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Michael Schumacher Ross Brawn ap 2009 panorama
  Foto: AP, AP
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Formel-1-Comeback: Brawn und Schumi - die perfekte Ehe

VON CHRISTIAN KURTH - zuletzt aktualisiert: 23.12.2009 - 18:56

Düsseldorf (RPO). Michael Schumacher, erfolgreichster Pilot aller Zeiten, feiert 2010 sein Comeback. Im neuen Team Mercedes Grand Prix, das aus der Übernahme von Brawn-GP entstanden ist, will Schumacher noch einmal Weltmeister werden. Die Voraussetzungen dafür soll Brawn schaffen, er baut den neuen Silberpfeil. Im Grunde ist alles genau so, wie es immer war.

Eines hat Ross Brawn Michael Schumacher voraus: Das Superhirn der Formel 1 ist bereits mit drei verschiedenen Teams Weltmeister geworden, Schumacher nur mit zweien. Doch nun kann der Kerpener diesen Makel beseitigen, denn er kehrt in die Königsklasse des Motorsports zurück – zurück zu seinem kongenialen Partner.

Rückblende: Brawn und Schumacher lernen sich 1990 kennen. "Damals fuhr er noch für Mercedes, und ich arbeitete für Jaguar. Egal mit welchem Fahrer, unser Jaguar war immer eine Sekunde schneller. Als aber Michael in den Mercedes stieg, hängten sie uns plötzlich ab. Von da an wusste ich: Michael ist etwas Besonderes", erinnert sich Brawn. Zwei Jahre später arbeiten sie erstmals zusammen. Aus dem unterlegenen Benetton-Team entsteht in nur 24 Monaten ein Weltmeister-Auto, Schumachers erster von sieben Titeln.

Der Beginn: Während Schumacher bereits als Rennfahrer der Zukunft gilt, arbeitet Brawn noch an seinem Ruf. Mit seinen 40 Jahren ist er ein erfahrener technischer Direktor. Schließlich war der Brite mit 22 Jahren in die Formel 1 gekommen. Der studierte Messtechniker arbeitete bei March an Fräsmaschinen, anschließend schleppte er Reifen. Ein Jahr darauf wurde er Aerodynamiker im Windkanal von Williams. Noch einige Jahre später baute Brawn für das Sportwagen-Team von Jaguar seine ersten Weltmeister-Autos. Eine gute Lehrzeit.

1995 verteidigen Schumacher und Brawn mit Benetton den Weltmeistertitel. Von da an genießt auch "der große Bär" das Dasein als Superstar, denn mehr als einmal verhelfen die ausgeklügelten Taktiken des Suphirns dem unterlegen Benetton und Michael Schumacher zum Sieg. Sein Name ist nun fest verbunden mit den Erfolgen Schumachers.

Der Rennfahrer aber sucht 1996 eine neue Herausforderung, wechselt für die Rekordgage von 40 Millionen Mark zu Ferrari. Doch es läuft nicht rund. Drei Siegen stehen im ersten Ferrari-Jahr sieben Ausfälle gegenüber. In der Gesamtwertung springt der dritte Platz heraus. Brawn folgt Schumacher 1997 zu Ferrari. Zunächst reicht es bei den Roten nur für Vize-Weltmeisterschaften. Im Jahr 2000 ist es soweit. In Suzuka gewinnt Schumacher als erster Ferrari-Pilot seit Jody Scheckter (1979) die Fahrer-Krone.

Bis 2006 sammelt die Kombination Brawn/Schumacher vier weitere Fahrer-Titel. Schumacher gilt als schnellster Pilot, Brawn baut die Siegerautos und erarbeitet die richtigen Taktiken. Als eine seiner größten Leistungen gilt die Ausarbeitung der Rennstrategie beim Großen Preis von Frankreich 2004, als er Schumacher trotz einer bis dahin nicht praktizierten Vier-Stopp-Strategie zum Triumph verhilft. Unvergessen auch das Kommando beim Großen Preis von Ungarn 1998, als er den Ferrari-Star anweist, in 18 Runden mehr als 20 Sekunden Vorsprung herauszufahren, um nach dem Boxenstopp in Führung zu bleiben.

Das vorläufige Ende: Als Schumacher seine Karriere beendet, nimmt sich Brawn ein Jahr Auszeit, ehe er bei Honda einsteigt. Ein Jahr später übernimmt er das Team für den Preis von einem britischen Pfund. Brawn-GP holt Fahrer- und Konstrukteurstitel.

Das Comeback: Ende 2009 kauft Mercedes 75 Prozent von Brawn. Der Kreis schließt sich. Erst sind es Gerüchte, doch am späten Abend des 22. Dezember steht fest: Michael Schumacher gibt 2010 sein Comeback in einem Silberpfeil. Sein Teamchef ist wieder Ross Brawn.

"Ich möchte gar nicht leugnen, dass mich die Vorstellung eines deutschen Teams in der Formel 1 extrem reizt - ich glaube, das würde jedem deutschen Rennfahrer so gehen", sagte der siebenmalige Weltmeister, den vor allem die "unvorhersehbare Kombination" aus seinem alten Freund und seinen einstigen Förderern von Mercedes zurück in die Formel 1 gelockt hat: "Es hätte kein anderes Team gegeben, dass ich ernsthaft in Erwägung gezogen hätte."

Brawn hat als künftiger Mercedes-Teamchef keine Zweifel daran, dass sein Lieblingsschüler an alte Leistungen anknüpfen wird. "Michael kann sich selbst am besten einschätzen, ich vertraue ihm da völlig. Und ich bin sehr zuversichtlich, dass er einen guten Job machen wird."

Gute Aussichten für eine Fortsetzung der Erfolgsgeschichte. Brawn und Schumi - eine perfekte Ehe.


 
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