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Fernando Alonso panorama ap 2009
  Foto: AP, AP
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Freude über Schumi-Comeback: Alonso: "Ohne Michael hat etwas gefehlt"

zuletzt aktualisiert: 14.01.2010 - 14:14

Madonna di Campiglio (RPO). Einst schickte Fernando Alonso Rekord-Weltmeister Michael Schumacher in die (vorübergehende) sportliche Rente, doch nach drei enttäuschenden Jahren ohne den Lieblingsgegner freut er sich ausgelassen auf dessen Comeback.

"Als Michael weggegangen ist, fehlte etwas in der Formel 1. Und mir fehlte die Motivation, meinen größten Rivalen schlagen", sagte der Spanier bei seiner Vorstellung als neuer Ferrari-Pilot. 2005 und 2006 hatte Alonso den WM-Titel in der Formel 1 gewonnen, nach der zweiten Niederlage gegen den Spanier beendete Schumacher seine Karriere.

Alonso sieht den 41-Jährigen aber gleich 2010 wieder als ernsthaften Rivalen im Kampf um die WM-Krone. "Ich habe großen Respekt vor allen Fahrern, aber vor allem vor Schumacher", sagte er: "Michael weiß genau, was er tut. Er ist in der Lage, um Siege zu fahren. Er hat das nicht verlernt. Im Gegenteil: Vielleicht hat sich sein Körper von dem Stress erholt und ist jetzt leistungsfähiger. Für die Formel 1 ist Schumachers Rückkehr gut."

Der Meinung von Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali, Alonso könne Schumacher schlagen, schloss der Spanier sich aber mit einem spitzbübischen Lächeln an. "Wenn der Chef das sagt, sage ich das auch. Was der Chef sagt, ist richtig", sagte er: "Die Motivation ist groß. Ich bin guter Dinge, aber das Auto muss noch weiterentwickelt werden."

Nach einem schweren Jahr bei McLaren-Mercedes 2007 und der wenig erfolgreichen Rückkehr zu Renault mit der "Crashgate-Affäre" um den früheren Teamchef Flavio Briatore als Tiefpunkt fühlt sich der 28-jährige Alonso bei Ferrari endlich wieder im richtigen Umfeld.

"Wir sind eine große Familie", sagte er und setzte zu einer Lobrede an, die weit über die üblichen Liebeserklärungen der meisten neuen Fahrer hinausging. Bei Ferrari zu sein, sei "wie ein warmer Mantel. Ich bin hier von Liebe umgeben. Ferrari ist mehr als ein Team, Ferrari ist richtige Formel 1. Ich habe immer davon geträumt, einen Ferrari zu fahren, denn die Legende vom Pferdchen hat mich immer fasziniert. Das war eines der wichtigsten Ziele in meinem Leben, und nun habe ich es erreicht."

Deshalb versprach Alonso vor dem ersten Rennen in Rot sogar schon, seine Karriere bei der Scuderia beenden zu wollen. "Ich denke, das wird mein letztes Team sein", sagte er und sieht einen Rücktritt offenbar in nicht allzu weiter Ferne: "Ich will nicht ewig Formel 1 fahren, sondern auch mal ein anderes Leben führen."

In seinem jetzigen Leben sei er bei einem Team, "in dem man miteinander spricht und sich in die Augen schaut. Bei anderen Teams habe ich Mails geschrieben an Leute, die zehn Meter wegsaßen." Dies bezieht er offensichtlich auf das Jahr bei McLaren-Mercedes, wo er sich nicht wohlfühlte und als WM-Dritter hinter seinem Teamkollegen, dem damaligen Neuling und späteren Weltmeister Lewis Hamilton (Großbritannien), landete.

Dieser feixt noch heute, er habe Alonso damals "schön verblasen". Damit konfrontiert reagierte der Spanier erstaunlich gelassen. "Ich kann nicht auf alles antworten, was Hamilton sagt", meinte er: "Er versucht dauernd, sich mit mir anzulegen. Aber dieses Anfeinden bringt doch nichts."

Doch eine Narbe von damals ist geblieben. Die, dass er - als Weltmeister der beiden vorangegangen Jahre verpflichtet - bald nur noch die Nummer zwei hinter einem Neuling war. In diese Rolle will er bei Ferrari an der Seite des früheren Vize-Weltmeisters Felipe Massa (Brasilien) unter keinen Umständen mehr rutschen. "Ich sage nicht, ich will die Nummer eins sein, und fordere keine Sonderrechte", sagte Alonso zunächst artig und beendete seine Liebeserklärung dann doch mit einer Kampfansage an den Kollegen: "Aber ganz sicher will ich nicht die Nummer zwei sein wie 2007."

Quelle: SID/can

 
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