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Formel 1
Duell der Gegensätze

Formel 1: Die Quali-Duelle 2016
Formel 1: Die Quali-Duelle 2016 FOTO: afp, ww/DD/ia
Spa-Francorchamps. Das Duell in der Formel 1 geht weiter: Familienmensch Nico Rosberg gegen Jetsetter Lewis Hamilton, der in Spa wegen des Motor-Austausches von hinten starten muss. Von Eckhard Czekalla

Kurz nach 12 Uhr wird es plötzlich hektisch. Fotografen setzen zum Sprint an, gehen dann rückwärts und bringen dabei ihre Kameras in Anschlag. Der Grund ihrer Aufgeregtheit: ein junger Mann, der sich mit zwei Hunden durchs Fahrerlager an der Rennstrecke von Francorchamps bewegt. Lewis Hamilton ist mit seinen Bulldoggen unterwegs, dem dreieinhalbjährigen Roscoe und der sechs Monate jüngeren Coco, die an der Leine geht. Der Bursche ist dreimaliger Formel-1-Weltmeister, führt nach zwölf der 21 Saisonrennen die Gesamtwertung an und gehört zu den Megastars des Sports.

Der 31-Jährige liefert sich mit seinem Teamrivalen Nico Rosberg ein Duell um den Titel. Der Große Preis von Belgien (Sonntag, 14 Uhr) ist das erste Kräftemessen nach der vierwöchigen Sommerpause. Hamilton machte seinem Ruf als "bunter Hund" wieder alle Ehre. Er war auf Barbados, Grenada, Jamaika, Costa Rica und New York und genoss das Leben. "Ich fühle mich frisch und bin bereit", betonte Hamilton.

Rosberg ist der Gegenentwurf des dreimaligen Champions, und das nicht nur, weil er sich im schwarzen Teamdress zeigte, während Hamilton ganz in Weiß unterwegs war. Mit Ehefrau Vivian und Tochter Alaia machte der Deutsche Urlaub auf Ibiza und steigerte dabei sein Fitnesslevel. Vom Anfangsschwung ist wenig geblieben. Nach vier Siegen drehte sich das Blatt. Hamilton gewann sechs der zurückliegenden sieben Rennen, machte aus 43 Punkten Rückstand eine 19-Punkte-Führung. Rosberg, der Familienmensch, spricht von einem Neuanfang. Schon zweimal scheiterte er an Hamilton beim Versuch, wie sein Vater Keke (1982) den WM-Titel zu holen. In diesem Jahr schien er auf einem guten Weg, doch dann schlug der Teamrivale zurück.

Die technischen Schwierigkeiten, die Hamilton zu Saisonbeginn verkraften musste, holen ihn nun wieder ein. Die maximal erlaubten fünf Wechsel des Turboladers und des für die Energierückgewinnung entwickelten Elementes (MGU-H) hat Mercedes schon durchgeführt. Irgendwann wäre der nächste Austausch fällig. Den zieht man nun vor. Eine taktische Maßnahme. Dadurch aber wird Hamilton nach hinten, möglicherweise auf den letzten Platz strafversetzt. "Es geht um Begrenzung des Schadens. Ich hoffe, in die Punkte zu kommen", sagt Hamilton. Zähler gibt es ab Platz zehn. Auf dem Ardennenkurs ist das Überholen einfach. Sein Weg kann noch weit nach vorne führen.

Für Rosberg ändert sich nicht viel, auch wenn es für ihn wohl etwas leichter geworden ist, sein Ziel zu erreichen. "Ich will hier gewinnen", stellte er klar. Vor allem am Start, der ihm zu Saisonbeginn perfekt gelang, muss er arbeiten. Vor vier Wochen in Hockenheim geriet er dabei schon entscheidend ins Hintertreffen.

Toto Wolff rechnet mit einem Duell, das vielleicht erst beim Saisonfinale am 27. November in Abu Dhabi entschieden sein wird. "Das Blatt wendet sich ständig", sagt der Mercedes-Teamchef. Der Österreicher muss die heikle Aufgabe lösen, die einstmals guten Freunde, deren Verhältnis sich durch das Duell um die Fahrerkrone merklich abgekühlt und auf die Arbeit fürs Team reduziert hat, durch die Saison zu führen.

Und das ist schwierig genug.

Quelle: RP
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