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Nowitzki, FC Bayern und Co.
Sport-Stars öffnen Geldbörse für Flüchtlinge

Deutschland - Island
Deutschland - Island FOTO: dpa, lus fdt
Düsseldorf. Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft spendet an Pro Asyl, Fußball-Rekordmeister Bayern München gibt eine Million Euro, auch Real Madrid und das IOC leisten finanzielle Hilfe – die Sportwelt trägt ihren Teil zur Bewältigung der Flüchtlingskrise bei.

Auch für Superstar Dirk Nowitzki und seine Kollegen von der Basketball-Nationalmannschaft ist die Unterstützung von Flüchtlingen eine Herzensangelegenheit. "Wir als Spieler wollten mit dem Verband zusammen zeigen, dass wir großes Mitgefühl haben und hinter den Menschen stehen, die sich für diese Leute einsetzen", sagte Co-Kapitän Heiko Schaffartzik am Rande der EM in Berlin.

Insgesamt kamen bei der Aktion 25.000 Euro zusammen, die an die gemeinnützige Organisation Pro Asyl gehen. Ob Lionel Messi angesichts der aktuellen Krise auch gespendet hat, ist nicht bekannt. Allerdings erhob der Fußball-Star mahnend seine Stimme. "Solche Dinge sollten im 21. Jahrhundert unvorstellbar sein", schrieb Messi auf Facebook und appellierte, "eine schnelle Lösung zu finden, um diese Tragödie zu beenden".

Este tipo de cosas deberían ser inconcebibles en pleno siglo XXI. This kind of thing should be unthinkable in the 21st Century.- LIO

Posted by Leo Messi on  Freitag, 4. September 2015

Während Bundeskanzlerin Angela Merkel am Samstag eine Einreisegenehmigung für Tausende Flüchtlinge erteilte, die am Budapester Hauptbahnhof gestrandet waren, leistet Fußball-Rekordmeister Bayern München neben einer Spende von einer Million Euro unbürokratisch Hilfe. Die Münchner errichten ein Trainingscamp für Flüchtlinge, die dort zudem Deutschunterricht, Mahlzeiten und eine Fußballausrüstung erhalten sollen.

Auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) setzt ein Zeichen und stellt 1,78 Millionen Euro (2 Millionen Dollar) zur Verfügung. Mit dem Geld sollen laut IOC-Präsident Thomas Bach "nationale und regionale Sportprogramme für Flüchtlinge" finanziert werden. "Der Sport", sagte Bach, "kann humanitäre Hilfe leisten."

Fußball-Nationaltrainer Joachim Löw unterstützt unterdessen Schauspieler Til Schweiger bei seinem Flüchtlingsprojekt. Über die Sportstiftung bringt der 55-Jährige 25.000 Euro in das Projekt ein, zudem wird er im Beirat der Stiftung sitzen. Seine Mannschaft, die schon seit Jahren als Vorbild für Integration gilt, setzte in einem 22 Sekunden langen Werbespot ein Zeichen gegen Gewalt und Fremdenhass.

Zudem wird eine DFB-Delegation mit Präsident Wolfgang Niersbach an der Spitze am Mittwoch eine Unterkunft der christlichen Flüchtlingshilfe im Frankfurter Vorort Egelsbach besuchen. Auf Signalwirkung hofft auch der FC St. Pauli, der am Dienstag ein Testspiel gegen Borussia Dortmund unter dem Motto "Refugees Welcome" bestreitet. Der Kiezklub lädt 1000 geflüchtete Menschen ein, die Einlaufkinder für die Partie leben allesamt in einer Erstaufnahmeeinrichtung in Hamburg.

Einen Beitrag leistet auch der spanische Rekordmeister Real Madrid. Neben einer Spende von einer Million Euro zur Unterstützung von Flüchtlingsprojekten in Spanien stattet der Klub Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien mit Sport-Ausrüstungen aus und stellt mehrere Vereinsgebäude für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung.

Der ehemalige Champions-League-Sieger FC Porto appellierte an die 31 anderen Starter in der Königsklasse, an den ersten beiden Spieltagen pro verkaufter Eintrittskarte jeweils einen Euro für Flüchtlinge zu spenden. "Es ist unmöglich, die Augen vor dem Drama um die Migranten und Flüchtlinge, die europäischen Boden betreten, zu verschließen", schrieb Präsident Jorge Nuno Pinto da Costa in einem Brief an Uefa-Präsident Michel Platini. Porto will beim Heimspiel gegen den FC Chelsea am 29. September mit gutem Beispiel vorangehen.

Einen etwas anderen Weg beschreitet der AS Rom. Am Dienstag wird der italienische Erstligist die globale Kampagne "Football Cares" lancieren. Ziel ist es, die gesamte Fußball-Welt, unabhängig von Vereinsloyalitäten, unter einem Banner zu vereinen. Neben eines Spendenaufrufs sind auch Auktionen geplant.

(sid)
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