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Lewis Hamilton erneut Weltmeister
König der Rennfahrer und Glamour-Boy

Lewis Hamilton: Weltmeister, Rekordjäger, Jetsetter
Lewis Hamilton: Weltmeister, Rekordjäger, Jetsetter FOTO: afp
Mexiko-Stadt. Aus einfachen Verhältnissen auf den Thron der Formel 1, immer und immer wieder: Mercedes-Pilot Lewis Hamilton hat sich erneut zum König der Rennfahrer gekrönt.

"Still I Rise". Unter all seinen Tattoos sticht der riesige Schriftzug auf dem Rücken von Lewis Hamilton noch einmal heraus. Still I Rise. Ich wachse immer noch. "Ich denke, die Metapher ist einfach: Egal, durch welche Schwierigkeiten man geht, man wächst immer daran", sagt Hamilton, der König der Rennfahrer: "Das ist etwas, was mein Dad mir immer eingetrichtert hat."

2016 war so ein schwieriges Jahr, eine demoralisierende Saison, in der er ausgerechnet seinem ungeliebten Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg den Titel überlassen musste. Es quälte Hamilton, doch er schlug zurück und ließ Sebastian Vettel im Ferrari diesmal keine Chance. "Ich werde mich hoffentlich immer weiterentwickeln", sagt er: "Stillstand ist nichts, es ist das Ende." Still I Rise.

Wohl nie zuvor fuhr Hamilton auf einem höheren Niveau als in diesem Jahr, nach 2008, 2014 und 2015 sitzt der 32-Jährige zum vierten Mal auf dem Thron der Formel 1, nur Rekordweltmeister Michael Schumacher (7) und Juan Manuel Fangio (5) holten mehr Titel. "Lewis ist sicher einer der besten Fahrer der Geschichte", sagt Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff: "Er hat in diesem Jahr brillante Leistungen gezeigt, ganz besonders seit der Sommerpause. Seitdem fuhr er in einer eigenen Liga."

Kaum einer beherrscht das Risiko wie Lewis Hamilton

Lange sah es so aus, als hätte Vettel die besseren Karten. Doch Hamilton bewies der Welt einmal mehr, was ihn so besonders macht. Kaum ein Fahrer beherrscht das Risiko so wie der Brite, nur wenige fahren so spektakulär, so genau und dabei so schnell. Er macht keine Kompromisse. Hamilton ragt einfach aus der Masse heraus.

Und das nicht nur auf der Strecke. Hamilton beherrscht den Auftritt auf dem grauen Asphalt genau so wie den auf dem roten Teppich. Er ist vermutlich der einzige Formel-1-Pilot, der auch über seinen Sport hinaus ein Star ist. "Die Menschen erkennen mich als Formel-1-Fahrer und als Promi", sagt er: "Das ist gut, denn wenn ich nicht mehr Rennen fahre, kann ich mühelos die Branche wechseln."

Als Glamour-Boy ist Hamilton der perfekte Werbeträger für Mercedes. Er fällt auf mit seinen Tattoos, er trägt die größten Sonnenbrillen der Formel 1, glänzende Brillis in beiden Ohren und in der Nase, dicke Goldketten um den Hals. Ein Exzentriker, der sich als "niemals endendes Gesamtkunstwerk" sieht. Man muss Lewis Hamilton nicht mögen für seine oft provokative Art, aber man muss ihn respektieren als einen der besten und komplettesten Rennfahrer der Geschichte.

"Die Leute haben keine Ahnung, was wir getan haben, um hierher zu kommen"

Und bei allem Ruhm und Reichtum will Hamilton nicht vergessen, wo er herkommt. "Die Leute schalten den Fernseher an und sehen: Ah, er hat eine schöne Sonnenbrille, er hat eine schöne Uhr, er hat Diamanten und macht all die coolen Dinge", sagt er: "Aber sie haben keine Ahnung, was wir getan haben, um hierher zu kommen."

Hamilton stammt aus ärmlichen Verhältnissen, sein Vater Anthony nahm vier Jobs gleichzeitig an, um dem kleinen Lewis das teure Hobby Kartfahren zu finanzieren. "Ich werde das nie vergessen. Das spornt mich all die Jahre an", sagt der Sohn heute. Still I Rise.

(sid)
 
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