| 18.28 Uhr

Formel 1 in Spa
Hamilton fährt Vettel im Training davon

Formel 1: Lewis Hamilton fährt Sebastian Vettel im Training davon
Lewis Hamilton beim Training in Spa. FOTO: ap, VM
Spa-Francorchamps. "Bluthund" Lewis Hamilton hat zur Jagd auf WM-Spitzenreiter Sebastian Vettel geblasen – bis ihn der große Regen einbremste.

Im ersten Schlagabtausch der Titelfavoriten nach der Formel-1-Sommerpause stellte der Engländer im Freitagstraining zum Großen Preis von Belgien in 1:44,753 Minuten die Trainingsbestzeit auf. Ferrari-Star Vettel belegte in einem engen Verfolgerfeld mit 0,482 Sekunden Rückstand auf seinen härtesten Titelrivalen den fünften Rang.

"Ich kämpfe bis aufs Blut. Ich will die WM-Führung übernehmen und sie dann bis zum Ende verteidigen", hatte Hamilton am Donnerstag angekündigt. Seit dem Saisonstart in Melbourne am 26. März ist der dreimalige Champion zwar dicht dran an Vettel, alleiniger Spitzenreiter war der 32-Jährige in dieser Saison aber noch nicht.

"Es war noch nicht der beste Tag, was den Rhythmus angeht - auch von meiner Seite. Aber morgen sollte es schneller gehen", sagte Vettel: "Der Regen zum Schluss macht es für Sonntag spannend, weil keiner wirklich viele Erkenntnisse mit den Reifen sammeln konnte." Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff erwartet aus demselben Grund für das Qualifying einen "heißen Ritt" und fügte im ORF an: "Wir machen uns keine Illusionen. Ferrari wird morgen noch stärker werden."

Zweiter auf dem traditionsreichen Kurs von Spa-Francorchamps wurde am Freitag Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen (+0,262), der in der Vormittagseinheit gar das Tempo diktiert hatte. Der Finne, viermaliger Sieger auf der Ardennen-Achterbahn (zuletzt 2009), ist augenscheinlich beflügelt von seiner Vertragsverlängerung bei den Roten bis 2018.

Nur hauchdünn vor Vettel platzierte sich auch Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas (Finnland/+0,427) auf Rang drei. Red-Bull-Pilot Max Verstappen (+0,472), der bereits unzählige niederländische Landsleute auf die Tribünen lockte, wurde Vierter. Renault-Pilot Nico Hülkenberg belegte am Freitag den guten siebten Platz (+1,688), der Worndorfer Pascal Wehrlein kam im Sauber nicht über Rang 18 (+4,461) hinaus.

Eine halbe Stunde vor dem Ende der Nachmittagseinheit setzte starker Regen ein. Verstappens Teamkollege Daniel Ricciardo (Australien) und Ex-Weltmeister Fernando Alonso (Spanien/McLaren) brachen ihre Versuche auf der kaum noch befahrbaren Strecke frühzeitig ab.

Im Qualifying droht eine Regenlotterie

Womöglich war es ein Vorgeschmack auf eine Regenlotterie um den Sieg: Auch für das Qualifying am Samstag sowie das Rennen am Sonntag (jeweils 14 Uhr/RTL und Sky) besteht in den für wechselhaftes Wetter bekannten Ardennen ein Niederschlagsrisiko.

Hamilton, der in Belgien seinen 200. Grand Prix bestreitet, könnte am Samstag einmal mehr Formel-1-Geschichte schreiben: Ausgerechnet beim Silberjubiläum des ersten Grand-Prix-Sieges von Michael Schumacher auf dessen Lieblingsstrecke kann der Engländer den Pole-Rekord des Rekordweltmeisters egalisieren.

Entscheidet der Mercedes-Pilot das Qualifying für sich, steht es 68 zu 68 – allerdings wohl nur vorläufig, denn Hamilton kann auf eine Traumquote verweisen: Durchschnittlich in rund jedem dritten Qualifying seiner Formel-1-Karriere war Hamilton der Schnellste. Im Grunde stellt sich also nur die Frage, wie hoch er den Rekord schrauben kann.

Einen Freitag zum Vergessen erlebte Felipe Massa: Der Brasilianer hatte gleich zu Beginn des ersten freien Trainings am Vormittag einen schweren Crash. Der Routinier konnte seinen zerstörten Boliden zwar unverletzt verlassen, doch die Williams-Crew konnte den Wagen nicht mehr rechtzeitig zur zweiten Einheit reparieren.

Hamilton, Lokalmatador Stoffel Vandoorne (McLaren) sowie Wehrleins schwedischer Teamkollege Marcus Ericsson testeten am Vormittag einige Runden lang die aktuelle Entwicklungsstufe des umstrittenen Cockpitschutzes Halo, der ab der kommenden Saison in der Formel 1 obligatorisch ist.

(seeg/sid)
 
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