Spekulationen in der Formel 1: Bahrain-Verlegung wohl schon beschlossen
zuletzt aktualisiert: 21.02.2011 - 12:16Manama (RPO). Bernie Ecclestone hat die Verantwortung ans Königshaus weitergereicht, und das hatte seine Entscheidung offenbar schon vor dem Treffen aller Parteien am Montagabend gefällt: Der Auftakt der Formel-1-WM 2011 wird verschoben.
Wie die Zeitung "Gulf News" berichtet, soll das ursprünglich für den 13. März angesetzte Rennen in Bahrain wegen der politischen Unruhen in dem Königreich am Persischen Golf auf November verlegt werden.
Bahrain wäre in dem Fall das dritt- oder vorletzte Saisonrennen, das Finale soll nach wie vor am 27. November in Brasilien stattfinden. Logistisch wäre das möglich, da am 13. November das Rennen im nahegelegenen Abu Dhabi ausgetragen wird und das erste und dritte November-Wochenende bisher rennfrei sind.
Tragbarer Kompromiss
Eine Verschiebung wäre wohl auch für Formel-1-Boss Ecclestone ein tragbarer Kompromiss, nachdem er sich in Bezug auf eine Absage zunächst abwartend geäußert hatte. "Vielleicht können wir das Rennen auch auf einen späteren Zeitpunkt in der Saison verlegen", hatte Ecclestone am Sonntag verlauten lassen.
Der gewiefte Brite hatte zuvor bereits verkündet, der Kronprinz solle die Entscheidung über die Durchführung des Rennens fällen und sich damit gleich doppelt auf die sichere Seite begeben. Zum einen müsste das Königshaus für mögliche Schäden im Falle einer Austragung aufkommen. Und im Falle einer Absage müsste Bahrain das Startgeld in Höhe von 35 Millionen Dollar - von denen die Hälfte an die Teams geht - dennoch bezahlen. Die beiden GP2-Rennen am vergangenen Wochenende waren bereits abgesagt worden.
Derweil kursierten bereits am Sonntagabend und Montagabend zahlreiche Gerüchte. So soll Norbert Vettel, Vater von Weltmeister Sebastian Vettel, seinen Flug nach Bahrain bereits storniert haben. Ein Rennstall, angeblich Ferrari, habe einen entsprechenden Passus in den Verträgen, nach dem Teammitglieder die Reise nach Bahrain verweigern könnten. Auch ein Aufruf der Gewerkschaften zum Reiseverzicht galt als möglich. In Deutschland und England haben die Auswärtigen Ämter bereits von Reisen in die Region abgeraten, darauf könnten sich Angestellte zahlreicher Rennställe berufen.
Die Fachzeitschrift auto, motor und sport machte zudem auf eine weitere Gefahr aufmerksam: Sollte der Formel-1-Tross überhaupt die Reise nach Bahrain antreten, könnte die Fracht leicht blockiert werden. Dann seien möglicherweise sogar die nächsten Rennen in Australien - das am 27. März zum Auftakt werden würde - Malaysia und China gefährdet.
Sicherheit geht vor
Im Paddock glaubt jedenfalls kaum einer daran, dass sich die Lage in Bahrain so deutlich verbessert, dass eine Reise bedenkenlos wäre. "Die Erfahrung bei ähnlichen Ereignissen in anderen Ländern zeigt, dass es meistens schlimmer als besser wird", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug und ergänzte: "Die Sicherheit unserer Angestellten ist das Wichtigste."
Auch Renault-Pilot Nick Heidfeld würde eine Absage befürworten. "Die Bilder aus Bahrain sind schon erschreckend. Wenn es nicht sicher ist, will ich da nicht fahren", sagte er. Weltmeister Vettel drückte sich diplomatisch aus: "Es ist ganz einfach. Wenn es gefährlich ist, werden wir nicht fahren. Wenn es nicht gefährlich ist, fahren wir."
Auf die Testfahrten vom 3. bis 6. März in Bahrain hat Ecclestone dagegen keinen Einfluss. Die Entscheidung darüber obliegt alleine der Teamvereinigung FOTA. Eine Verschiebung ist derzeit sehr wahrscheinlich: Entweder zum bisher geplanten Termin in Barcelona oder eine Woche später in Jerez.
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