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Formel 1 in Monaco
"Sensations-Bub" Verstappen will sich von der Mauer fernhalten

Verstappen jubelt über ersten Grand-Prix-Sieg
Verstappen jubelt über ersten Grand-Prix-Sieg FOTO: afp, TOM GANDOLFINI
Vor einem Jahr sorgte Max Verstappen mit einem Rambo-Manöver für Negativschlagzeilen, nun kehrt das Formel-1-Wunderkind als jüngster Grand-Prix-Sieger der Geschichte nach Monaco zurück.

Den heftigen Einschlag in der Streckenmauer vor genau einem Jahr hat Max Verstappen auch in den Tagen nach dem größten Erfolg seiner Karriere nicht vergessen. "Unser Hauptziel ist es, uns von den Mauern fernzuhalten. Wenn uns das gelingt, kann es wieder fürs Podium reichen", sagte der neue Red-Bull-Star vor dem spektakulären Rennen in seiner Wahl-Heimat Monaco am Sonntag (14 Uhr/Live-Ticker).

Der Niederländer geht nach seinem völlig unerwarteten Triumph in Barcelona als jüngster Formel-1-Sieger der Geschichte in den Großen Preis an der Côte d'Azur. Plötzlich steht Verstappen im Mittelpunkt, gehört neben den dominierenden Mercedes und dem viermaligen Weltmeister Sebastian Vettel im Ferrari zu den Favoriten. "Ich mag es, in Monaco Rennen zu fahren, das Gefühl ist einfach großartig. Aber es ist unglaublich schwer zu überholen, deswegen bin ich letztes Jahr in der Mauer gelandet", sagte der 18-Jährige.

Erst Kritik, jetzt Lob von allen Seiten

2015 musste Verstappen im Fürstentum viel Kritik einstecken, nachdem er Romain Grosjean kurz vor der Sainte Devote förmlich abgeschossen hatte und nach dem unklugen Manöver selbst hart in der Streckenbegrenzung einschlug. Der Automobil-Weltverband FIA bestrafte den Teenager für die Aktion, er wurde mit einer Strafversetzung um fünf Plätze in der Startaufstellung beim anschließenden Großen Preis von Kanada sowie mit zwei Strafpunkten belegt.

Unter anderem übte Williams-Pilot Felipe Massa scharfe Kritik. "Wenn man in seinem ersten Jahr und erst 17 Jahre alt ist und dann für so etwas nicht bestraft wird, ist das nicht richtig", sagte der Brasilianer damals. Mittlerweile lobt der Vizeweltmeister von 2008 den Youngster wie nahezu alle Rivalen in den höchsten Tönen, Massa sprach nach Verstappens Spanien-Erfolg vom "riesigen Potenzial". Allerdings müsse der Überflieger "seine Leistung jetzt auch bestätigen".

Das dürfte gerade in Monaco nicht einfach werden. Nachdem sich WM-Spitzenreiter Nico Rosberg und Weltmeister Lewis Hamilton in ihren Silberpfeilen in Spanien gegenseitig unsanft von der Strecke beförderten, will Mercedes unbedingt wieder ganz vorne landen. Rosberg geht als großer Favorit auf den legendären Stadtkurs, immerhin siegte der 30-Jährige in Monte Carlo seit 2013 dreimal in Serie.

Doch Verstappen lauert erneut auf seine Chance. "Wir brauchen ein gutes Qualifying und dann einen guten Start", sagte er vor seinem zweiten Einsatz im Red Bull. Erst vor dem Großen Preis von Spanien wechselte der Sohn von Ex-Pilot Jos Verstappen von Toro Rosso zu Red Bull, der Russe Daniil Kwjat musste sein Cockpit räumen. Rückblickend war das für das ehemalige Weltmeisterteam genau der richtige Schritt, um dem "Jahrhunderttalent" (O-Ton Niki Lauda) früh die Chance auf Siege zu geben.

Allerdings wird Verstappen unweit seiner Wohnung noch nicht den verbesserten 1,6-Liter-V6-Turbomotor von Renault erhalten. Dem Team steht zunächst nur eine der neuen Antriebseinheiten mit 35 PS mehr zur Verfügung. Diese kommt im Auto des in der WM-Wertung besser platzierten Australiers Daniel Ricciardo zum Einsatz. Verstappen soll erst beim folgenden Rennen in Montréal/Kanada den stärkeren Motor erhalten.

Für Frust sorgt das bei ihm aber keineswegs, vielmehr genießt Verstappen seinen unerwarteten Höhenflug ("Ich kann es immer noch nicht fassen!") - und das Lob von allen Seiten. "So einen Fahrer hat es noch nie gegeben und wird es auch nicht wieder geben. Der Bub ist eine Sensation", sagte der dreimalige Weltmeister Niki Lauda.

(sid)
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