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Formel 1 in Silverstone
Silberpfeile fliegen davon, Ferrari bremst Vettel aus

Formel 1: Die Quali-Duelle 2016
Formel 1: Die Quali-Duelle 2016 FOTO: afp, ww/DD/ia
Silverstone. Die Mercedes-Silberpfeile von Weltmeister Lewis Hamilton und WM-Spitzenreiter Nico Rosberg flogen im Qualifying zum britischen Grand Prix in Silverstone wie gewohnt vorne weg, Hamilton holte die Pole für sein Heimrennen - derweil wurde Sebastian Vettel einmal mehr von seinem eigenen Team ausgebremst.

Zum dritten Mal im zehnten Saisonrennen wird Vettel wegen eines kurzfristigen Getriebewechsels an seinem Auto in der Startaufstellung für das Rennen am Sonntag (14.00/Sky und RTL) um fünf Plätze nach hinten versetzt und damit praktisch schon vor dem Erlöschen der Ampel aller Chancen beraubt. Sein sechster Platz im Qualifying noch hinter seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen bedeutet Startplatz elf - kaum geeignet für ein den eigenen Ansprüchen genügendes Ergebnis.

"Der Getriebewechsel ist bitter, da können wir nichts dran ändern", sagte Vettel bei RTL: "Wenn es optimal läuft, sind wir hier Vierter oder Dritter. Die Pace ist da, das Auto ist gut. Vielleicht regnet es, dann ist es von hinten kein Nachteil."

Während Ferrari gegen sich selbst und die eigenen Unzulänglichkeiten kämpfte, konnten auf der Strecke nur die Red Bull den Mercedes-Silberpfeilen einigermaßen Paroli bieten. Barcelona-Sieger Max Verstappen, mit seinen 18 Jahren einer der heißesten Namen der Szene, stellte sein Auto in 1:30,313 Minuten auf den dritten Startplatz, neben ihm in der zweiten Reihe steht sein Teamkollege Daniel Ricciardo (1:30,618).

Unter 1:30 Minuten blieben nur Hamilton (1:29,287) und Rosberg (1:29,606), die beide wie üblich in einer eigenen Liga fuhren. "Tausend Dank an die Fans, sie beflügeln mich", sagte Hamilton. Rosberg ärgerte sich. "Heute war nicht mein bester Tag", sagte er: "Aber ich habe schon oft den Start gewonnen, daher habe ich ein gutes Gefühl für morgen."

Kaum hatte Vettel im dritten freien Training am Samstagmorgen seine schnellste Runde gedreht, verkündete er via Boxenfunk Unerfreuliches. "Jungs, ich glaube, ich habe das Getriebe verloren", sagte er mit fast schon resignierendem Klang in der Stimme. Beim Hochschalten in den siebten Gang hatte es hörbar gekracht, anschließend verlor der Ferrari an Vortrieb.

Völlig frustriert blieb Vettel noch minutenlang mit versteinerter Miene im Auto sitzen, als das schon längst wieder in der Box stand. Wenig später verkündete Ferrari das Unvermeidliche: Noch vor dem Qualifying musste zum zweiten Mal binnen 24 Stunden und zum dritten Mal binnen einer Woche das komplette Getriebe gewechselt werden.

Nichts zu holen gab es im Qualifying für Pascal Wehrlein (Worndorf), der am vergangenen Sonntag mit seinem zehnten Platz in Spielberg den ersten WM-Punkt für sein Manor-Team geholt hatte. In Silverstone musste sich der 21-Jährige mit Startplatz 20 erst mal wieder hinten anstellen und war entsprechend enttäuscht. "Für das Rennen bin ich nicht wirklich optimistisch", sagte Wehrlein bei Sky: "Wir haben das ganze Wochenende am Set-up rumgeschraubt, aber es hat nichts gebracht."

Neunter im Qualifying wurde Nico Hülkenberg im Force India, er rückte wegen Vettels Pech einen Platz nach vorn. Der Emmericher hätte noch weiter vorn stehen können, doch die Rennkommissare strichen seine Bestzeit wegen Missachtung der Streckengrenzen nachträglich. "Mit den schnellen Kurven und dem Wind hier in Silverstone ist das immer ein Ritt auf der Rasierklinge", sagte Hülkenberg.

Nur 21 Fahrer bestritten das Qualifying am Samstagnachmittag, der Schwede Marcus Ericsson verzichtet auf Anraten der Ärzte. Im freien Training am Vormittag hatte Ericsson vor einer Linkskurve die Kontrolle über seinen Sauber verloren und war mit hoher Geschwindigkeit in die Streckenbegrenzung geprallt. Zur Sicherheit wurde der Schwede im Krankenhaus untersucht, am Nachmittag gaben die Ärzte Entwarnung. Sein erheblich zerstörtes Auto wäre in der Kürze der Zeit aber ohnehin nicht mehr zu reparieren gewesen.

(sid)
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