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Spionage-Affäre geht weiter: Alonso distanziert sich von McLaren

zuletzt aktualisiert: 10.10.2007 - 13:58

Rom (RPO). Das Urteil ist gesprochen, doch die Spionage-Affäre beschäftigt weiter die Formel 1 und Gerichte. Nachdem am Dienstag bereits Weltmeister Fernando Alonso in Italien vernommen wurde, plant die Staatsanwaltschaft in Modena weitere Befragungen.

Abschied: Fernando Alonso verlässt McLaren-Mercedes nach einer turbulenten Saison. Foto: AFP, AFP

Auch Alonsos McLaren-Mercedes-Teamkollege Lewis Hamilton und der spanische Silberpfeil-Testfahrer Pedro de la Rosa sollen bald vernommen werden, berichtete die italienische Sporttageszeitung Gazzetta dello Sport am Mittwoch.

Die Staatsanwaltschaft Modena hatte im Zuge des Skandals Ermittlungen gegen Teamchef Ron Dennis und zwei weitere, namentlich nicht genannte Teammitglieder wegen Betruges, Verletzung von Industriegeheimnissen und Unterschlagung aufgenommen.

Das juristische Nachspiel platzt nun mitten in die spannende Titel-Entscheidung. Vor dem WM-Finale am 21. Oktober in Sao Paulo dürfen sich noch drei Fahrer Hoffnungen auf die WM-Krone machen. Noch führt Neuling Hamilton, der durch seinen Ausfall zuletzt in Schanghai den ersten Matchball vergeben hatte, mit vier Punkten Vorsprung vor dem Spanier Alonso.

Weitere drei Zähler zurück folgt Kimi Räikkönen (Finnland) im Ferrari. Sollte der 22-jährige Brite Hamilton den Showdown in Brasilien gewinnen, wäre er jüngster Weltmeister der Formel-1-Geschichte.

McLaren-Mercedes war bereits zuvor vom Automobil-Weltverband FIA zu der Rekord-Geldstrafe von 100 Millionen Dollar verurteilt worden, außerdem hatte man das Team von der Konstrukteurswertung ausgeschlossen.

Alonso und sein Teamkollege de la Rosa hatten die von Ferrari zu McLaren geflossenen Informationen per E-Mail ausgetauscht. Den beiden Fahrern war von der FIA allerdings Immunität gewährt worden.

Alonso wurde am Dienstag über drei Stunden befragt. "Alonso ist nur als Zeuge vorgeladen worden", berichtete danach der ermittelnde Staatsanwalt Giuseppe Tibis, der die heikle Untersuchung um die Spionage-Affäre führt.

Alonso wurde in Anwesenheit seiner spanischen und italienischen Rechtsanwälte befragt. Indiskretionen zufolge distanzierte sich der Spanier von McLaren. Er habe zwar gewusst, dass Informationen über die Ferrari-Boliden in Besitz von McLaren geraten waren, er habe aber nicht gewusst, dass es sich um Industrie-Spionage gehandelt habe, sagte Alonso.

Laut Gazzetta will Tibis die Eröffnung eines Strafverfahrens gegen den entlassenen Chefmechaniker von Ferrari, Nigel Stepney, beantragen, der McLaren die geheimen Informationen weitergegeben haben soll.

Stepney soll von Tibis in den nächsten Tagen befragt werden. Die Untersuchung um den Fall könnte bis Dezember abgeschlossen werden, berichtete die Gazzetta.

Quelle: sid

 
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