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Formel 1
Rosbergs Weg zum Titel ist komplizierter als es scheint

Fotos: Rosberg – Deutscher, Monegasse, Weltmeister
Fotos: Rosberg – Deutscher, Monegasse, Weltmeister FOTO: ap, EM
Einfach nur ankommen und punkten? Der Weg zum ersten WM-Titel ist für Nico Rosberg komplizierter als es scheint. Eine große Rolle spielen dabei die starken Red Bulls.

Ab Sonntag wird es kompliziert für Nico Rosberg. Der Mercedes-Pilot startet beim Großen Preis von Mexiko in den Endspurt zu seinem ersten WM-Titel - der größte Triumph seiner Karriere wartet, doch der Deutsche hatte auch nie zuvor so viel zu verlieren. Die letzten Meter des Weges werden für Rosberg zur Gratwanderung.

"Nico ist in einer richtig schwierigen Situation", sagt Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff: "Er muss jedes Rennen isoliert betrachten, das tut er auch. Und er darf bloß nie ausscheiden, das ist das Wichtigste überhaupt."

26 Punkte Vorsprung hat Rosberg auf den Teamrivalen Lewis Hamilton. Kommt dieser im Rennen am Sonntag (20.00 Uhr MEZ/Live-Ticker) nicht ins Ziel, genügt Rosberg schon ein Sieg in Mexiko-Stadt, dann wäre alles schnell erledigt. Ansonsten gilt: Zweimal Zweiter, einmal Dritter, das würde in den letzten drei Rennen auf jeden Fall genügen. Klingt einfach für einen Silberpfeil-Piloten? Doch so selbstverständlich wie noch vor Monaten ist ein Doppelsieg der Mercedes-Fahrer in der Schlussphase dieser Saison nicht mehr. Und das liegt an Red Bull Racing.

"Die Herausforderung durch unsere Rivalen wird sich noch intensivieren", sagt Wolff. Nur dank einer Safety-Car-Phase hatte Rosberg zuletzt in Austin den zweiten Platz hinter Sieger Hamilton sicher, "da hatten wir Glück", sagt Wolff: "Besonders Daniel Ricciardo war sehr schnell. Es herrscht immer eine Bedrohung."

Rosberg muss also vorsichtig fahren am kommenden Sonntag. Doch es ist sehr gut möglich, dass er auch zu harten Positionskämpfen gezwungen sein wird. Kontrolle wird für den Deutschen daher ganz wichtig sein: Kontrolle über sich, aber auch Kontrolle über die Situation - und das ist schwierig in einem Formel-1-Rennen. Denn "während eines Rennwochenendes", sagt Rosberg, "kann so viel passieren, was du nicht selbst in der Hand hast."

Fahrfehler der Konkurrenz, die zum Unfall führen, ein Missgeschick der eigenen Boxencrew, ein beschädigter Reifen, ein technischer Defekt - all diese Szenarien sind möglich und wollen sich ihren Weg in Rosbergs Kopf bahnen. "Bislang hatte Nico fast gar keine technischen Probleme. Mal schauen, ob das so bleibt", sagte Rivale Hamilton zuletzt, sicher nicht ohne Hintergedanken.

Doch Rosberg will all das nicht an sich heranlassen. "Das Beste wird sein", sagt er, "das außen vor zu lassen und sich auf die Arbeit zu konzentrieren."

Große Bedeutung wird in Mexiko schon dem Qualifying am Samstag (20.00 Uhr MEZ) zukommen. Holt Rosberg die Pole Position, dann ist das eine große Chance: Mit einem gelungenen Start könnte er das Rennen von vorne kontrollieren und sich so aus allem Ärger heraushalten. Genau das ist am vergangenen Wochenende beim US-Grand-Prix allerdings Hamilton gelungen.

Der Brite, das glaubt auch Wolff, ist in einer weniger komplizierten Situation: Er hat nichts mehr zu verlieren, er muss nicht taktieren. Denn entweder er gewinnt, oder der Titeltraum ist beendet. Aufgegeben hat Hamilton sich jedenfalls längst noch nicht.

"Es gab in der Geschichte der Formel 1 viele vermeintlich klare Situationen. Und dann hat sich doch noch alles gedreht", sagt der Weltmeister. Und denkt dabei wohl an schnelle Red Bulls.

(sid)
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