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Formel 1
Alonso und die "Versuchung": Spanier kokettiert mit Ausstieg

Porträt: Erster spanischer Weltmeister in der Formel 1
Porträt: Erster spanischer Weltmeister in der Formel 1 FOTO: afp, LLG/raf
Fernando Alonso verliert die Lust auf die Formel 1 und flirtet mit anderen Rennserien. Verlassen wird er seinen fürstlich bezahlten Posten bei McLaren trotzdem nicht.

Fernando Alonso mag zwar die Lust auf die Formel 1 verloren haben, seinen Humor aber noch lange nicht. Am Vormittag nach seinem Geständnis, dass es "die Versuchung gibt, in anderen Rennserien zu fahren", imitierte der Spanier bei seiner Ankunft lachend das nervtötende Geräusch der Einlasskontrolle. Dann betrat er Händchen haltend mit Freundin Lara Alvarez das Fahrerlager des Hungarorings.

Wenige Stunden zuvor hatte der zweimalige Weltmeister noch ein ganz anderes Bild abgegeben. Reichlich desillusioniert über die Tatsache, dass sein heroischer Einsatz, den im Qualifying liegengebliebenen McLaren eigenhändig in die Box zu schieben, letztlich völlig sinnlos war, redete er sich seinen Frust von der Seele: "Die Formel 1 ist nicht mehr das, was sie einmal war, nicht mehr so aufregend - zumindest für mich."

Zwar betonte der Spanier, dass er hochmotiviert seinen fürstlich entlohnten Job beim strauchelnden Traditionsteam angehe, doch das "fantastische Projekt" übt doch vor allem wegen der mehr als 30 Millionen Euro Gehalt pro Jahr eine große Anziehungskraft auf Alonso aus. Immerhin war der fünfte Platz in Ungarn ein erstes Anzeichen, dass es langsam aufwärts geht mit McLaren.

Fotos: Alonso und Räikkönen mit spektakulärem Crash FOTO: dpa, hkt ss

Der 33-Jährige klingt schon ein bisschen wie ein alter Mann, der sich beklagt, dass "es früher mehr Spaß gemacht hat". Weil "man ein Auto, das am Anfang der Saison nicht wettbewerbsfähig war, entwickeln konnte. Aber jetzt wird Mercedes alle Rennen gewinnen und Manor immer Letzter werden".

Den Teams seien durch die Regeln die Hände gebunden. "Wenn wir unser Auto zum ersten Test der Saison nach Barcelona oder Jerez bringen, ist es wie ein Münzwurf. Ist das Auto wettbewerbsfähig, hat man eine gute Saison, wenn nicht, dann hat man eine schlechte Saison", sagte Alonso.

Nun, McLaren hat mit seinem Motorenpartner Honda eine schlechte Saison, nein, eine katastrophale Saison. Alonso hat ganze elf Punkte geholt in zehn Rennen. Der andere Ex-Weltmeister im Team, der Brite Jenson Button, bringt es auf sechs Zähler. Macht zusammen 17. Mercedes kommt auf 383.

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Das Fass zum Überlaufen dürfte die bemerkenswerte Anschiebe-Aktion am Samstagnachmittag gebracht haben. Bei tropischer Hitze schaffte es Alonso, seinen bockenden Boliden bis in die Box zu schieben - nur um dort zu hören, dass er trotzdem nicht zurück auf die Piste darf.

"Ich liebe meinen Sport, es ist egal, ob man Erster oder Letzter ist, du willst fahren. Deshalb habe ich geschoben. Und dann wird mir gesagt, dass ich nicht weiterfahren darf, wegen der Regeln", sagte Alonso: "Ich wusste das nicht. Hätte ich es gewusst, hätte ich das Auto vielleicht einfach abgestellt." Und vielleicht für immer stehen gelassen und sich nach einem Auto umgeschaut, mit dem das Rennfahren wieder so richtig Spaß macht.

(sid)
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