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Formel 1 in Abu Dhabi
Rosberg erreicht Minimalziel – Pole für Hamilton

Hamilton jubelt in Abu Dhabi über Pole – Rosberg über Platz zwei
Hamilton jubelt in Abu Dhabi über Pole – Rosberg über Platz zwei FOTO: dpa, vxh hm
Abu Dhabi. Wieder keine Chance gegen Lewis Hamilton, aber das Minimalziel erreicht: WM-Spitzenreiter Nico Rosberg geht vom zweiten Startplatz hinter seinem Mercedes-Teamkollegen und letzten verbliebenen Titelrivalen in das wichtigste Formel-1-Rennen seiner Karriere.

Beim Saisonfinale in Abu Dhabi sicherte Rosberg sich damit eine gute Ausgangslage für das Projekt WM-Titel. Dem Wiesbadener reicht selbst bei einem Sieg Hamiltons Rang drei, um sich seinen Kindheitsraum von der Krönung im elften Formel-1-Jahr endlich zu erfüllen.

Der 31-Jährige benötigte in seiner besten Runde im Qualifying 1:39,058 Minuten und war damit 0,303 Sekunden langsamer als Titelverteidiger Hamilton, der seine vierte Pole in Folge und seine zwölfte Pole im 21. Saisonrennen einfuhr.

"Ich wollte eigentlich die Pole holen. Aber Lewis war ein paar Zehntel schneller, ich muss das akzeptieren. Ich habe für morgen noch alle Möglichkeiten und werde auf Sieg fahren", sagte Rosberg. Hamilton erklärte: "Es war bislang ein großartiges Wochenende. Ich konzentriere mich darauf, diese Position auch im Rennen zu erreichen. Alles andere kann ich nicht beeinflussen, aber ich habe noch Hoffnung."

Rosberg kann am Sonntag den zweiten WM-Titel in die Familie bringen und dritter deutscher Weltmeister nach Michael Schumacher (7 Titel) und Sebastian Vettel (4) werden. Vater Keke, der 1982 den Titel gewann, ist allerdings nach gemeinsamem Beschluss nicht in Abu Dhabi. "Ich will meine Abläufe an diesem Wochenende nicht verändern", hatte Titelanwärter Rosberg am Donnerstag erklärt.

Im Qualifying für den 21. und letzten Saisonlauf am Sonntag (14 Uhr MEZ/Live-Ticker) konnte der viermalige Weltmeister Vettel (Heppenheim) seine starken Trainingsleistungen nicht bestätigen. Der seit September 2015 sieglose Ferrari-Pilot geht von Rang fünf ins letzte Saisonrennen. Der wegen seiner aggressiven Fahrweise gefürchtete Max Verstappen (Niederlande/Red Bull) wurde gar nur Sechster.

Am ehesten scheinen der drittplatzierte Daniel Ricciardo (Australien/Red Bull) als Dritter sowie Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen (Finnland) von Rang vier zum Zünglein an der Waage im Titelkampf werden zu können. Allerdings waren sie auf ihren schnellsten Runden jeweils über eine halbe Sekunde langsamer als Rosberg, für den die größte Gefahr wohl unmittelbar nach dem Start besteht.

Nico Hülkenberg geht von Position sieben in sein letztes Rennen für Force India. Der Emmericher fährt ab 2017 für Renault. Rookie Pascal Wehrlein sicherte sich den beachtlichen 16. Startplatz. Der Vertrag des Worndorfers bei Manor läuft aus, noch hat der 22-Jährige kein Cockpit für die neue Saison.

Ex-Champion Jenson Button (Großbritannien), der in Abu Dhabi seinen 305. und letzten Grand Prix bestreitet, belegte im McLaren den zwölften Rang. Der frühere Vize-Weltmeister Felipe Massa (Brasilien) geht in seinem Williams von Startplatz zehn in sein letztes Rennen.

Hamilton arbeitet seit Tagen mit Psychokniffen daran, seinen Dauerrivalen aus dem Konzept zu bringen. Am Freitag erst schickte der dreimalige Weltmeister den nächsten Giftpfeil: "Wenn er tatsächlich das Etikett Weltmeister erhält, dann muss das nicht heißen, dass auch ich ihn so sehe."

Unabhängig vom Ausgang der WM-Entscheidung sieht sich Hamilton, der von zahlreichen technischen Defekten zurückgeworfen wurde, als moralischen Weltmeister. "Es ist wie 2007. Auch da trage ich im Herzen, dass ich eigentlich den Titel geholt habe. Das steht nicht in den Geschichtsbüchern, und die Leute erinnern sich nur an den Weltmeister", sagte der 31-Jährige.

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