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Formel 1
Hamilton lässt Rosberg im Regen stehen

Lewis Hamilton beim Crowd-Surfing
Lewis Hamilton beim Crowd-Surfing FOTO: dpa, vxh hm
Silverstone . Die Formel 1 feiert ihren schillernden Rockstar, und Lewis Hamilton lässt das nur allzu gerne geschehen. Die Ein-Mann-Show von Silverstone hat überdeutlich gezeigt, dass der alte wohl auch der neue Weltmeister sein wird.

Es ist angerichtet für Lewis Hamilton. Spätestens beim nächsten Rennen in Budapest wird der Weltmeister mit ziemlicher Sicherheit wieder dort ankommen, wo er sich selbst am liebsten sieht: ganz oben. "Es ist eine komfortable Situation für mich", sagte der Herrscher von Silverstone nach seinem Hattrick im Mekka des britischen Motorsports: "Ich beklage mich nicht, im Moment läuft es ganz gut."

Die Situation bei Mercedes ist jedenfalls spätestens nach Silverstone in aller Deutlichkeit geklärt. Hamilton beherrschte seine Gegner, und vor allem beherrschte er seinen ungeliebten Teamkollegen Nico Rosberg nach Belieben. "Lewis hat alles richtig gemacht, er war am gesamten Wochenende der bessere Mann", sagte Rosberg artig.

Er war es beileibe nicht nur an diesem Wochenende. "LH44", manchmal so schrill und glitzernd wie die vier dicken Goldketten an seinem Hals, manchmal leise und fast in sich gekehrt mit kaum hörbarer Stimme, ist mehr denn je der alles überragende Protagonist in der Formel-1-Roadshow.

Seit sein Auto läuft, seit er nicht mehr von technischen Aussetzern ausgebremst wird, stellt Hamilton in jedem Training, in jedem Qualifying, in jedem Rennen sein überragendes Talent unter Beweis. "Lewis ist übers Wasser gegangen, er war unantastbar", sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff nach der Show von Silverstone, und es klang selbst aus dem Mund dieses ansonsten eher unterkühlten Mannes fast ein wenig ehrfürchtig.

Das Gegenteil trifft auf Rosberg zu. All das, was ihm in den ersten vier makellosen Saisonrennen gelang, ist plötzlich nicht mehr da. Rosberg macht Fehler, er wirkt verunsichert, in Silverstone kostete ihn die Hilfe von der Box am Ende einen Platz und drei Punkte. Dennoch machte der Familienvater gute Miene zum bösen Spiel. "Mein Getriebe war fast weg, und trotzdem bin ich noch immer WM-Spitzenreiter", sagte Rosberg, und es klang schon ein bisschen trotzig.

Dass er im Regen dort bremst, wo Hamilton Gas gibt, hatte unter anderem der gnadenlose englische Boulevard schnell festgestellt. "Silverstone dürfte Rosbergs Selbstbewusstsein eine weitere Delle verpasst haben", schrieb der Daily Mirror. Rosberg habe das Rennen schließlich "nicht ohne Hilfe hinbekommen". Die Daily Mail sah den Deutschen gar "bloßgestellt, er kam im Regen überhaupt nicht an Hamilton heran", den er in den vergangenen drei Jahren kein einziges Mal "auf der Strecke" überholt habe.

Nur noch ein Punkt trennt die beiden Erzrivalen in der WM-Wertung, hauchdünn ist Rosbergs Führung, die er in zwei Wochen in Budapest zu verlieren droht. Auch in den beiden vergangenen Jahren sicherte sich Hamilton den Titel mit einer bärenstarken zweiten Saisonhälfte, gut möglich, dass das Drehbuch der Formel 1 in diesem Jahr zum selben Ergebnis führt.

Den Grund dafür fasste Lewis Hamilton zum Abschluss eines für ihn berauschenden Wochenendes in aller gebotenen Kürze zusammen. Er habe, ließ der Weltmeister mit einem entspannten Lächeln wissen, an den entscheidenden Stellen einfach "dickere Eier" ...

(sid)
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