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Formel 1
Lewis Hamilton greift nach den Sternen

Fotos: Hamilton feiert mit Bolt und Clinton
Fotos: Hamilton feiert mit Bolt und Clinton FOTO: afp, wt
Düsseldorf. Lewis Hamilton kann bereits beim nächsten Rennen in Mexiko erneut Weltmeister werden. Verfolger Sebastian Vettel beschäftigt sich bereits mit dem kommenden Jahr. Von Eckhard Czekalla

Hamilton ließ sich Zeit. Das Startduell mit Sebastian Vettel hatte der Engländer verloren. Der Formel-1-Pilot wartete ab, überholte in der sechsten Runde den 30 Monate jüngeren Deutschen und fuhr in Austin (USA) ungestört seinem neunten Saisonsieg entgegen. "Ich genieße das Rennfahren mehr als je zuvor", sagte der Mercedes-Pilot. 66 Punkte Vorsprung bringt er mit zum Großen Preis von Mexiko am kommenden Sonntag (20 Uhr/RTL). Dort wird er zum vierten Mal Weltmeister, wenn er

- mindestens Fünfter wird

- mindestens Neunter wird und Vettel nicht gewinnt

- Vettel höchstens Dritter wird

Ob schon in Mexiko (29. Oktober) oder erst am 12. November in Sao Paulo - der Titelkampf wird vor dem Finale in Abu Dhabi (26. November) entschieden sein, auch wenn Hamilton betont: "Wir sollten nicht voreilig sein. In meinem Kopf muss ich noch drei Rennen gewinnen."

Vettel: "Es gibt viele Dinge, die mir Hoffnung machen"

Herausforderer Vettel blickt bereits ins nächste Jahr. "Es gibt viele Dinge, die mir Hoffnung machen, wenn ich in die Fabrik schaue, auf die Ideen, die da auf dem Tisch liegen", sagte der Ferrari-Star. Vor vier Rennen durfte er noch vom ersten WM-Triumph mit der Scuderia träumen. "Es war schwach von uns als Team, mit diesem Auto nicht die Ergebnisse einzufahren", ergänzte der viermalige Champion. In fünf Rennen wurde aus dem Sieben-Punkte-Vorsprung der depremierende Rückstand. Zweimal streikte die Technik. Vettel schied aus.

Bitter aber war es in Singapur. Dort hatte Hamilton im Qualifying nur Platz fünf belegt und Vettel - lediglich drei Zähler zurück - hatte die große Chance, das Momentum wieder auf seine Seite zu ziehen. Doch er patzte. Anders als Hamilton in Austin wollte er mit aller Macht seinen ersten Startplatz verteidigen. Nach wenigen Metern war für ihn, seinen finnischen Teamkollegen Kimi Räikkönen und Max Verstappen nach einem Crash das Rennen beendet. Der Sieger hieß Hamilton. Räikkönen und Verstappen sorgten auch in Austin für Gesprächsstoff. Der Niederländer, von Rang 16 gestartet, bereitete sich im Warteraum auf die Siegerehrung vor, als er ausgeladen wurde. Die Fünf-Sekunden-Strafe brachte Räikkönen aufs Podium. Verstappens Überholmanöver in der drittletzten Kurve wurde vielfach als hohe Kunst des Autofahrens gefeiert. Er war aber mit allen vier Reifen jenseits der weißen Markierung, mit der die Strecke begrenzt ist. Streng nach Reglement ein regelwidrig verschaffter Vorteil.

Es ist ein hausgemachtes Problem. Da, wo früher Gras oder ein Kiesbett die Piste begrenzten, sind heute breite, asphaltierte Auslaufzonen. Fahrfehler oder das bewusste Verlassen der Strecke kosten oft nur etwas Zeit. Früher war das Rennen vorbei, wenn ein Fahrer sich überschätzte. Doch bei nur noch 20 Autos will man das Feld möglichst komplett halten.

"Mit diesen dummen Entscheidungen tötet man den Sport", kritisierte Max Verstappen. Sein Vater Jos twitterte: "Offensichtlich weiß die Formel 1 nicht, was Racing ist." Mercedes-Teamoberaufseher Niki Lauda erinnerte daran, dass man sich mit dem Automobilweltverband (Fia) geeinigt habe, dass die Rennkommissare nur eingreifen sollen, wenn es gefährlich wird. "Wenn man Max bestraft, dann ist das eine Sauerei", ergänzte der dreimalige Formel-1-Weltmeister. Im Zentrum der Kritik steht Garry Connelly. Der ehemalige Rallye-Pilot ist Direktor des Globalen und Australischen Instituts für Motorsport-Sicherheit und regelmäßig als Kommissar bei der Formel 1 im Einsatz.

Regeln sind dazu da, dass sie beachtet werden. Allerdings haben die Fahrer in Austin das ganze Wochenende, auch im Rennen, die Strecke ungestraft verlassen. Zudem wurden die beiden Piloten nicht angehört, und es war gegen die Strafe kein Einspruch möglich. "Wenn wir solche Manöver nicht sehen wollen, dann können wir gleich Playstation spielen", ätzte Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko.

Dort gibt es allerdings auch Regeln, die einzuhalten sind.

Quelle: RP
 
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