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Formel 1
Rosberg siegt bei der Formel-1-Premiere in Baku

Rosberg verteilt nach Sieg in Baku Sektdusche an sein Team
Rosberg verteilt nach Sieg in Baku Sektdusche an sein Team FOTO: afp
Baku. Im teaminternen Duell mit Weltmeister Hamilton baut der Mercedes-Pilot seinen Vorsprung auf 24 Punkte aus.

Nico Rosberg hat bei der Formel-1-Premiere in Baku seinen nie gefährdeten fünften Saisonsieg gefeiert. Zugleich erteilte er beim 8. von 21 WM-Rennen seinem Mercedes-Teamrivalen Lewis Hamilton (England) auf der schnellsten Stadtrundfahrt der Welt eine Lehrstunde in Sachen Professionalität.

Der in Monte Carlo lebende gebürtige Wiesbadener feierte seinen Start-Ziel-Erfolg beim Großen Preis von Europa vor Ferrari-Star Sebastian Vettel und dem Mexikaner Sergio Perez (Force India) mit einem beherzten Sprung in die freudestrahlende Schar seiner Mechaniker. Hamilton dagegen bezahlte den Preis für Startplatz zehn nach seinem Qualifying-Crash und Problemen beim Umgang mit Motor- und Elektronikproblemen mit Platz fünf. Rosberg ist dem Engländer im WM-Kampf wieder auf 24 Punkte enteilt.

"Es war ein perfektes Wochenende für mich", sagte Rosberg: "Alles ist super für mich gelaufen, vielen Dank an das gesamte Team. Ich konnte mit dem Auto machen, was ich wollte." Hamilton haderte: "Ich hatte keine Ahnung, was es war. Es gibt 16 verschiedene Motoreinstellungen und ungefähr 200 Einstellungen am Lenkrad. Ich habe nichts gemacht. Das Problem hat sich irgendwie von selbst gelöst." Wäre das früher passiert, hätte der Sieger der Rennen in Monaco und Kanada "vielleicht an der Show teilnehmen können". Enttäuscht schob er nach: "Aber so konnte ich nicht wirklich ein Rennen fahren."

Damit gab nicht Hamilton, der ohne spezielle Vorbereitung auf den Kurs angereist war, das Tempo an, sondern der vom Briten für seine Sicherheitsbedenken belächelte Rosberg. Dieser bekam das volle Lob von Team-Boss Niki Lauda. "Perfektes Rennen von Nico" sagte der Ex-Weltmeister und stellte den Unterschied an diesem Tag heraus: "Nico hat das früher verstellt, das war Kopf und Glück. Beim Lewis hat es einfach länger gedauert. Deswegen ist er vom Speed immer langsamer geworden. Lewis muss das Wochenende abhaken, Neustart in zwei Wochen in Spielberg."

Am ehesten folgen konnte Rosberg noch Vettel, der nach seinem zweiten Platz in Folge vollauf zufrieden war. "Ich weiß nicht, was Nico gemacht hat. Er ist einfach vorne weggezogen, ich hab ihn dann auch nicht mehr gesehen", sagte der Heppenheimer, der mit 96 Punkten seinen dritten Platz in der WM hinter Rosberg (141) und Hamilton (117) festigte: "Der zweite Platz ist mehr als das, was wir am Freitag erwarten konnten. Wir haben das Maximum rausgeholt."

Nico Hülkenberg (Emmerich), der wegen des Rennens in Baku seinen Titel bei den gleichzeitig stattfindenden 24 Stunden von Le Mans nicht verteidigen konnte, kam im Force India auf Rang neun ins Ziel. Formel-1-Neuling Pascal Wehrlein (Worndorf) schied im Manor wegen eines Bremsdefekts nach 41 Runden aus. Erstmals sah er in der Formel 1 nicht die Zielflagge.

Insgesamt brachte die Jungfernfahrt auf dem 6,003 km langen Kurs am Kaspischen Meer nicht die Dramatik, die nach dem Training und das Qualifying erwartet worden war. Am Samstag waren neben Hamilton auch Daniel Ricciardo (Australien) und Sergio Perez (Mexiko) spektakulär in der Mauer gelandet. Ein knappes Dutzend Fahrer verbremste sich zudem kapital. "Das ist endlich mal wieder ein Kurs, der die Männer von den Buben trennt", sagte Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko. Dies belegte auch der Geschwindigkeitsrekord von 378 km/h durch den Finnen Valtteri Bottas (Willams) im Qualifying. Die alte Rekordmarke hatte 2004 der Brasilianer Antonio Pizzonia ebenfalls im Williams aufgestellt (369,6).

(sid)
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