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Brazil F1 GP Auto Racing
  Foto: dapd, Victor Caivano
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Formel-1-Finale in Brasilien: Das große Duell geht in die letzte Runde

VON ROBERT PETERS - zuletzt aktualisiert: 25.11.2012 - 10:25

Sao Paulo (RP). Beim Saisonfinale der Formel 1 in Brasilien kämpfen Titelverteidiger Sebastian Vettel und Fernando Alonso um die Weltmeisterschaft. Beide können zum dritten Mal den Titel gewinnen. Im Training war der Deutsche besser.

Michael Schumacher hat schon einmal in Brasilien Abschied von der Formel 1 genommen. Das war 2006. Diesmal ist es ein Abschied für immer. Der mit sieben Weltmeistertiteln erfolgreichste Rennfahrer aller Zeiten verlässt im stolzen Alter von 43 Jahren die Fahrerbühne. Die Hauptperson ist er Sonntag im Rennen (17 Uhr/Live-Ticker) aber nicht. Der Routinier steht längst im Schatten seiner Erben. Sebastian Vettel und Fernando Alonso machen den Titel unter sich aus.

Einer wird zum dritten Mal Weltmeister

Der Deutsche geht mit einem Vorsprung von 13 Punkten in die letzten Runden der Saison. Er kann wie der Spanier zum dritten Mal Weltmeister werden. Nicht nur seine Fans sind überzeugt davon, dass der Heppenheimer nach der Triumphfahrt der vergangenen Saison, in der er ohne echte Konkurrenz war, erneut ganz oben auf dem Siegertreppchen stehen wird. Er scheint das überlegene Material und das bessere Auto zur Verfügung zu haben. Die Erfolge im letzten Drittel der Rennsaison sprechen eine eindeutige Sprache.

Sein Hauptkonkurrent Alonso wird nicht müde, die technischen Vorteile des Red-Bull-Boliden zu rühmen. Das tut er selbstverständlich nicht ohne Absicht. Der Spanier unterstellt damit, dass Vettel Nutznießer des Material-Vorsprungs sei. Und er muss nicht einmal mehr sagen, dass er sich für den besseren Fahrer hält, dem nur das richtige Auto fehlt. Man hört es auch so.

"Alonso jammert auf hohem Niveau"

Vettels Vorgesetzte im Rennstall Red Bull wollen davon nichts wissen. Helmut Marko, der Motorsportchef im Unternehmen, findet, dass Alonso sich zu Unrecht über Nachteile beklagt. "Der Ferrari", sagt Marko in der "Auto Bild Motorsport", "ist nicht so schlecht, wie ihn alle immer machen. Fernando hat vielleicht nicht immer das schnellste Auto gehabt, aber über die Saison hinweg ein sehr gutes. Wenn er sagt, er kämpfe mit stumpfen Waffen, ist das Jammern auf sehr, sehr hohem Niveau."

Und damit ist es auch Alonso mal mitbekommt, betont Marko: "Sebastian Vettel hat als Fahrer immer weniger Schwächen. Je mehr Routine er hat, desto mehr Sicherheit bekommt er. Mit weniger Risiko fährt er heute materialschonender und dabei genauso schnell wie früher."

Alonso twittert Samurai-Weisheiten

Natürlich wird Alonso den Kampf um seinen dritten Titel nicht vorzeitig aufgeben. Das hat er bei seiner liebsten Freizeitbeschäftigung, dem hingebungsvollen Twittern im Internet, verraten. In jüngster Zeit zitiert er gern die Weisheiten der Samurai-Kämpfer aus dem vorindustriellen Japan. Sie haben es ihm besonders angetan. "Wir können nicht umkehren", zwitscherte er vor dem Saisonfinale, "wir kämpfen lieber, als das wir die Ehre verlieren, weil wir es nicht getan haben."

Das klingt ein bisschen zahmer als die Botschaft, die er Ende Oktober nach dem Rennen in Indien in die Welt setzte. Sie lautete: "Wenn das Schwert bricht, kämpfe mit der Hand. Wenn sie dir deine Hände abhacken, schlag deinen Feind mit deiner Schulter, wenn es sein muss mit den Zähnen."

Alonso mit Tee und Futon?

Er ist schon ein ziemlich unerbittliches Kerlchen, der Fernando Alonso. Aber er kann es auch eine Tonlage milder. In Abu Dhabi, beim Rennen nach dem Großen Preis von Indien, bemühte er erneut sein Buch mit Samurai-Sprüchen. Diesmal twitterte der Spanier: "Ein Samurai arbeitet ohne Unterlass, ohne Ermüdung und ohne sich auch nur im Geringsten entmutigen zu lassen, bevor er sein Ziel erreicht hat."

Man kann sich gut vorstellen, in welcher inspirierenden Umgebung der Wahl-Japaner Alonso derart grundlegende Sinnsprüche in die Tastatur seines Computers eingibt. Vermutlich sitzt er vor einem Schälchen Tee auf seinem Futon. Dabei trägt er ganz sicher einen Kimono. Und aus der sündhaft teuren Musikanlage sickern ausgewählte Gong-Töne. Irgendwo in der Ecke steht sein Schwert.

Quelle: RP/seeg/spol/can/csr


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