| 13.24 Uhr

Formel 1 in Suzuka
Rosberg holt Pole nach Crash von Kwjat

GP von Japan 2015: Qualifying
GP von Japan 2015: Qualifying FOTO: afp, DD
Suzuka. Als Nico Rosberg sich durch seine zweite Pole Position des Jahres im harten WM-Kampf mit Mercedes-Stallrivale Lewis Hamilton zurückgemeldet hatte, dachte der Vizeweltmeister zuerst an seine Mutter Sina. "Die Pole Position ist für deinen Geburtstag. Alles Gute! Ich hoffe, ihr habt viel Spaß zu Hause", sagte der 30-Jährige in Suzuka in die Fernseh-Kameras.

Rosberg setzte sich auf dem Traditionskurs in Japan in 1:32,584 Minuten hauchdünn mit 0,076 Sekunden vor Weltmeister Hamilton durch und fügte dem WM-Spitzenreiter aus England eine empfindliche Niederlage zu. Ferrari-Star Sebastian Vettel musste sich sechs Tage nach seinem Sieg in Singapur mit Platz vier begnügen, da auch der Finne Valtteri Bottas im Williams noch vor dem viermaligen Weltmeister landete.

"Wir haben wieder unsere normale Stärke gezeigt. Ich bin sehr froh darüber. Ich habe meine Runden genau getroffen", sagte Rosberg nach der 17. Pole seiner Karriere: "Das ist ein sehr schöner Tag und ein schönes Comeback für das ganze Team, nachdem wir in Singapur schwächer waren. Die Ausgangsposition für das Rennen ist sehr gut."

In den vergangenen Tagen war bei den Silberpfeilen intensiv analysiert worden, warum es beim Vettel-Sieg in Singapur zuletzt derart an Leistung mangelte. Rosberg wurde im Stadtstaat mit großem Rückstand nur Vierter, Weltmeister Lewis Hamilton schied nach einem technischen Defekt aus.

"Zu 100 Prozent wissen wir es nicht, aber wir verstehen viele der Ursachen", betonte Rosberg: "Es ist nicht nur ein Faktor, sondern es sind einige, die miteinander zusammenhängen." Hamilton sprach von einem "Domino-Effekt" und meinte: "Ich bin sicher, dass daraus die richtigen Lehren gezogen werden." Wie das Qualifying zeigte, spielte Mercedes nun bereits wieder in einer eigenen Liga, Bottas hatte schon knapp vier Zehntelsekunden Rückstand.

Kwjat-Crash überaschattet Qualifying

Rosberg profitierte allerdings auch von einem schweren Unfall des Red-Bull-Piloten Daniil Kwjat. Der Russe verlor knapp 40 Sekunden vor dem Ende des Qualifyings die Kontrolle, kam von der Strecke ab und überschlug sich. Der Unfall passierte in dem Moment, als die Top-Fahrer auf ihre letzten schnellen Runden gingen. Anschließend wurde die Qualifikation nicht neu gestartet. Kwjat überstand seinen schweren Unfall unbeschadet. Am Boliden des Russen wurde anschließend das Chassis gewechselt, er muss am Sonntag aus der Boxengasse starten.

Der Rennstall twitterte bereits ein Foto des 21-Jährigen, der den Daumen nach oben reckt und dabei lächelt. "Es geht ihm gut, in Russland werden sie hart gemacht", schrieb das Team dazu.

Doch auch ohne den Zwischenfall hätte Mercedes die Konkurrenz gewohnt deutlich distanziert. Auch am Sonntag (7 Uhr/Live-Ticker) dürfte der Sieg nur über Rosberg und Hamilton gehen, bereits im Vorjahr sicherte sich das Duo die Plätze eins (Hamilton) und zwei (Rosberg), Vettel wurde beim tragischen Grand Prix mit dem schweren Unfall des mittlerweile verstorbenen Jules Bianchi am 5. Oktober 2014 Dritter.

Das muss für den Heppenheimer auch in diesem Jahr das Minimalziel sein. "Wir können mit dem Ergebnis ganz zufrieden sein. Erst im dritten Qualifying-Abschnitt hat es bei mir richtig geklappt", sagte Vettel: "Singapur war einfach eine ganz andere Strecke, die uns auch entgegenkam. Keine Ahnung, was Mercedes da veranstaltet hat, aber hier ist wohl alles wieder normal."

In der WM-Wertung ist Vettel (203 Punkte) vor dem 14. von 19 Saisonläufen Dritter. An der Spitze liegt Titelverteidiger Hamilton (252) vor Rosberg (211), der sich wie im Vorjahr in Japan den ersten Startplatz erkämpfte.

Nico Hülkenberg (Emmerich) landete auf dem elften Rang. Der Force-India-Pilot wird wegen eines von ihm verschuldeten Unfalls in Singapur in der Startaufstellung um drei Plätze nach hinten versetzt, rutscht durch die Strafe für Kwjat aber wieder einen Rang vor: Das bedeutet Startplatz 13 für Hülkenberg. "Ich war einfach nicht schnell genug. Die Runde war eigentlich optimal, mehr war nicht möglich. In Verbindung mit der Strafe wird das morgen ein harter Tag", sagte Hülkenberg.

Formel 1, Großer Preis von Japan, 14. von 19 Läufen zur Weltmeisterschaft, Startaufstellung (eine Runde = 5,807 km):

1. Nico Rosberg (Wiesbaden) Mercedes 1:32,584 Minuten
2. Lewis Hamilton (Großbritannien) Mercedes 1:32,660
3. Valtteri Bottas (Finnland) Williams-Mercedes 1:33,024
4. Sebastian Vettel (Heppenheim) Ferrari 1:33,245
5. Felipe Massa (Brasilien) Williams-Mercedes 1:33,337
6. Kimi Räikkönen (Finnland) Ferrari 1:33,347
7. Daniel Ricciardo (Australien) Red-Bull-Renault 1:33,497
8. Romain Grosjean (Frankreich) Lotus-Mercedes 1:33,967
9. Sergio Perez (Mexiko) Force-India-Mercedes 1:34,174
10. Daniil Kwjat (Russland) Red-Bull-Renault 1:34,201
11. Carlos Sainz jr. (Spanien) Toro-Rosso-Renault 1:34,453
12. Pastor Maldonado (Venezuela) Lotus-Mercedes 1:34,497
13. Max Verstappen (Niederlande) Toro-Rosso-Renault 1:34,522
14. Nico Hülkenberg (Emmerich) Force-India-Mercedes 1:34,390 (Drei-Plätze-Strafe wegen Verursachung eines Unfalls beim vergangenen Rennen in Singapur)
15. Fernando Alonso (Spanien) McLaren-Honda 1:34,785
16. Jenson Button (Großbritannien) McLaren-Honda 1:35,664
17. Marcus Ericsson (Schweden) Sauber-Ferrari 1:35,673
18. Felipe Nasr (Brasilien) Sauber-Ferrari 1:35,760
19. Will Stevens (Großbritannien) Manor-Marussia-Ferrari 1:38,783
20. Alexander Rossi (USA) Marussia-Ferrari 1:47,11

(sid)
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