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Formel 1
Hülkenberg: "Das erste Podium ist überfällig"

Fotos: Hülkenberg zeigt sein neues Auto
Fotos: Hülkenberg zeigt sein neues Auto FOTO: afp
Melbourne . Beim Großen Preis von Australien am Sonntag in Melbourne startet Nico Hülkenberg in seine sechste Formel-1-Saison als Stammfahrer. Im Interview spricht der Force-India-Pilot aus Emmerich über seine Ziele und die Zukunftsfragen der Formel 1.

"Herr Hülkenberg, mit welchen Erwartungen gehen Sie in die neue Formel-1-Saison. Wo steht der neue Force India?"

Nico Hülkenberg "Es ist noch zu früh, um eine konkrete Aussage zu treffen. Aber wenn man auf unsere Entwicklung am Ende der letzten Saison schaut, dann sollten wir ganz gut dastehen. Es hängt aber auch immer davon ab, was die Konkurrenz gefunden hat."

"Anders gefragt: Welche Ziele haben Sie sich ganz persönlich für 2016 gesteckt?"

Hülkenberg "Regelmäßige Punkte sind auf jeden Fall das Ziel. Ich bin motivierter und hungriger denn je und will 2016 zum erfolgreichsten Jahr meiner Karriere machen. Das erste Podium ist überfällig, in diesem Jahr muss es unbedingt her. Es soll ein konstantes Jahr werden. Möglichst weit vorne, wo es um die Wurst geht."

"Hinter Mercedes und Ferrari, die ganz vorne erwartet werden, zeichnet sich ein breites Mittelfeld ab. Rückkehrer Renault, McLaren und auch Manor mit Mercedes-Unterstützung drängen nach vorn - zum Nachteil von Force India?"

Hülkenberg "Die Luft ist immer dünn in der Formel 1. Darum ist es wichtig, sich auf sich selbst zu konzentrieren und seine Hausaufgaben zu machen. Eine Formel-1-Saison ist lang, von März bis November. Das hat man letztes Jahr gemerkt. Da sind wir unterirdisch gestartet und hatten am Ende Top-Fünf-Material."

"Was halten Sie vom Mammut-Kalender mit dem Rekord von 21 Rennen?"

Hülkenberg "Für uns Fahrer ist das kein Problem, zumal die Testtage weniger geworden sind. Ich freue mich drauf. Die neue Strecke in Baku hört sich spannend an, klingt für mich ein bisschen exotisch und orientalisch. Ein neuer Grand Prix ist immer ein Extra-Kick, weil alles neu ist und jeder da zum ersten Mal fährt."

"Das Thema Sicherheit wird in der Formel 1 im Moment noch größer geschrieben als in den Vorjahren. Wie stehen Sie zum Cockpitschutz Halo, der 2017 wahrscheinlich kommen wird?"

Hülkenberg "Ganz persönlich bin ich der Meinung, dass Formel-Autos offen sein sollten. Es gibt natürlich ein Sicherheitsargument, was ich auch sehe. Aber ich finde, man sollte den Motorsport nicht komplett sterilisieren. Ein bisschen Risiko fährt immer mit. Meine Meinung ist, dass es so bleiben sollte wie es ist."

"Nach Sebastian Vettel, Nico Rosberg und Ihnen fährt 2016 in Pascal Wehrlein wieder ein vierter Deutscher in der Formel 1. Welche Tipps können Sie ihm für sein Rookie-Jahr geben?"

Hülkenberg "Pascal Wehrlein ist sicher ein sehr talentierter Fahrer, er kommt als DTM-Champion. Er wird sicher kein einfaches Jahr haben. Bei Manor gilt es abzuwarten, wie gut sie sind. Ich kann ihm empfehlen, Geduld mitzubringen. In der Formel 1 gibt es eine große Lernkurve. Da muss man sich selber Zeit geben und nichts übers Knie brechen wollen."

"Ganz vorne deutet sich nach den Testfahrten ein engeres Duell zwischen Mercedes um Weltmeister Lewis Hamilton und Ferrari mit Sebastian Vettel als Speerspitze an. Wie sehen Sie den Titelkampf?"

Hülkenberg "Zwischen Nico und Lewis wird es wieder eine enge Sache. Inwieweit Ferrari wirklich an Mercedes herangekommen ist, ist schwer zu sagen. Mein Eindruck ist aber, dass es enger wird als 2015."

(old/sid)
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