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Formel 1
Bernie Ecclestones skurrile Ideen

Mexiko-Stadt. Seit über 40 Jahren ist der Brite der Chefvermarkter der Formel 1. Sein Anliegen: künstlich die Spannung erhöhen.

Die Formel 1 ist auch eine Ideenbörse. Manchmal etwas verrückt, manchmal durchaus durchdacht. Immer wieder gibt es neue Vorschläge, wie man die Rennen spannender machen könnte. Vor allem Bernie Ecclestone ist da eifrig.

Seit mehr als 40 Jahren leitet Ecclestone, der vor drei Tagen seinen 86. Geburtstag feierte, die Geschicke der Formel 1. An Ideen - gerne auch irrwitzig klingenden und provokanten - hat es ihm nie gemangelt. 2003 zum Beispiel fabulierte der ehemalige Brabham-Teamchef (in einem Formel-1-Auto absolvierte er nur drei Trainingsrunden in Monte Carlo im Jahr 1958) von einem neuen ungewöhnlichen Qualifikationsformat. "Ich würde es gerne sehen, wenn die zehn Schnellsten der Qualifikation per Lotterie für die Startaufstellung gewählt werden", sagte der frühere Gebrauchtwagenhändler. Dann hätten gleich zehn Fahrer die Chance auf die begehrte Pole Position.

Oder das Jahr 2011. Damals grübelte Ecclestone über die künstliche Bewässerung der Rennstrecken durch Sprinkleranlagen. "Wir hatten immer die spannendsten Grand Prix, wenn es nass war. Lasst uns also mal darüber nachdenken, es regnen zu lassen", schlug er vor. Wann die Bewässerung einsetze und wie stark sie sei, sollten die Fahrer aus Gründen der Spannung aber nicht erfahren. "Nein und nochmals nein", sagte Sebastian Vettels damaliger Red-Bull-Teamkollege Mark Webber zu diesem Vorstoß. Aus allen diesen Vorhaben wurde am Ende - nichts.

Vor dem Großen Preis von Mexiko brachte Ecclestone den Bau von 40 Zentimeter niedrigen Mauern um die Kurven auf den Rennstrecken ins Gespräch, um den Risikofaktor zu erhöhen. Dadurch würde man die Piloten disziplinieren, die Streckenbegrenzung einzuhalten. Zudem würde der Nervenkitzel wachsen. Red-Bull-Mann Daniel Ricciardo fand an der kontroversen Vorstellung Gefallen. "Es ist schwierig, weil wir immer über Sicherheit reden", meinte der Australier. "Aber ich denke, dass Mauern ziemlich gut sind." Dadurch würden Piloten für ihre Fahrfehler bestraft. Force-India-Mann Sergio Pérez hält davon nichts. "Es gibt so viele andere Bereiche, in denen wir den Sport verbessern können, bevor wir anfangen, die Sicherheit zu riskieren", sagte der Mexikaner. "Wir können die Strecken definitiv ein bisschen anspruchsvoller für die Fahrer machen." Als Sanktionierung für Fahrfehler schlug er mehr Kiesbetten vor, da man dort Zeit verliere.

Auf der Suche nach jungen Fans schlug McLaren-Pilot Jenson Button eine Verkürzung der Rennen vor. "Sie für etwas zu begeistern, das eineinhalb Stunden dauert, ist schwierig. Die Leute haben eine kurze Aufmerksamkeitsspanne", meinte der Weltmeister von 2009. "Wir sind einfach wie Kinder, die nicht lange still sitzen können. Wir müssen uns bewegen, irgendetwas machen." Das Problem: Rennen, die über 90 Minuten langweilig sind, werden auch durch eine Portionierung nicht unbedingt spannender. Interessant dürfte das kommende Jahr werden durch die technische Reform, die Flügel und Reifen der Autos breiter machen und der Aerodynamik mehr Gewicht bringt.

(dpa/RP)
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