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"Haben die einen Vogel?"
Bye bye, Grid Girls

Die schönsten Grid Girls der vergangenen Jahre
Die schönsten Grid Girls der vergangenen Jahre FOTO: dpa
Berlin. Die Fahrer hatten sich für ihren Verbleib stark gemacht, doch viele Zuschauer fanden den Einsatz der Grid Girls bei der Formel 1 nicht mehr zeitgemäß. Die Bilder leicht bekleideter Frauen auf den Rennstrecken der Motorsport-Königsklasse sind Geschichte.

Die Formel 1 wird in der kommenden Saison auf die Nummern-Girls in der Startaufstellung verzichten. Die Führung der Rennserie begründete dies mit dem gesellschaftlichen Wandel, denen der Aufmarsch leicht bekleideter Mädchen als Grid Girls neben den Rennwagen widerspreche. "Wir glauben nicht, dass dieser Brauch passend oder bedeutend für die Formel 1 und ihre bisherigen und künftigen Fans in aller Welt ist", sagte Formel-1-Marketingchef Sean Bratches. Diese Entscheidung gelte auch für alle Rennen anderer Klassen an Grand-Prix-Wochenenden.

In der Formel 1 stieß die Entscheidung nicht nur auf Gegenliebe. Für die Piloten waren die Grid Girls alles andere als überholt, sie hatten sich für den Verbleib der schönen Frauen - die von manchen wenig schmeichelhaft auch als Boxenluder bezeichnet wurden - stark gemacht. "Die Grid Girls müssen bleiben", sagte Red-Bull-Fahrer Max Verstappen der "Bild"-Zeitung. Und Nico Hülkenberg meinte: "Wäre wirklich schade, wenn sie den Augenschmuck vom Grid nehmen." 

Niki Lauda hatte schon im Dezember gefragt: "Haben die einen Vogel?" Die Emanzipation der Frauen "ist vollkommen richtig, um genau zu sein, sind sie dabei, uns zu überholen. Wieso sollen sie nicht mehr da stehen dürfen?", meinte der Österreicher. Der frühere Formel-1-Boss Bernie Ecclestone sagte der "Sun": "Ich verstehe nicht, wie eine gutaussehende Frau, die mit einer Nummer vor einem Formel-1-Auto steht, für irgendjemanden beleidigend sein kann." Dass die Frauen nur Schmuck, nur Dekoration gewesen seien, war aber einer der größten Kritikpunkte.

Allerdings kritisierten auch einige der betroffenen Frauen die Entscheidung. Sophie Wright twitterte, sie habe gerne als Grid Girl gearbeitet. "Jetzt kostet Feminusmus Frauen den Job." wehrte sich gegen den Vorwurf, sie sei nur Dekoration. 

Ähnlich äußerte sich Lucy Stokes, die als Jobbezeichnung "promotional model", also Hostess, angibt. "Ich liebe meinen Job. "Ich werde respektiert, gut bezahlt und bin stolz darauf, mein Team zu präsentieren", twitterte sie.

Grid Girls gehörten seit Jahrzehnten zu den Rennen. Die jungen Frauen dienten Werbemaßnahmen und trugen meist das Outfit eines Sponsors. Unter anderem standen sie in der Startaufstellung und hielten die Schilder mit den Namen der Fahrer hoch. Im Zuge der Diskussion, ob das Auftreten von Grid Girls noch zeitgemäß ist, wurden bei einigen Rennen zuletzt auch Grid Boys und Kinder eingesetzt.

Zuletzt hatte auch der Darts-Weltverband mit seiner langen Tradition sogenannter Walk-On-Girls gebrochen. Die Professional Darts Corporation reagierte mit diesem Beschluss auf die Kritik von TV-Anstalten.

Zahlreiche Fans, Spieler und auch eine Reihe von Models selbst hatten sich daraufhin allerdings verärgert gezeigt. Die Organisation "Women's Sport Trust" hatte die Abschaffung der Walk-On-Girls dagegen gelobt und andere Sportarten wie die Formel 1 aufgefordert, sich ein Beispiel zu nehmen.

Und das taten die Veranstalter. Was den Fans der Grid Girls bleibt, sind die Bilder der vergangenen Jahre.

(areh/dpa/sid)
 
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