| 18.14 Uhr

Zurück im Angriffsmodus
Hamilton hat den Titel noch nicht aufgegeben

Lewis Hamilton: Weltmeister, Rekordjäger, Jetsetter
Lewis Hamilton: Weltmeister, Rekordjäger, Jetsetter FOTO: afp
Spielberg . Lewis Hamilton gibt sich im WM-Kampf mit Sebastian Vettel nicht geschlagen. Der Mercedes-Pilot kann sein Heimspiel in Silverstone am Wochenende kaum erwarten.

Lewis Hamilton hielt sich nicht lange mit der Niederlage gegen Sebastian Vettel auf. Noch am Sonntagabend trainierte er in Monaco schon wieder im heimischen Fitness-Studio und schaltete vor seinem herbeigesehnten Heimspiel in den Angriffsmodus. "Ich mache keinen Spaß", schrieb der dreimalige Formel-1-Weltmeister nach seinem vierten Platz in Österreich bei Instagram.

Schon wenige Stunden zuvor hatte er in Spielberg unmissverständlich deutlich gemacht, dass ihn 20 Punkte Rückstand in der WM-Wertung auf Sebastian Vettel nicht aus der Bahn werfen. "Ich hatte schon andere schwierige Jahre. Das ist eine Möglichkeit, um zu wachsen", sagte Hamilton, bevor es in dieser Woche nach Silverstone zum Großen Preis von Großbritannien geht: "Ich will diese WM noch gewinnen!"

Zwar "sieht es gerade nicht gut aus", sagte der 32-Jährige, aber "alles kann sich in einem Rennen drehen". Kaum jemand weiß das besser als er. Selbst verspielte er schon scheinbar sichere Polster und holte ebenso Rückstände auf. "Es ist wichtig zu verstehen, dass man geduldig sein muss", sagte Hamilton und schlug im Mercedes-Motorhome ungewöhnlich ruhige Töne an. Zunächst schien es so, als ärgere er sich maßlos über das verpasste Podest, doch schon eine Stunde später wirkte er vollkommen fokussiert.

Das packende WM-Duell mit Vettel, der in Österreich Zweiter wurde, verlangt dem 56-maligen Grand-Prix-Sieger alles ab. "Das ist ein intensiver Fight, den ich liebe, den das Team liebt", sagte Hamilton. Aufgeben sei keine Option: "20 Punkte Rückstand sind nicht toll, aber es könnten auch 30 oder 40 sein."

Der Vizeweltmeister sprach vor seiner Abreise aus der Steiermark vor allem von Schadensbegrenzung. Wegen eines verbotenen Getriebewechsels vor dem Wochenende war er nur von Startplatz acht ins Rennen gegangen. Auf dem Kurs mit wenigen Überholmöglichkeiten war schlicht nicht mehr drin, deswegen sprach Hamilton am Ende von einem "gelungenen Rennen".

Er weiß aber auch: "Je größer der Abstand wird, desto höher wird der Druck." Dass er damit umgehen kann, hat der exzentrische Brite schon oft bewiesen, auch wenn er sich im vorigen Jahr Teamkollege Nico Rosberg im Titelfight geschlagen geben musste.

Dass nun in Valtteri Bottas erneut der Stallrivale in den WM-Kampf eingreift, überrascht ihn nicht. "Valtteri hat einen fantastischen Job gemacht", lobte Hamilton: "Er hat diesen Sieg verdient. Es gab für mich in dieser Saison nie einen Punkt, an dem er nicht voll im WM-Kampf war." Und Bottas meinte: "Seit ich hier unterschrieben habe, wollte ich um den Titel kämpfen."

Nach neun von 20 Saisonläufen hat der Finne Bottas nur noch 15 WM-Punkte Rückstand auf Hamilton. Auf seinem Heimkurs in Silverstone, beim "wichtigsten Rennen des Jahres", wie er sagt, will der britische Superstar jedoch unbedingt kontern: "Ich glaube einfach daran, dass es auch mal wieder für mich läuft."

Mercedes will dafür die Grundstein legen. "Unser Ziel ist es, ihm die Möglichkeit zu geben, in Silverstone bestmöglich zurückzuschlagen", sagte Motorsportchef Toto Wolff: "Er ist noch immer mittendrin im Titelkampf. Es ist noch nicht einmal Halbzeit in der Weltmeisterschaft, und es sind noch 275 Punkte für den Sieger zu vergeben."

(sid)
 
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