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Düsseldorf
Ferrari plant den Angriff auf Mercedes

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Düsseldorf. Sebastian Vettel sieht sich und seine Scuderia für die Formel-1-Saison gut gerüstet. Von Eckhard Czekalla

Spätestens wenn am Sonntag um 6 Uhr MEZ die roten Ampeln im Albert Park von Melbourne ausgehen und 22 Fahrer die Motoren ihrer Formel-1-Autos aufheulen lassen, ist die Zeit des Taktierens und Versteckspielens vorbei. Wird Mercedes auch im dritten Jahr seit Einführung der Hybrid-Motoren die Königsklasse dominieren? Kann Ferrari nach einer unerwartet positiven Saison mit drei Siegen weiter zulegen? Fährt Nico Rosberg bei den Silberpfeilen aus dem Schatten von Lewis Hamilton?

32 von 38 Rennen gewonnen, 63 (von maximal möglichen 76) Podestplätze geholt, nur zweimal nicht auf Startplatz eins - Silber war die Farbe der Saisons und Hamilton der Triumphator. Der 31-Jährige erhöhte die Zahl seiner WM-Titel um zwei auf drei und steigerte die Zahl seiner Siege um 21 auf 43. Vor allem aber hielt er Nico Rosberg auf Distanz. Für den 30-Jährigen kommt nach zuletzt zwei Vizeweltmeisterschaften nun die vielleicht letzte Chance, es seinem Vater Keke gleichzutun, der 1982 im Williams den Titel holte.

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So schnell wie möglich seinen vier mit Red Bull gewonnenen WM-Titeln weitere hinzuzufügen, das ist sein Ziel. Das hört Sergio Marchionne gerne. "Ich erwarte zum Saisonstart ein Auto, mit dem wir Mercedes schlagen können. Ich sage nicht, dass wir es müssen. Aber wir müssen es können", formulierte der Ferrari-Präsident seine Erwartungen und ergänzte: "Eine Reihe von Siegen würden unserer Marke guttun."

"Ich kenne ja nur das, was hinter verschlossenen Türen in Maranello passiert, aber das sieht schon sehr vielversprechend aus", sagte Vettel. Beim Weltmeister gibt man sich vorsichtig. "Wir sind die Favoriten, aber Ferrari hat sich enorm verbessert und ist eine echte Gefahr", sagte Rosberg. Hamilton rechnet mit einem harten Kampf: "Aber das ist es ja, was ich will, was wir alle wollen."

FOTO: imago sportfotodienst

Und den will ihm vor allem sein Teamrivale Rosberg liefern, der 2015 die letzten drei Rennen gewann. Da stand der Engländer aber schon als alter und neuer Champion fest. Die Verhaltensregeln im Rennen hat die Mercedes-Führung gelockert. "Wir sind es beiden, aber auch der Formel 1 schuldig, sie aufeinander loszulassen", betonte Mercedes-Sportchef Toto Wolff. Bei zwei Fahrern, die im gleichen Auto sitzen, im gleichen Team fahren und die beide die Chance haben, Weltmeister zu werden, ist die Rivalität natürlich groß. Und sie ist mit ein Grund für die Stärke des Weltmeisterteams. Aber klar ist: "Es darf kein Schaden für Mercedes eintreten, wenn sie zusammenfahren. Es darf kein Dritter gewinnen", sagte Niki Lauda, Aufsichtsratschef des Teams. Melbourne wird zur ersten Nagelprobe für das teaminterne Duell.

Quelle: RP
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