Französin hatte den Sieg schon sicher geglaubt: Filderstadt: Kämpferin Clijsters im Finale gegen Hantuchowa
zuletzt aktualisiert: 12.10.2002 - 17:44Filderstadt (rpo). Hoffentlich ist die Belgierin Kim Clijsters eine Freundin schneller Autos. Jedenfalls ist sie beim WTA-Turnier in Filderstadt, bei dem die Siegerin traditionell einen Porsche bekommt, nach dem Halbfinal-Sieg gegen Amelie Mauresmo nur noch einen Schritt vom Gewinn der Edelkarosse entfernt.
Amelie Mauresmo musste im Halbfinale des WTA-Turniers von Filderstadt den schon sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand geben. Sie unterlag der Belgierin Kim Clijsters am Samstag nach 2:21 Stunden mit 6:3, 3:6, 5:7, nachdem sie beim Stande von 5:3 im dritten Satz bereits einen Matchball gehabt hatte. Im Endspiel der mit 565 000 Dollar dotierten Veranstaltung trifft Clijsters nun am Sonntag auf die Slowakin Daniela Hantuchowa, die die Olympia-Zweite Elena Dementiewa (Russland) mit 6:3, 6:2 bezwang.
"Ich will die Nummer eins werden", hatte die 23-jährige Mauresmo bereits eine Kampfansage an die in der Tenniswelt dominierenden Amerikanerinnen Serena und Venus Williams formuliert. Doch in Sachen Kampfgeist und Nervenstärke erhielt die Weltranglisten-Vierte erst einmal eine Lehrstunde von Clijsters. Mit einem Break zum 4:2 stellte Mauresmo in einem hochklassigen Match zunächst die Weichen auf den ersten Satzgewinn. Vor den Augen ihres Lebensgefährten Lleyton Hewitt, der Nummer eins bei den Männer, und ihrem Vater Leo, einem früheren Fußball-Nationalspieler, legte Clijsters im zweiten Durchgang einen Zahn zu, jagte Mauresmo hin und her und schaffte mit einem 6:3 den Satzausgleich.
Alleine zwölf Minuten dauerte das erste Spiel des dritten Satzes, dann zog Mauresmo auf 3:0 davon. Beim Stande von 5:3 hatte sie sogar den ersten Matchball. Die zähe Clijsters wehrte diesen jedoch ab. Dies war der Anfang vom Ende für Mauresmo. Am Ende flüsterte sie der Siegerin ein paar lobende Worte ins Ohr und klopfte ihr anerkennend auf die Schulter.
Für Clijsters geht es nun um 97 000 Dollar Siegprämie (wahlweise ein Porsche Boxster). Vor zwei Jahren war sie im Endspiel an der Schweizerin Martina Hingis mit 0:6, 3:6 gescheitert. Ungeachtet des Ausgangs wird sich die 19-Jährige in der am Montag erscheinenden Weltrangliste vom neunten Rang unter die ersten Fünf verbessern.
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