"Es gibt keine Nummer eins oder Nummer zwei": Berger: Keine Stallorder für Schumacher und Montoya
zuletzt aktualisiert: 20.11.2001 - 15:48Neuss (rpo). Ralf Schumacher und Juan Montoya werden sich auch im nächsten Jahr einen teaminternen Zweikampf liefern. "Unser Ziel ist es, dem Duell so lange freien Lauf zu lassen, bis es für das Team nicht mehr tragbar ist oder Nachteile bringt", sagte BMW-Motorsportdirektor Gerhard Berger.
In einem Interview mit der Fachzeitung Motorsport aktuell sagte Berger weiter: "Es gibt keine Nummer eins oder Nummer zwei bei uns. Wir haben zwei ähnlich starke Fahrer, die das gleiche Material kriegen."
Auch Bergers BMW-Kollege Mario Theissen hält nichts von einer Teamorder. "Wir müssen nur sicherstellen, dass die Zusammenarbeit so klappt wie in diesem Jahr. Ich kann mich über nichts beklagen", meinte Theissen: "Die beiden sind Profis. Sie wissen, dass es neben ihrem eigenen Erfolg auch um den Erfolg des Teams insgesamt geht."
In der abgelaufenen Saison hatten sich Schumacher und Formel-1-Newcomer Montoya mit einer persönlichen Rivalität immer wieder angestachelt. "Schumi II" holte die ersten drei Siege und die erste Pole Position seiner Karriere, Montoya gewann einmal und stand dreimal auf Startplatz eins. "Die Rivalität zwischen Juan und mir hat nie in einer Kollision geendet. Wir haben das gleiche Ziel vor Augen. Wir wollen das Team nach vorne bringen", sagte Schumacher der Kerpener in Motorsport aktuell: "An einem GP-Wochenende arbeiten wir zusammen. Privat pflegen wir keinen Kontakt. Ich sehe darin nichts Außergewöhnliches."
Wenn ein Team um die Weltmeisterschaft kämpfe, könne es besser sein, sich auf einen Fahrer zu konzentrieren. "In manchen Fällen ist es richtig, eine Nummer eins zu definieren - so wie Michael bei Ferrari. Bei uns ist eine solche Rollenverteilung noch nicht nötig", meinte der 26-jährige "Schumi II".
Dass Montoya vor allem in der zweiten Saisonhälfte besser in Schwung kam, erklärte Schumacher mit einem Reifeprozess seines Teamkollegen: "Die Niederlagen zu Beginn der Saison haben sich positiv auf Juan ausgewirkt. Er hat eingesehen, dass das Leben in der Formel 1 nicht so einfach ist, wie er es sich vorgestellt hat."
Allerdings hat "Schumi II" im Laufe der Saison eine große Sympathie von Teamchef Frank Williams für Montoya festgestellt. "Ich weiß nicht exakt, weshalb, aber Frank und Montoya stehen sich näher. Frank liebt Juan", sagte Schumacher: "Das hat die Stimmung im Team aber nie beeinträchtigt. Montoya ist neu zu uns gestoßen. Vielleicht genießt er deshalb mehr Aufmerksamkeit."
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