Sebastian Vettel hat die Formel-1-Saison 2011 überstrahlt. Im Schatten des Weltmeisters gab es aber auch jede Menge Kurioses, Peinliches und Merkwürdiges. Wir fassen die Tops und Flops des Jahres zusammen.
Fahrer des Jahres: SEBASTIAN VETTEL
Vier Rennen vor dem Saisonende krönte sich der 24-Jährige in Japan zum jüngsten Doppel-Weltmeister der Formel 1. Schon lange hat kein Fahrer die Gegner derart dominiert wie "Super Seb". Zum Abschluss gab's in Sao Paulo noch die historische 15. Pole Position. Trotz des Rummels ist der Red-Bull-Pilot, der ohne Manager über die Runden kommt, mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben.
Jubilar des Jahres: MICHAEL SCHUMACHER
Wie die Zeit vergeht. Michael Schumacher erlebte in Spa sein 20. Dienstjubiläum. Und zur Feier des Tages legte der Rekord-Weltmeister ein Rennen hin, das an bessere Zeiten erinnerte. Vom Ende des Feldes raste der Mercedes-Star bis auf Platz fünf nach vorne.
Foto: afp, DIMITAR DILKOFF
Rambo des Jahres: LEWIS HAMILTON
Kein Erfolg, Freundin weg und Krach mit dem Vater. Das war offenbar zu viel für Lewis Hamilton. Da wurde der Brite zum Pisten-Rambo. Vor allem Felipe Massas Ferrari wurde zum roten Tuch. Mehrfach rauschte Hamilton dem Brasilianer völlig ungestüm ins Auto. Dazu kam noch eine verbale Entgleisung: Hamilton meinte doch allen Ernstes, die Sportkommissare hätten ihn nur wegen seiner dunklen Hautfarbe bestraft.
Rauswurf des Jahres: NICK HEIDFELD
Zu langsam, keine Perspektive: Da gab das Renault-Team Nick Heidfeld vor dem Rennen in Belgien den Laufpass. In der Formel 1 sind für den Mönchengladbacher die Türen zu. Letzte Hoffnung ist ein DTM-Cockpit bei Mercedes.
Rennen des Jahres: MONTREAL
Mehr als vier Stunden brauchte Jenson Button, dann stand der Brite als Sieger des längsten Rennens der Formel-1-Geschichte fest. Der Grund: Wegen sintflutartiger Regenfälle standen die Räder beim Kanada-Grand-Prix für gut zwei Stunden still.
Sorgenkind des Jahres: NÜRBURGRING
Ausgerechnet auf der Traditionsrennstrecke in der Eifel gehen die Lichter aus. Schulden über Schulden. Ohne ein Entgegenkommen von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone können sich die Streckenbetreiber die Königsklasse des Motorsports in Zukunft nicht mehr leisten. Aber zum Glück ist Hockenheim 2012 erst mal an der Reihe. Vielleicht kommt bis dahin ja ein Scheich aus der Wüste und rettet den Nürburgring.
Unfall des Jahres: ROBERT KUBICA
Ist er nun ein Glückskind oder ein Pechvogel? Robert Kubica überlebte schwer verletzt einen Rallye-Unfall in der Winterpause, doch seine Formel-1-Karriere scheint beendet. Der Pole teilte unmittelbar vor dem Saisonfinale in Brasilien mit, dass er 2012 körperlich nicht in der Lage sei, ein Rennen zu fahren. Die rechte Hand, die um ein Haar amputiert werden musste, soll ein weiteres Mal operiert werden. Kubica hofft dennoch auf ein Comeback 2013.
Zeuge des Jahres: BERNIE ECCLESTONE
Vor wenigen Wochen musste Bernie Ecclestone im Schmiergeldprozess um den früheren BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky vor dem Münchner Landgericht aussagen. Gribkowsky ist angeklagt, bei dem Verkauf der Formel-1-Anteile der Bayerischen Landesbank rund 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld von Ecclestone kassiert zu haben. Nach München will Ecclestone trotzdem zurückkommen: "Aber nur noch zum Oktoberfest."