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Debüt des F2003-GA wohl in Imola: Ferrari vor Premiere der "Roten Göttin"

zuletzt aktualisiert: 07.04.2003 - 15:47

Rom (rpo). Nach den bisherigen Pleiten steht Ferrari beim Heimspiel in Imola vor der Premiere der "Roten Göttin". Ferrari-Teamchef Jean Todt hat erstmals offen zugegeben, dass Weltmeister Michael Schumacher beim nächsten Grand Prix im neuen "F2003-GA" starten soll.

Wenn keine unvorhersehbaren Desaster mehr passieren, dann sehen wir den neuen Ferrari in Imola", sagte der Franzose am Montag auf der Webseite der Gazzetta dello Sport. Am Sonntag noch hatte Todt einen Doppel-Ausfall von Schumacher und Rubens Barrichello beim Chaosrennen in Brasilien erlebt.

Der neue "rote Renner" soll damit beim Ferrari-Heimspiel am 20. April in Imola der Schlüssel zur Aufholjagd für Schumacher sein. Der fünfmalige Weltmeister und sein brasilianischer Teamkollege waren in den ersten drei Saisonrennen bislang weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

"Am Mittwoch und Donnerstag werden wir beide in Mugello den F2003-GA testen", bestätigte Schumacher, der sich im Kampf um den WM-Titel noch lange nicht geschlagen geben will: "Wir sind erst am Anfang der Saison. Die Voraussetzungen werden schon bald andere sein."

"Ferrari in der Krise"

Weltmeister Michael Schumacher stand im Regen, Ferrari ging baden, und die bitter enttäuschten Tifosi ließen wieder mal kein gutes Haar am Nationalstolz. "Ferrari in der Krise, Schumi macht große Fehler, und der F2002 verrät Barrichello", schrieb die Gazzetta dello Sport nach dem roten Doppel-Ausfall im Chaosrennen von Brasilien. Und Tuttosport kritisierte Schumachers Einstellung: "Dem Champion fehlt es an Entschlossenheit, manchmal ist er sehr schnell, manchmal abwesend. Wo bist Du, Schumi?"

Der so gescholtene Superstar war sichtlich um Fassung bemüht und übte sich vor dem Ferrari-Heimspiel am 20. April in Imola in Durchhalteparolen. "Meine Zeit kommt noch in dieser Saison - und auch danach", meinte Schumacher, der in seiner Formel-1-Karriere seit 1991 schon schlimmere Krisen überstanden hat. Die vorzeitige Beendigung seines 2004 auslaufenden Vertrages scheint trotz aller Probleme ausgeschlossen. Stattdessen will der Champion schon bald über eine Verlängerung des Ferrari-Kontraktes bis 2006 entscheiden.

"Michael liebt, was er macht, und er ist ein Fighter. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er aufhört, und Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo hat bereits eine Verlängerung angeboten", sagte sein Manager Willi Weber in Sao Paulo dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Michael Schumacher, mit einem Jahreseinkommen von insgesamt 56 Millionen Euro der teuerste Ferrari-Angestellte, werde ganz sicher wieder aufstehen, meinte Weber: "Er lässt sich von drei derartigen Rennen nicht beeinträchtigen. Die Presse hat ihn nicht umsonst als Ironman oder Mann ohne Nerven bezeichnet." Diese Bezeichnung trifft aber nach Platz vier in Australien, Rang sechs in Malaysia und dem Ausfall in Brasilien nicht zu - im dritten Rennen des Jahres leistete sich "Schumi" den dritten unnötigen Fehler.

Kollegen und Experten sehen den 34-Jährigen deshalb am Ende seiner einmaligen Siegesserie. "Das ist nicht das Jahr von Michael Schumacher, und der WM-Zug ist für ihn abgefahren. Er hat in drei Rennen in Folge schwere Fehler gemacht", sagte Hans-Joachim Stuck. Mercedes-Rivale David Coulthard meinte, dass "es bekannt ist, dass Michael unter Druck Fehler macht". Der einstige Ferrari-Teamkollege Eddie Irvine geht noch weiter: "Er tapst unter Druck von einem Fettnapf in den nächsten. Jedes Mal, wenn Michael in die Ecke gedrängt wird, vermasselt er alles."

Haug nimmt Schumi in Schutz

Mercedes-Sportchef Norbert Haug, dessen Fahrer Kimi Räikkönen (Finnland) nach dem zweiten Saisonsieg bereits 18 Punkte mehr als Schumacher auf dem Konto hat, nimmt den Weltmeister in Schutz: "Es wäre töricht, Michael abzuschreiben. So viel Glück wie er in den letzten Jahren neben all seinem Können hatte, so viel Pech hat er derzeit."

In Sao Paulo kam er zum ersten Mal seit dem 29. Juli 2001 in Hockenheim nicht in Ziel - der letzte Unfall liegt noch ein Jahr länger zurück. Zwischen dem 2. und 30. Juli 2000 hatte Schumacher auch zum letzten Mal in drei Rennen in Serie keinen Podestplatz belegt. In der gleichen Saison wurde er übrigens Weltmeister.

Rückendeckung erhielt Schumacher am Montag von seinem Chef. "Beide Ferrari waren deutlich die schnellsten Autos auf der Piste. Bis zum Ausfall ist Michael ein tolles Rennen gefahren. Er hat einfach nur Pech gehabt", sagte Montezemolo vor italienischen Reportern. Er gestand aber auch ein: "Wir wussten, dass es ein schwieriges Jahr wird. Wenn wir hart arbeiten, können wir noch aufholen. Man muss aber eine Lehre daraus ziehen, dass wir in drei Rennen kaum Punkte gesammelt haben." Auf die Frage, ob er über Schumachers Leistungen besorgt sei, antwortete Montezemolo: "Nein, absolut nicht."


 
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