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Düsseldorf
Fifa will Niersbach für zwei Jahre sperren

Düsseldorf. Vor ein paar Wochen haben sie ihn noch einmal demonstrativ in ihre Mitte genommen. Beim sogenannten Bundestag des Deutschen Fußball Bundes (DFB) wurde Wolfgang Niersbach unter Freunden große Wertschätzung offenbart. Dem Ex-Präsidenten des größten Sportfachverbandes der Welt wurde versichert, man stünde hinter ihm. Er habe schließlich ausreichend Buße abgelegt mit seinem Rücktritt aus politischer Verantwortung im vergangenen November. Niersbach hat damit die Konsequenzen getragen aus den Turbulenzen rund um die WM 2006 - als bislang Einziger der damals Verantwortlichen. Damit, so die Meinung der meisten Delegierten, sei er bestraft genug. Von Gianni Costa

Beim DFB hätte man damit gerne die Akte Niersbach geschlossen. Ausgerechnet beim Weltverband Fifa geht man mittlerweile weniger milde mit Verfehlungen von Würdenträgern um. Und so fordern nun die internen Ermittler, den 66-Jährigen für zwei Jahre zu sperren. Bei einer Verurteilung müsste er somit auch seine letzten internationalen Ämter bei Fifa und Uefa aufgeben. Unter normalen Umständen hätte er das schon längst machen müssen, doch beim DFB überließ man ihm diese vor allem finanziell reizvolle Spielwiese weiter. Die Ermittler unter dem Vorsitz des Schweizers Cornel Borbély werfen Niersbach Verstöße gegen vier Paragrafen des Ethikcodes vor: allgemeine Verhaltensregeln, Loyalität, Anzeige- sowie Mitwirkungs- und Rechenschaftspflicht und Interessenskonflikte.

Niersbach bezeichnete den Antrag der Untersuchungskammer als "nicht nachvollziehbar". Der damalige Vizechef des OK der WM in Deutschland will "mit allen möglichen Rechtsmitteln" gegen den drohenden Bann vorgehen. "Eine Sperre, die faktisch einem weltweiten Berufsverbot im Fußball gleichkommt" sowie die Höhe der beantragten Geldstrafe von 30.000 Schweizer Franken (27.000 Euro) stehe "in keinem Verhältnis zu dem mir gemachten Vorwurf", betonte er in einer Stellungnahme. Der DFB will zunächst das Urteil abwarten.

Zu einem endgültigen Schlussstrich kann man sich - noch - nicht durchringen. So, wie das eben unter guten Freunden ist.

Quelle: RP
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