Überraschungssieg gegen Russlang: Fedcup-Team im Viertelfinale
zuletzt aktualisiert: 28.04.2002 - 21:41Dresden (rpo). Großer Erfog für das deutsche Damen Tennis: Das Fedcup Team hat den Favoriten Russland mit 3:2 in die Knie gezwungen. Den entscheidenden dritten Punkt sicherte es sich im abschließenden Doppel. Die Mannschaft von Bundestrainer Markus Schur trifft am 20./21. Juli auf den fünfmaligen Fedcup-Sieger Spanien.
Dagegen muss das russische Team, das ohne Anna Kurnikowa angetreten war, um den Verbleib in der Weltgruppe kämpfen.
"Wir haben uns gegen einen von der Papierform her übermächtigen Gegner extrem gut verkauft. Die Russinnen sind in der Weltrangliste um die 40 Plätze besser platziert als unsere Spielerinnen", sagte Schur nach einer begeisternden Vorstellung über seinen wohl schönsten Erfolg als Fedcup-Kapitän. Den Löwenanteil am ersten und völlig unerwarteten Sieg gegen die favorisierten Russinnen hatte die als Nummer eins nominierte Barbara Rittner mit zwei Einzelsiegen sowie dem entscheidenden 7:6 (7:1), 6:2 im Doppel mit Marlene Weingärtner (Heidelberg) gegen Jelena Dementjewa/Jelena Lichowtsewa.
Die 29-Jährige präsentierte sich in Dresden topfit und füllte ihre Rolle als neue Leitfigur in einer jungen deutschen Mannschaft exzellent aus. "Das war mein bislang bester Auftritt im Fedcup, keine Frage. Die Führungsrolle liegt mir", sagte die Nummer 67 der Weltrangliste.
Zwei Rittner Siege
Einem Dreisatz-Erfolg gegen Anastasia Myskina (7:5, 3:6, 7:5) am ersten Tag ließ Barbara Rittner am Sonntag einen 6:3, 6:1-Sieg gegen die Weltranglisten-15. Jelena Dementjewa folgen. Die völlig indisponierte Russin, die im Auftakteinzel Martina Müller (Hannover) mit 6:4, 6:2 geschlagen hatte, leistete sich auf ungeliebtem Sand und bei kühlen Temperaturen ungewohnt viele Doppelfehler. Barbara Rittner diktierte mit aggressiver Spielweise das Geschehen. "Sobald sie den Ballwechsel bestimmt, ist man in der Mühle drin. Deshalb habe ich den Spieß einfach umgedreht", erklärte die Doppel-Spezialistin ihr Rezept.
Während sich die Miene von Russlands Fedcup-Kapitän Schamil Tarpischew immer mehr verfinsterte, sprang Schur immer wieder von seinem Stuhl auf und klatschte begeistert Beifall. Auch Martina Müller, die nach einer Nerven aufreibenden 6:7 (5:7), 7:6 (7:4), 9:11-Niederlage gegen Anastasia Myskina den 2:2-Ausgleich zuließ, feuerte er lautstark an.
Harter Kampf von Müller
Nach ihrem ersten WTA-Turniersieg in Budapest trumpfte die 19-Jährige auch in Dresden mit frischem, unbekümmerten Tennis auf. In einem 3:06 Stunden dauernden Mammut-Match gegen die Nummer 29 der Welt verlor sie nach zwei Tiebreaks erst in der Verlängerung des dritten Satzes die Nerven, nachdem sie sieben Matchbälle abgewehrt hatte. "Ich bin enttäuscht, aber Anastasia ist schon etwas länger auf der Tour als ich. Mir fehlt noch etwas die Erfahrung", sagte die wieselflinke Rückhand-Spezialistin. Ihre fehlende Erfahrung machte das deutsche Doppel wett. Unter Flutlicht erzwangen Barbara Rittner und Marlene Weingärtner die Entscheidung.
