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  Foto: AFP, AFP
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Großer Preis von Bahrain: Ferrari nutzt Vettels Defekt - Schumi Sechster

zuletzt aktualisiert: 14.03.2010 - 14:46

Manama (RPO). Pechvogel Sebastian Vettel kostet ein technisches Problem den möglichen Sieg, Rückkehrer Michael Schumacher kommt bei seinem ersten Start nach 1239 Tagen auf einen unspektakulären sechsten Platz: Für die deutschen Stars hat die Formel-1-Saison 2010 in der Wüste von Bahrain mit einem Fehlstart begonnen.

Dagegen feierte Ferrari durch Neuzugang Fernando Alonso und Felipe Massa eine Wiederauferstehung und holte den ersten roten Doppelsieg seit dem 22. Juni 2008 in Magny-Cours.

Rückkehrer Michael Schumacher konnte mit Platz sechs im ersten Rennen nach 1239 Tagen Pause gut leben, "Kronprinz" Sebastian Vettel tröstete sich mit dem großen Potenzial seines Red Bull über den verpassten Sieg hinweg.

Ein Interview mit Michael Schumacher lesen Sie hier!

Der mühsame Start in die Saison 2010 hat die deutschen Formel-1-Stars in der Wüste von Bahrain nicht wirklich ins Schwitzen gebracht, obwohl Konkurrent Ferrari einen perfekten Auftakt erwischte und durch Neuzugang Fernando Alonso und Felipe Massa den ersten roten Doppelsieg seit dem 22. Juni 2008 in Magny-Cours holte.

Info

Der WM-Stand:

1. Fernando Alonso (Spanien) Ferrari 25 Punkte
2. Felipe Massa (Brasilien) Ferrari 18
3. Lewis Hamilton (Großbritannien) McLaren-Mercedes 15
4. Sebastian Vettel (Heppenheim) Red-Bull-Renault 12
5. Nico Rosberg (Wiesbaden) Mercedes 10
6. Michael Schumacher (Kerpen) Mercedes 8
7. Jenson Button (Großbritannien) McLaren-Mercedes 6
8. Mark Webber (Australien) Red-Bull-Renault 4
9. Vitantonio Liuzzi (Italien) Force-India-Mercedes 2
10. Rubens Barrichello (Brasilien) Williams-Cosworth 1

Schumacher optimistisch

"Ich habe schon früher zu Saisonbeginn so große Rückstände gehabt. Ich weiß aus Erfahrung, dass das alles noch zu machen ist. Es wäre verfrüht, jetzt schon zu sagen: es geht nicht mehr. Es geht immer", sagte Schumacher, der trotz einer dreijährigen Pause und seiner inzwischen 41 Jahre entspannt aus dem Mercedes-Silberpfeil stieg: "Ich muss gestehen, dass es für mich nicht besonders anstrengend war."

Pechvogel Vettel hatte ein Problem mit dem Auspuff von Platz eins bis auf Rang vier hinter McLaren-Pilot Lewis Hamilton zurückgeworfen. Damit lag er aber immer noch vor der deutschen Nationalmannschaft von Mercedes. Beim ersten echten Silberpfeil-Werkseinsatz seit 55 Jahren fuhr Nico Rosberg vor Schumacher auf Rang fünf.

"Wir wissen noch nicht, was los war. Ich habe mein Auto gleich nach der Zieldurchfahrt abgestellt. Für mich bemerkbar war, dass ich keinen Dampf mehr auf der Kette hatte", sagte Vettel: "Ab und zu kam es mal zurück, aber auf der Geraden war ich einfach machtlos. " Der 22 Jahre alte Vize-Weltmeister blickte aber gleich nach vorne: "Das Auto funktioniert sehr gut, sowohl im Qualifying als auch im Rennen. Das gibt Mut für das nächste Mal."

Rosberg: "Nicht schnell genug"

Rosberg sprach von einem guten Anfang, stellte aber auch fest: "Insgesamt war ich nicht schnell genug. Am Ende des Rennens war ich am Limit. Sobald ich in der Nähe von Sebastian war, habe ich den Abtrieb verloren und kam einfach nicht ran." Dass er das ganze Wochenende vor seinem Teamkollegen Schumacher lag, war nur ein schwacher Trost: "Wir wollen Erster und Zweiter werden und nicht Fünfter und Sechster."

Für den zweimaligen Weltmeister Alonso, der seine beiden Titel 2005 und 2006, als er jeweils auch in Bahrain triumphierte, noch gegen Schumacher geholt hatte, war es ein perfekter Einstand bei Ferrari, wo er in Schumachers Fußstapfen treten will. Der Spanier holte vor den Augen seines Königs Juan Carlos den 22. Sieg seiner Karriere und trommelte vor lauter Freude mit beiden Fäusten vor seine Brust. Der Spanier ist damit der erste Fahrer in der Geschichte der Formel 1, der 25 Punkte für einen Sieg kassierte.

