Saisoneröffnung in Madonna di Campiglio: Ferrari mit Teamgeist gegen Schumacher
zuletzt aktualisiert: 17.01.2010 - 11:26Madonna di Campiglio (RPO). Formel-1-Rennstall Ferrari hat seine traditionelle Saisomneröffnung in Madonna di Campiglio dazu genutzt, sich auf den Kampf gegen Michael Schumacher einzuschwören. Felipe Massa und Fernando Alonso wollen den siebenfachen Weltmeister mit einer einfachen Formel schlagen: Erbitterte Rivalen auf der Piste und fast schon freundschaftliche Partner abseits der Strecke.
"Ich habe in den paar Tagen mit Fernando mehr gesprochen als mit Kimi Räikkönen in drei Jahren", sagt Massa mit einem Seitenhieb auf den Finnen, über den Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali einst sagte, er wohne "auf seinem eigenen Planeten". Zwischen Massa und Räikkönen gab es ein aktives Nicht-Verhältnis, und auch Alonso pflegte nie den intensiven Kontakt zu seinen Teamkollegen.
Doch zumindest in der Saison-Vorbereitung wollen der zweimalige WM-Champion Alonso und Massa, Vize-Weltmeister 2008, ihre Kräfte nun bündeln. Deshalb hat der Brasilianer den von Renault verpflichteten Spanier erst einmal mit offenen Armen empfangen, und Alonso versucht ganz augenscheinlich, sich schnell ins Team zu integrieren.
In Madonna gab er bereits Interviews auf Italienisch, scherzte mit den Crew-Mitgliedern und sprach der "großen Familie, in der man von Liebe umgeben ist" gleich mal die Treue bis ans Karrieende aus.
Aber trotz aller Professionalität: Wer Massa und Alonso am Abschlussabend in der Discothek Zangola gemeinsam mit Ersatzfahrer Giancarlo Fisichella so ausgelassen feiern sah, wunderte sich schon. Schließlich waren sich die beiden 2007 auf dem Nürburgring derart heftig in die Haare geraten, dass es beinahe zur Schlägerei gekommen wäre.
Und kurz nach der Verpflichtung Alonsos unterstellte ihm der wenige Wochen zuvor schwer verunglückte Massa vom Krankenbett aus, vom Unfall-Skandal in Singapur 2008 gewusst zu haben.
Im eigentlich als Spaßveranstaltung geplanten Rennen in Fiat Pandas hatte Alonso seinen Teamkollegen auf der Eispiste in Madonna neun Runden in Ruhe vornewegfahren lassen.
In der ersten Kurve des letzten Umlaufs griff er plötzlich an und überholte, Massa konterte und drängte den Spanier bei einem versuchten Überholmanöver von der Strecke. Hier wurde klar: Gefallen lässt sich keiner der beiden etwas. Im Auto gibt es keine Freundschaft.
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