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Unfallserie schockte die Piloten: Formel-1-Fahrer kritisieren Indianapolis

zuletzt aktualisiert: 22.06.2004 - 14:35

Indianapolis (rpo). Nach der Unfallserie beim Großen Preis von Indianapolis mit dem schweren Crash von Ralf Schumacher (BMW-Williams) haben die Formel-1-Piloten heftige Kritik an den Verantwortlichen des USA-Grand-Prix erhoben.

Ralf Schumacher will sich zum Zeitpunkt seines Comebacks nicht äußern ("Dazu ist es noch zu früh"), dafür haben seine Formel-1-Kollegen nach seinem schweren Unfall am vergangenen Sonntag in Indianapolis die Stimme erhoben. "Es ist schockierend, dass Ralf nach seinem Unfall einige Minuten im Auto warten musste, denn da geht es um Leben und Tod. Ich finde, das muss untersucht werden", sagte McLaren-Mercedes-Pilot David Coulthard in seiner Funktion als einer der Direktoren der Fahrergewerkschaft GPDA.

Ralf Schumacher war am Dienstagmorgen wieder in seiner Wahlheimat in der Nähe von Salzburg angekommen. Zu seinem Zustand erklärte der 28-Jährige: "Ich fühle mich, als hätte mich Muhammad Ali zwei Runden lang mit seinen Fäusten bearbeitet. Das soll auch einer der Streckenposten bei der Bergung zu mir gesagt haben, um mich aufzumuntern, aber daran kann ich mich - wie auch an den Unfall - nicht erinnern."

Als besonders unangenehm empfinde er seinen Bluterguss am Rücken, der bei jeder Bewegung schmerze. Psychologische Langzeitfolgen schließt er katagorisch aus: "Nur damit keine Missverständnisse entstehen: Ich bin nicht schockiert, ich bin nicht psychisch angeschlagen - ich habe einfach eine Gehirnerschütterung."

"Überall Wrackteile"

BAR-Fahrer Jenson Button erklärte derweil stellvertretend für die meisten anderen seiner Fahrerkollegen, dass man das Rennen hätte abbrechen sollen: "Der Unfall an sich war schon schlimm genug, aber da lagen auch überall Wrackteile auf der Fahrbahn. Wenn schon nicht abgebrochen wird, kann man aber immer noch hinter dem Safety-Car durch die Boxengasse fahren und in der Zwischenzeit mit einem Reinigungsfahrzeug die Unfallstelle säubern."

Buttons Argument ist deshalb gewichtig, weil die Unfälle von Ralf Schumacher und Fernando Alonso (Spanien) durch Reifenschäden zustande gekommen waren, die der Hersteller inzwischen darauf zurückgeführt hat, dass die Laufflächen von Wrackteilen aufgeschlitzt wurden. Offenbar sind Alonso und Schumacher nach dem Startunfall in der ersten Kurve über solche Teile gefahren.

Nach dem Unfall von Ralf Schumacher mit Tempo 300 in der Steilkurve hatte es etwas mehr als drei Minuten gedauert, bis die ersten medizinischen Helfer beim BMW-Williams waren. "Ich hatte schon den Eindruck, dass es zu lange gedauert hat. In so einer Situation kommt einem das endlos vor. Drei Minuten sind zu viel", sagte BMW-Motorsport-Direktor Mario Theissen.


 
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