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Formel 1
Hamilton dankt Fans: "Ohne euch hätte ich das nicht geschafft"

Lewis Hamilton bejubelt seinen Heimsieg in Silverstone
Lewis Hamilton bejubelt seinen Heimsieg in Silverstone FOTO: ap, FA
Silverstone. Mit seinem Sieg beim spekatkulären Heim-Grand-Prix gelang Weltmeister Lewis Hamilton der erhoffte Befreiungsschlag im Mercedes-Duell. Für Nico Rosberg blieb nur der zweite Platz, sein Aufschwung endete vorerst im Land des Erzrivalen.

Tausende Briten sangen die Hymne ihres Königreichs mit, Hamilton warf der Nationalflagge Kusshände zu, und nur der geschlagene Rosberg wirkte ein wenig verloren im tosenden Jubel von Silverstone. 

"Ich wollte unbedingt für diese Fans gewinnen, ohne euch hätte ich das nie geschafft. Ich habe euch in jeder Kurve gesehen", rief Hamilton auf dem Siegerpodest, nachdem 140.000 Fans an der Rennstrecke bewiesen hatten, dass die kriselnde Formel 1 zumindest in England noch begeistert: "Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie glücklich mich das macht."

Rosberg hat nun wieder 17 Punkte Rückstand (177:194) im WM-Klassement, der 30-Jährige klagte anschließend über "schwierige Bedingungen. Lewis hat am Ende die besseren Entscheidungen mit dem Boxenstopp getroffen, und das war's dann."

Williams-Piloten mit der falschen Taktik

Ein verpatzter Start beider Silberpfeile, Regenschauer in der Schlussphase und zahlreiche Ausfälle hatten zuvor für ein chaotisches und spannendes Rennen gesorgt, in dem Hamilton jedoch die Nerven behielt. Dritter wurde Sebastian Vettel (Heppenheim) im Ferrari, der sich dank einer starken spontanen Strategie und mit reichlich Glück zwei Tage nach seinem 28. Geburtstag mit dem Podestrang beschenkte. "Ohne den Regen wären wir nicht auf dem Podium gelandet", sagte Vettel: "Wir haben aber am Ende die Ruhe bewahrt."

Die Williams-Piloten Felipe Massa (Brasilien) und Valtteri Bottas (Finnland) vergaben dahinter dagegen durch die falsche Taktik spät ihre Chance aufs Treppchen. Nico Hülkenberg (Emmerich) fuhr im Force India auf den siebten Rang, zudem holte Ex-Weltmeister Fernando Alonso (Spanien) als Zehnter seinen ersten Punkt für das Krisen-Team McLaren-Honda.

Noch vor der Reise nach England hatte Rosberg drei der vergangenen vier Rennen gewonnen, der WM neues Leben eingehaucht und sich damit sogar die Unterstützung von höchster Stelle gesichert. "Nico kann diese Weltmeisterschaft retten", sagte Formel-1-Chef Bernie Ecclestone und wünschte sich vor dem Start ganz offen einen Sieg des Deutschen: "Wir brauchen ihn, damit das Ganze am Leben bleibt."

Als die roten Ampeln erloschen, ließen sich Pole-Setter Hamilton und Rosberg jedoch von Massa und Bottas überrumpeln, in der Folge hielten die Williams beide Silberpfeile zunächst auch in Schach. Im Mittelfeld lief es für Vettel derweil überhaupt nicht rund. Der Heppenheimer verlor nach einem schwachen Start an Boden, lange Zeit schien mehr als der fünfte Platz nicht möglich.

Früher Boxenstop als taktische Meisterleistung

Vorne ging Hamilton in Runde 20 als erster Fahrer des Spitzenquartetts an die Box, und diese taktische Maßnahme sollte sich auszahlen. Massa, Bottas und Rosberg kamen nach ihren Reifenwechseln erst hinter dem Engländer zurück auf die Strecke. Ab diesem Moment war es ein Rennen wie gemacht für Hamilton. Der 30-Jährige konnte sich an der Spitze absetzen und dazu auf beide Williams als Puffer zwischen sich und Rosberg setzen.

Der WM-Zweite wirkte dagegen zaghaft, als sich Überholmöglichkeiten boten. Dieser Eindruck gipfelte in einer Aufforderung durch die Box, "Nico, gib jetzt alles!", funkte das Team an Rosberg. Und mit Hilfe des englischen Wetters gelang Rosberg tatsächlich noch einmal der erfolgreiche Angriff.

Spät zogen Regenschauer auf, und der Mercedes kam dank seiner deutlich besseren Abtriebwerte viel besser mit dem nun rutschigen Kurs zurecht. Rosberg ging daher locker am Williams-Duo vorbei. Anschließend wurde sogar noch der Wechsel auf Intermediate-Reifen nötig, Vettel nutzte dies zum Sprung aufs Podest. Auch Hamilton machte in dieser Phase alles richtig - und der Zieleinlauf ging fast unter im Jubel der britischen Fans.

(sid)
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