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Formel 1
Der Gegner im eigenen Team

Formel 1: Der Gegner im eigenen Team
Nico Rosberg (l.) und Michael Schumacher starten künftig gemeinsam für Mercedes. FOTO: DAPD, APN
Düsseldorf (RP). Schumacher gegen Rosberg, Vettel gegen Webber, Button gegen Hamilton: In der Formel 1 tobt der Kampf um den Weltmeistertitel innerhalb der Teams. Noch ist die Rangordnung nicht abgesichert. Von Eckhard Czekalla

Sie lächeln gemeinsam, wenn das Auto präsentiert wird. Sie loben gemeinsam die Arbeit des Teams. Sie versuchen gemeinsam, bei den Tests das Produkt zu optimieren. Doch Formel-1-Weltmeister kann nur einer werden. "An einem gewissen Punkt wird sich einer der beiden etwas unwohl fühlen, weil er vom anderen geschlagen wird", sagt Martin Withmarsh. Der Teamchef von McLaren-Mercedes hat in der der am Sonntag (13 Uhr/Live-Ticker) in Bahrain beginnenden Saison gleich zwei Weltmeister als Fahrer – den aktuellen (Jenson Button) und dessen Vorgänger (Lewis Hamilton).

Reizvolle Duelle

Auch wenn es eine Konstrukteurs-WM gibt, so macht doch der Kampf der Piloten die Rennserie populär. Und der findet zuerst im eigenen Rennstall statt: Der zurückgekehrte "Renn-Opa" Michael Schumacher (41) gegen den 17 Jahre jüngeren Nico Rosberg bei Mercedes. Der nicht nur mit perfekten Italienisch-Kenntnissen punktende Spanier Fernando Alonso (28) gegen den Brasilianer Felipe Massa (28), den bei Ferrari alle lieben. Aufsteiger Sebastian Vettel (22), der sich nach Platz zwei steigern will, gegen den australischen Routinier Mark Webber (33) bei Red Bull. Und bei McLaren das englische Duell Button (30) gegen Hamilton (25), der sich 2007 mit Alonso ein von Eifersüchteleien und Streitigkeiten geprägten Kampf geliefert hatte.

Der neue Champion wird wohl aus einem dieser vier Teams kommen. Eine Überraschung wie vor einem Jahr, als der Honda-Nachfolger Brawn GP, der nun Mercedes heißt, auch dank cleverer Auslegung des Reglements (Doppeldiffusor) sich den Vorteil verschaffte, den er mit Mühe noch zum Gewinn beider Titel nutzen konnten, wird es nicht geben. "Im richtigen Auto können viele Weltmeister werden. Aber wer das richtige hat, kann man erst nach zwei, drei Rennen sagen", betont Bernie Ecclestone, der Boss der Formel 1, die selten so attraktive teaminterne Duelle hatte.

Sind die Rivalen schneller, kann immer noch das Auto als Entschuldigung dienen. Ist aber der Teamkollege besser, dann hat der Fahrer ein Problem. Den Kollegen muss man besiegen, damit das Team die Rangordnung versteht. Michael Schumacher, so heißt es, hatte sich bei Ferrari den Status der Nummer 1 vertraglich zusichern lassen.

Schumachers Schatten

Ex-Kollege Rubens Barrichello (37) ist überzeugt, dass er nie eine faire Chance hatte. Ob Nelson Piquet, Martin Brundle, Jos Verstappen, Eddie Irvine, Barrichello oder Massa – alle standen im Schatten von Schumacher, der neben Talent, Ehrgeiz, technischem Verständnis auch die Fähigkeit hat(te), ein Team zu motivieren, Menschen mitzureißen, sie zu begeistern, sie für sich einzunehmen. Und auch wenn das Material gleich ist, so gibt es im Rennen immer eine perfekte und eine "zweite" Strategie, wenngleich deren Bedeutung durch den Wegfall der Tankstopps gesunken ist.

Nun also versucht es Rosberg. Er gilt als einer der Besten in der Szene und nimmt es nun mit dem Erfolgreichsten aller Zeiten auf, der erst verpflichtet wurde, nachdem Rosbergs Wechsel von Williams zu Mercedes perfekt war. "Es ist doch toll, wenn ich vom Besten lernen kann", sagt Rosberg, der überzeugt ist, dass man auch auf ihn hören wird, denn "Michael ist immerhin drei Jahre keine Rennen mehr gefahren."

Norbert Haug sieht beide Fahrer auf Augenhöhe. "Ich kann nicht sagen, wer die Nase vorn haben wird", sagt der Mercedes-Sportchef. "Die Saison ist lang, und der Kampf wird hart. Keine Frage. Aber ich liebe diesen Kampf. Genau deshalb bin ich zurückgekommen", erklärt Schumacher.

Quelle: RP
 
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