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Flavio Briatore wird 65
Ex-Playboy der Formel 1 ist noch immer geschäftstüchtig

Porträt: Flavio Briatore: Playboy und Alonso-Entdecker
Porträt: Flavio Briatore: Playboy und Alonso-Entdecker FOTO: dpa, vd sam nic
Porto Cervo . Flavio Briatore führte Michael Schumacher zu zwei Formel-1-Titeln. Für Skandale war sich der zwielichtige Italiener aber nie zu schade. Nun wird der gereifte Gigolo 65.

Einmal in seinem Leben ist sich Flavio Briatore so richtig untreu geworden. Der ewige Lebemann und ehemalige Formel-1-Teamchef heiratete. Sieben Jahre ist das mittlerweile her, seitdem er Elisabetta Gregoraci vor den Altar führte. Mit dem Starlet und dem gemeinsamen Söhnchen genießt Briatore, der früher förmlich eine Allergie gegen feste Bindungen hatte, das Leben.

Der frühere Boss von Rekordweltmeister Michael Schumacher kennt sich mit den schönen Seiten des Lebens aus. Doch Briatore ist immer noch umtriebig, Geld schläft schließlich nicht. Auch vor seinem 65. Geburtstag am Sonntag nicht.

Dabei sieht man in Klatschmagazinen und sozialen Netzwerken viele Fotos von Briatore im Urlaubsmodus. Ein Drink hier, ein feudales Mahl dort. Der Bauch ist auffällig füllig geworden, das Haar mittlerweile weiß und flattrig.

Flavio Briatore knutscht in der Boxengasse FOTO: AP

Doch der Eindruck vom scheinbar nie endenden "Dolce Vita" täuscht beim früheren Partner von Top-Models wie Naomi Campbell oder Heidi Klum bisweilen. Denn der Mann aus Verzuolo im Piemont hat in den vergangenen Jahren eine Modelinie etabliert, Nachtclubs gegründet und in einer Reality-Show das südländische Pendant zu Immobilien-Tycoon Donald Trump gegeben.

Im vergangenen Jahr fühlte sich Briatore auch noch zu Höherem berufen. An der Wirtschaftsuniversität Bocconi in Mailand gab er ein Seminar mit dem Titel: "Der Manager von Morgen, zwischen Theorie und Praxis". Ein Tausendsassa, dieser Briatore. "Ich weiß eben, was die Menschen wollen", versicherte er einmal unbescheiden.

Bekannt geworden ist der Sohn eines Lehrer-Ehepaares ursprünglich aber durch die Formel 1. Noch als Geschäftsmann in Mailand lernte er Modezar Luciano Benetton kennen, der ihn zunächst in sein Unternehmen holte und schließlich 1988 in seinen Rennstall.

Michael Schumacher und Fernando Alonso führte der PS-Gaukler zu jeweils zwei WM-Titeln. Wegen seiner Verwicklung in den Skandal um einen absichtlichen Unfall des Brasilianers Nelson Piquet jr. in Singapur 2008 wurde Briatore vom Weltverband zwischenzeitlich für die Formel 1 gesperrt. "Crashgate" wurde die Affäre getauft.

"Es geht nicht, dass einer mit seinen Praktiken Motorsport betreibt. Für Flavio war die Formel 1 nie Sport, sondern immer nur Geschäft", schimpfte damals Nelson Piquet senior.

Der aufregendste Kreisverkehr der Welt lässt Briatore weiter nicht ganz los. Zu seinem früheren Schützling Fernando Alonso pflegt der gealterte Playboy immer noch eine enge Verbindung.

Anfang 2014 ließ Briatore seine Kontakte spielen und fädelte einen Deal zwischen Veranstaltern in Aserbaidschan und Formel-1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone ein. Ab 2016 will die Königsklasse des Motorsports auch in Baku Station machen. Der dubiose Selfmade-Millionär strich dafür der "Daily Mail" zufolge einen Bonus im siebenstelligen Bereich ein.

Im Sommer 2014 wurde der nimmermüde Strippenzieher Briatore sogar kurz als Berater gehandelt, um das Image der Formel 1 aufzupolieren. Die Idee wurde aber schnell wieder verworfen.

Das aktuelle Geschehen kommentiert Briatore immer noch gerne. "Vettel ist ein guter Pilot, aber ihn mit Schumacher zu vergleichen, wäre verfrüht", erklärte Briatore jüngst bei Sky Sport Italia. Der zwielichtige Geschäftemacher meint eben immer noch zu wissen, was die Menschen hören wollen.

(dpa)
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