Alonso: "Besonderer Tag"

"Das ist ein besonderer Tag für mich. Es ist immer speziell, wenn man ganz oben auf dem Podium steht, aber ganz besonders, wenn man das mit Ferrari erreicht", sagte Alonso: "Ich widme diesen Sieg allen Menschen in Italien, den Mechanikern hier und Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo."

Der Brasilianer Massa machte im ersten Rennen nach seiner schweren Kopfverletzung von Budapest 2009 den 80. Doppelsieg für Ferrari im 794. Formel-1-Rennen perfekt. "Das ist mein bester Saisonstart. Ich bin froh, dass ich wieder hier sein darf. Dafür danke ich Gott und allen, die mich in der schweren Zeit unterstützt haben." Beim letzten roten Doppelpack hatte Massa vor Kimi Räikkönen gewonnen.

Während die Scuderia feierte, herrschte bei Red Bull Tristesse. "Das ist sehr bitter, wenn man den Sieg schon vor Augen hat. Zum Schluss haben wir nur noch Schadensbegrenzung betrieben", sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner, dessen zweiter Pilot Mark Webber nicht über Platz acht hinauskam.

Sutil wurde Zwölfter

Die restlichen deutschen Fahrer gingen auch bei der neuen Punktewertung, die WM-Zähler bis Rang zehn vergibt, komplett leer aus. Adrian Sutil verpasste durch einen Dreher schon in der ersten Kurve alle Chancen auf eine Top-10-Platzierung und wurde Zwölfter. GP2-Champion Nico Hülkenberg kam in seinem ersten Formel-1-Rennen nach einem zwischenzeitlichen Ausritt mit einer Runde Rückstand auf Rang 14. Timo Glock schied mit Neuling Virgin nach 18 Runden wegen technischer Probleme ebenso aus wie Debütant Bruno Senna, der Neffe des legendären Brasilianers Ayrton Senna.

In seinem ersten Startgetümmel nach drei Jahren vor dem Fernseher zog sich Schumacher gut aus der Affäre. In der ersten Rechtskurve setzte er sich außen neben den unmittelbar vor ihm gestarteten Webber und schob sich in der folgenden Linkskurve innen auf der besseren Linie am Australier vorbei auf Platz sechs. In seinem ersten Rennen am 25. August 1991 in Spa war Schumacher auch von Platz sieben gestartet, dann aber schon nach wenigen hundert Metern wegen eines Kupplungsschadens ausgerollt. Diesmal sah er nach 49 Runden auf dem zweitlängsten Kurs des Jahres die Zielflagge.


STATISTIK:

Formel 1, Großer Preis von Bahrain in Manama, 1. von 19 Läufen zur Weltmeisterschaft, Endstand nach 49 Runden ((308,405 km):

1. Fernando Alonso (Spanien) Ferrari 1:39:20,396 Stunden (186, 273 km/h), 2. Felipe Massa (Brasilien) Ferrari 0:16,099, 3. Lewis Hamilton (Großbritannien) McLaren-Mercedes 0:23,181, 4. Sebastian Vettel (Heppenheim) Red-Bull-Renault 0:38,799, 5. Nico Rosberg (Wiesbaden) Mercedes 0:40,213, 6. Michael Schumacher (Kerpen) Mercedes 0:44,163, 7. Jenson Button (Großbritannien) McLaren-Mercedes 0:45,280, 8. Mark Webber (Australien) Red-Bull-Renault 0:46,360, 9. Vitantonio Liuzzi (Italien) Force-India-Mercedes 0:53,008, 10. Rubens Barrichello (Brasilien) Williams-Cosworth 1:02,489, 11. Robert Kubica (Polen) Renault 1:09, 093, 12. Adrian Sutil (Gräfelfing) Force-India-Mercedes 1:22,958, 13. Jaime Alguersuari (Spanien) Toro-Rosso-Ferrari 1:32,656, 1 Runde zurück: 14. Nico Hülkenberg (Emmerich) Williams-Cosworth, 15. Heikki Kovalainen (Finnland) Lotus-Cosworth, 3 Runden zurück: 16. Sebastien Buemi (Schweiz) Toro-Rosso-Ferrari, 17. Jarno Trulli (Italien) Lotus-Cosworth

Schnellste Runde: Fernando Alonso 1:58,287 Minuten (45. Runde)

Ausgeschieden: Pedro de la Rosa (Spanien) Sauber-Ferrari, Kamui Kobayashi (Japan) Sauber-Ferrari, Witali Petrow (Russland) Renault, Timo Glock (Wersau) Virgin-Cosworth, Lucas di Grassi (Brasilien) Virgin-Cosworth, Bruno Senna (Brasilien) Hispania-Cosworth, Karun Chandhok (Indien) Hispania-Cosworth

Quelle: SID/chk

 
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