| 17.03 Uhr

Formel-1-Pilot fährt hinterher
Hülkenbergs schwierige Suche nach Geschwindigkeit

Das ist Nico Hülkenberg
Das ist Nico Hülkenberg FOTO: dpa, Patrick B. Kraemer
Shanghai. Nico Hülkenberg befindet sich mit Force India in einer äußerst schwierigen Saison. Das Team fährt in der Formel 1 bislang nur hinterher.

Für die Fotos mit den chinesischen Fans in Shanghai lächelte Nico Hülkenberg freundlich, geduldig schrieb er Autogramme. Vermutlich war das für den Force-India-Piloten eine willkommene Ablenkung, denn sportlich hat der 27-Jährige momentan wenig Grund zur Freude. Der neue Formel-1-Bolide des britisch-indischen Teams ist auch nach zwei Saisonrennen noch nicht konkurrenzfähig, Besserung ist nicht in Sicht.

"Ich habe keine großen Erwartungen, glaube aber daran, dass wir um Punkte kämpfen können", sagte Hülkenberg vor dem Großen Preis von China am Sonntag (8 Uhr/Live-Ticker). Realistisch gesehen sind WM-Zähler für ihn aber nur dann drin, wenn die Konkurrenz patzt. Zuletzt in Malaysia passierte das nicht, Hülkenberg und sein mexikanischer Stallrivale Sergio Perez schafften es nur auf die Plätze 14 und 13. Immerhin hatte "Hülk" zum Auftakt in Australien als Sechster mit etwas Glück gepunktet.

Fakten zum Großen Preis von China

"Die Herausforderung ist es, ein schnelleres Auto zu bekommen und die Performance zu verbessern", sagte der Emmericher: "Wir sind in keiner einfachen Situation, und besonders in Malaysia war es sehr hart für uns." Dort wurde die fehlende Leistungsfähigkeit des Autos besonders deutlich sichtbar.

Schon bei den Wintertests wurde klar, dass Force India in diesem Jahr größere Probleme bekommen wird. Mit Verspätung stieg der chronisch klamme Rennstall in die Testphase ein, der neue VJM08 wurde erst auf den letzten Drücker fertig und leidet nach wie vor unter vielen Kinderkrankheiten. Das wurde in Shanghai auch im Training deutlich. Am Freitag landete Hülkenberg nur auf dem enttäuschenden 16. Rang.

Echte Verbesserungen wird es wohl erst Mitte Juni beim Großen Preis von Österreich geben. Bis dahin ist viel Geduld gefragt, denn ein angestrebtes erstes großes Update im Mai bekommt der Rennstall nicht gestemmt. "Es ist Raum für Verbesserungen da, und wir fokussieren uns einfach sehr stark, um das Beste herauszuholen", sagte Hülkenberg: "Jeder im Team gibt alles, und es gibt natürlich Hoffnung. "

Fotos: Großer Preis von China: das Training FOTO: afp, eis/FL

Gleich 15-mal fuhr Hülkenberg im vergangenen Jahr in die Punkte und belegte am Ende mit 96 Zählern den neunten Rang in der Gesamtwertung. Dieses Jahr sind solche Erfolge zumindest momentan außer Reichweite. "Es liegt noch ein langer Entwicklungsprozess vor uns", sagte der indische Teamchef und Multimillionär Vijay Mallya: "Wir wissen, in welchen Bereichen wir uns verbessern müssen."

Doch die finanziellen Mittel sind eben stark begrenzt, große Sprünge deshalb schlicht nicht möglich. "Es ist wirklich frustrierend, kein konkurrenzfähiges Auto zu haben, das aus eigener Kraft Punkte machen kann", sagte Sergio Perez, der ein "schmerzhaftes Jahr" erwartet und unter diesen Voraussetzungen sogar an seiner eigenen Motivation zweifelt.

Vor ziemlich genau einem Jahr war die Euphorie bei Perez und Co. noch grenzenlos. Im April 2014 sorgte er als Dritter in Bahrain für den größten Erfolg in der jüngsten Vergangenheit des Force-India-Teams. Hülkenberg wartet noch immer noch auf seinen ersten Podiumsplatz. Und es scheint so, als sei auf der Jagd danach weiter viel Geduld gefragt.

(sid)
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