Nach dem Mannschafts-Erfolg kämpft jede Spielerin in der kommenden Woche wieder für sich allein. Die drei Fedcup-Akteurinnen Barbara Rittner, Martina Müller und Marlene Weingärtner haben für das stark besetzte Turnier am Hamburger Rothenbaum eine Wildcard erhalten. Bei den German Open in Berlin wird auf jeden Fall die aufstrebende Martina Müller in diesen Genuss kommen.
Ergebnisse:
Deutschland - Russland 3:2
Martina Müller (Hannover) - Jelena Dementjewa 4:6, 2:6 Barbara Rittner (Düsseldorf) - Anastasia Myskina 7:5, 3:6, 7:5 Rittner - Dementiewa 6:3, 6:1 Müller - Myskina 6:7 (5:7), 7:6 (7:4), 9:11 Rittner/Marlene Weingärtner - Dementjewa/Elena Lichowtsewa 7:6 (7: 1), 6:2
USA - Österreich 0:2
Jennifer Capriati - Evelyn Fauth kampflos für Fauth Monica Seles - Barbara Schwartz 6:7 (7:9), 2:6
Kroatien - Tschechien 3:2
Jelena Kostanic - Sandra Kleinova 7:6 (7:2), 6:4 Iva Majoli - Iveta Benesova 4:6, 1:6 Iva Majoli - Klara Koukalova 4:6, 1:6 Ivona Benesova - Jelena Kostanic 2:6, 5:7 Majoli/Kostanic - Eva Birnevora/Benesova 6:1, 6:2
Spanien - Ungarn 4:1
Angeles Montolio - Zsofia Gubacsi 3:6, 6:3, 2:6 Arantxa Sanchez - Rita Kuti Kis 6:4, 6:2 Arantxa Sanchez - Zsofia Gubacsi 6:0, 6:2 Magui Serna - Rita Kuti Kis 6:3, 6:1 Virginia Ruano-Pascual/Arantxa Sanchez - Zsofia Gubacsi/Aniko Kapros 7:5, 6:2
Slowakei - Schweiz 3:2
Janette Husarova - Patty Schnyder 7:6 (9:7), 5:7, 7:5 Daniela Hantuchova - Myriam Casanova 6:4, 7:5 Daniela Hantuchova - Patty Schnyder 3:6, 3:6 Henrieta Nagyova - Myriam Casanova 6:3, 3:6, 1:6 Daniela Hantuchova/Janette Husarova - Patty Schnyder/Myriam Casanova 6:0
Argentinien - Frankreich 1:3
Mariana Diaz-Oliva - Amelie Mauresmo 5:7, 2:6 Paola Suarez - Sandrine Testud 7:5, 6:4 Diaz Oliva - Nathalie Dechy 2:6, 3:6 Paolo Suarez - Amelie Mauresmo 4:6, 3:6
Italien - Schweden 5:0
Antonella Serra-Zanetti - Asa Svensson 6:7 (4:7), 6:3, 10:8, Adriana Serra-Zanetti - Sofia Arvidsson 6:1, 6:1 Adriana Serra-Zanetti - Asa Carlsson-Svensson 6: 3, 7:6 (7:5) Roberta Vinci - Sofia Arvidsson 6:3, 6:2 Maria Elena Camerin/Roberta Vinci - Sofia Arvidsson/Maria Wolfbrandt 1:6, 6:0, 6:4
Belgien/TV - Australien 3:2
Justine Henin - Nicole Pratt 6:4, 4:6, 6:0 Kim Clijsters - Alicia Molik 6:0, 6:2 Els Callens - Pratt 2:6, 4:6 Henin - Molik 6:2, 6:1 Pratt/Rennae Stubbs - Callens/Laurence Coutois 7:6 (Abbruch wegen Regens)
Viertelfinale am 20./21. Juli, Halbfinale und Finale vom 1. bis 4. November
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