| 14.29 Uhr

Formel 1 in Spanien
Weltmeister weist Verschwörungstheorien entschieden zurück

Formel 1: Die Quali-Duelle 2016
Formel 1: Die Quali-Duelle 2016 FOTO: afp, ww/DD/ia
Barcelona. Der Kampf um den Titel-Hattrick wird für Lewis Hamilton zum Charaktertest. Bislang zeigt der Weltmeister nach zahlreichen Niederlagen gegen Nico Rosberg Größe – und weist vor dem Rennen in Spanien auch Verschwörungstheorien entschieden zurück.

Irgendwann hatte auch Lewis Hamilton genug gesehen, gehört und gelesen. Seine beispiellose Pannenserie wird seit Tagen begleitet von wilden Verschwörungstheorien, Geschichten über Sabotage bei Mercedes wabern durch das Internet – vor dem Großen Preis von Spanien (Sonntag, 14 Uhr/Live-Ticker) ergriff der strauchelnde Weltmeister daher noch einmal selbst das Wort.

"Bitte", schrieb Hamilton bei Facebook an alle Zweifler, "bitte vertraut meinem Team, so wie ich es tue. Meine Leute würden mir keinen Schaden zufügen, verschwendet keinen Gedanken mehr daran." Nicht zum ersten Mal in diesem Jahr zeigte der manchmal arrogant wirkende Engländer Größe im Angesicht der Niederlage.

Der Start in die Europasaison der Königsklasse soll nun zum Wendepunkt im Teamduell mit Dauersieger Nico Rosberg werden, vor der Reise nach Barcelona will Hamilton alle Nebengeräusche ausblenden und die jüngsten Rückschläge vergessen. Beim vergangenen Rennen in Sotschi hatte der Motor seines W07 im Qualifying gestreikt, auch im Rennen bremsten technische Probleme seine Aufholjagd.

Und diese Fortsetzung seiner Pechsträhne wurde in der Folge zum Nährboden für Spekulationen um eine gezielte Benachteiligung des Engländers durch das Weltmeisterteam. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff hatte die ziemlich kruden Theorien gleich mit deutlichen Worten kommentiert.

Von "Wahnsinnigen" sprach der Österreicher: "Es ist schwierig, Leute ernst zu nehmen, die mit dem Laptop auf ihrer Couch liegen und derart beleidigende Dinge in die Welt setzen." In einem offenen Brief an die Fans wiesen die Silberpfeile die Vermutungen wenige Tage später erneut zurück, Hamiltons eindringliche Worte waren nun Teil drei des Mercedes-Sperrfeuers gegen die Verdächtigungen.

So unsinnig der Verdacht indes ist – Motto: das Team schadet dem eigenen Piloten und stärkt so auch die direkte Konkurrenz um Sebastian Vettel und Ferrari – so verständlich ist der Frust bei eingefleischten Hamilton-Fans. Die Serie von Pannen verhindert einen echten Wettstreit mit Rosberg, und das Team suchte bislang vergeblich nach Gründen für die Anfälligkeit von Hamiltons Boliden.

Nico Rosberg deutlich in Führung

Rosberg führt mit der Maximal-Ausbeute von 100 Punkten deutlich vor dem Weltmeister (57), er könnte nun sechsmal in Folge Zweiter hinter Hamilton werden und würde die WM noch immer anführen – und all das hat er geschafft, ohne bislang ein echtes Duell auf der Strecke ausfechten zu müssen.

Hamilton tritt angesichts einer der schwierigsten Phasen seiner Karriere bislang auf wie ein echter Champion. Der 31-Jährige vermeidet öffentliche Ausbrüche, verzichtet auf Schuldzuweisungen und arbeitet konzentriert weiter. Der Kampf um seinen dritten Titel in Folge wird auch zum Charaktertest.

"Für mich ist das Glas halbvoll", sagt er, "es liegt noch ein langer Weg vor uns. Noch sind 17 Rennen zu fahren." Und Hoffnungen darf er sich zweifellos machen. In der Geschichte der Rennserie sind größere Rückstände in kürzerer Zeit aufgeholt worden, und trotz seiner zahlreichen Probleme steht Hamilton als WM-Zweiter beachtlich da.

Der Titelverteidiger hat auch 2016 noch alle Chancen auf Titel Nummer vier. Aber der Umschwung sollte in Barcelona beginnen.

(sid)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Formel 1: Lewis Hamilton weist Verschwörungstheorien zurück


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.