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Pleiten, Pech und Pannen
Kapitaler Fehlstart für Weltmeister Hamilton

Lewis Hamilton: Doppel-Weltmeister, Scherzinger-Freund, Mercedes-Pilot
Lewis Hamilton: Doppel-Weltmeister, Scherzinger-Freund, Mercedes-Pilot FOTO: dpa, Thomas Frey
Lewis Hamilton hat einen klassischen Fehlstart in die Saison hingelegt, auch in China lief alles gegen ihn - dennoch bleibt der Titelverteidiger cool.

Lewis Hamilton hatte allen Grund, stinksauer zu sein, doch nach seiner Serie von Pleiten, Pech und Pannen beim Großen Preis von China blieb der Mercedes-Star erstaunlich cool - und das, obwohl ihm sein Teamrivale Nico Rosberg im Kampf um den Titel allmählich davonfährt.

"Ich habe versucht, mich durch das Feld zu kämpfen. Aber jedes Mal, wenn ich an die Box kam, musste ich danach wieder von vorne anfangen", sagte Hamilton, scheinbar in sich ruhend wie ein Buddha: "Das ist Racing."

Schon vier Mal hat Hamilton in Shanghai gewonnen, doch diesmal lief für den 31-Jährigen alles schief, was schief laufen konnte. Sein Wochenende im Zeitraffer: Technischer Defekt an seinem Silberpfeil im Qualifying, als Letzter ins Rennen gestartet, Kollision in der ersten Kurve, neuen Frontflügel abgeholt, insgesamt fünf Boxenstopps eingelegt. Immerhin: Mit Platz sieben am Ende betrieb der Weltmeister noch ein bisschen Schadensbegrenzung.

Zeugnis: Wochenende zum Vergessen für Hülkenberg FOTO: afp

Hamilton befindet sich in einer ungewohnten Situation. Der Seriensieger der vergangenen zwei Jahre hat einen kapitalen Fehlstart in die Saison hingelegt, Rosberg eilt von Sieg zu Sieg und hat bereits 36 Punkte mehr auf dem Konto als der Titelverteidiger. Äußerlich steckt der Superstar die Rückschläge bemerkenswert gut weg. "Es noch ein weiter Weg", sagte Hamilton über das WM-Rennen: "Ich will keine Energie verschwenden für etwas, das hinter mir liegt."

Vor Hamilton liegt nun als nächstes das vierte Saisonrennen in Sotschi. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff traut ihm zu, jederzeit zurückschlagen zu können. "Wir haben noch ein paar Rennen vor uns, und ich weiß, dass Lewis mental stark ist", sagte der Österreicher: "Deshalb mache ich mir keine Sorgen um ihn."

Fotos: Die Bilder vom Rennen in Shanghai FOTO: afp, eis

Auch Rosberg hat seinen Widersacher trotz seiner Galaform und saisonübergreifend nun sechs Siegen in Serie noch lange nicht abgeschrieben. "Es sind noch 18 Rennen", sagte der Blondschopf: "Und mein Teamkollege ist der liebe Lewis, dreimaliger Weltmeister - er wird noch wie ein Wahnsinniger Druck machen." Rosberg sprach aber auch von einem "kleinen Vorteil".

Doch aus der Fassung lässt sich Hamilton angesichts dieses Laufs nicht bringen. Er selbst sieht sich "psychisch in der besten Verfassung, in der ich jemals gewesen bin", das hat er jedenfalls vor dem Rennen gesagt. Und auch Wolff zeigte sich von der Reife des ehemaligen Pisten-Rambos beeindruckt. "Seine persönliche Entwicklung in den vergangenen drei Jahren ist einfach atemberaubend", sagte Wolff: "Er hat als Mensch zu sich selbst gefunden."

So langsam muss Hamilton aber auch wieder zu seiner alten Form finden, sonst baut Rosberg seinen Vorsprung immer weiter aus. Buddha Hamilton hat allerdings keinen Zweifel daran, dass er schon bald wieder die Nummer eins des Feldes sein wird. "Es ist noch ein weiter Weg zu gehen", sagte der Engländer: "Ich fühle mich einfach wohl. Ich bin viel entspannter, selbst wenn ich auch früher nicht unglücklich war."

(sid)
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