kann in dieser Form hier gegen jede gewinnen. Der Turniersieg von Estoril vor einer Woche hat ihr gewaltiges Selbstvertrauen gegeben."
Gruppe A in Bari:
Italien - Kroatien 3:0 Tathiana Garbin - Jelena Kostanic 6:4, 7:6 (8:6); Silvia Farina - Silvija Talaja 6:4, 7:5; Giulia Casoni/Rita Grande - Jelena Kostanic/Silvija Talaja 6:4, 5:7, 6:3
Spanien - Deutschland 2:1 Arantxa Sanchez-Vicario - Andrea Glass (Düsseldorf) 6:3, 6:3; Conchita Martinez - Anke Huber (Karlsdorf) 3:6, 1:6; Arantxa Sanchez- Vicario/Conchita Martinez - Anke Huber/Barbara Rittner (Leverkusen) 6:2, 6:3
Tabelle:
1. Spanien 3 Spiele 7:2 Matche 3:0 Siege 2. Deutschland 2 3:3 1:1 Italien 2 3:3 1:1 4. Kroatien 3 2:7 0:3
Gruppe B in Bratislava:
Slowakei - Tschechien 1:2 Daniela Hantuchova - Kveta Hrdlickova 6:4, 6:2; Karina Habsudova - Denisa Chladkova 4:6, 4:6; Karina Habsudova/Daniela Hantuchova - Daniela Bedanovy/Kveta Hrdlichkova 5:7, 3:6
Österreich - Schweiz 1:1 Patricia Wartusch - Emmanuelle Gagliardi 2:6, 4:6; Barbara Schett - Patty Schnyder 7:6 (7:4), 7:5
Tabelle:
1. Tschechien 3 Spiele 6:3 Matche 3:0 Siege 2. Schweiz 2 3:3 1:1 3. Österreich 1 1:2 0:1 4. Slowakei 2 2:4 0:2
Gruppe C in Moskau:
Australien - Russland 1:2 Jelena Dokic - Anna Kurnikowa 6:7 (3:7), 7:5, 6:3; Nicole Pratt - Elena Lichowtsewa 3:6, 2:6; Jelena Dokic/Rennae Stubbs - Anna Kurnikowa/Elena Lichowtsewa 3:6, 6:4, 1:6
Belgien - Frankreich 2:1 Els Callens - Julie Halard-Decugis 3:6, 6:4, 6:2; Kim Clijsters - Nathalie Tauziat 6:1, 6:4; Els Callens/Laurence Courtois - Nathalie Tauziat/Julie Halard Decugis 5:7, 6:3, 3:6
Tabelle:
1. Frankreich 3 Spiele 6:3 Matche 2:1 Siege 2. Belgien 2 4:2 2:0 3. Russland 2 2:4 1:1 4. Australien 3 3:6 0:3
Die Gruppensieger qualifizieren sich für das Finalturnier vom 22. bis 26. November, für das Gastgeber und Titelverteidiger USA gesetzt ist.
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