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Mercedes im Umbruch
Star-Ingenieur Lowe geht, Bottas-Deal rückt näher

Formel 1: Paddy Lowe verlässt Mercedes, Deal mit Valtteri Bottas rückt näher
Paddy Lowe heuert bei Williams an. FOTO: dpa
Hamburg. Schwerer Schlag für Mercedes: Star-Ingenieur Paddy Lowe verlässt die Silberpfeile und wechselt wohl zu Williams. Das könnte allerdings die Verpflichtung von Valtteri Bottas erleichtern.

Valtteri Bottas schuftet für seinen ganz großen Traum. Der Finne quält sich bei Eiseskälte im Schnee, er stemmt Gewichte im Kraftraum und bolzt Kondition auf der Laufbahn. Er gebe alles, "für den Traum, den ich habe: Formel-1-Weltmeister zu werden", ließ er seine Fans bei Twitter in einer Videobotschaft wissen. Jetzt ist der 27-Jährige auf seinem Weg zum Ziel womöglich wieder einen kleinen Schritt weiter gekommen.

Denn Bottas' Wechsel von Williams zu Mercedes als Nachfolger des zurückgetretenen Weltmeisters Nico Rosberg ist nach dem Abschied von Star-Ingenieur Paddy Lowe noch einmal näher gerückt. Denn Lowe, der als Technischer Direktor maßgeblichen Anteil an der Entwicklung des zuletzt so überlegenen Silberpfeils hatte, wird - genau - mit Williams in Verbindung gebracht. Mercedes will Bottas, Williams will Lowe: Im Fahrerlager gehen knapp zwei Monate vor Saisonbeginn längst alle davon aus, dass bei beiden Deals nur noch letzte Details zu klären sind.

Feilschen mit Williams

Lowe, der 2013 von McLaren zu Mercedes gewechselt war und Lewis Hamilton (2014 und 2015) sowie Rosberg in den vergangenen drei Jahren das Weltmeister-Auto baute, freut sich nun "auf neue Herausforderungen". Doch zunächst ist der Brite nur vom Dienst freigestellt. Das so genannte "garden leave" soll verhindern, dass Lowe Betriebsgeheimnisse mit zu seinem neuen Arbeitgeber nimmt. Längst wird spekuliert, dass Mercedes Lowe früher als vertraglich geregelt zu Williams ziehen lassen könnte, wenn der Traditionsrennstall dafür Teamchef Toto Wolff beim Feilschen um die Ablöse für Bottas entgegenkommt.

Wolff zeigt sich nach Lowes Abgang jedenfalls demonstrativ gelassen und ist zuversichtlich, dass die Silbernen ihre Vormachtstellung in der Königsklasse 2017 nicht einbüßen. "Erfolg ist in der Formel 1 nicht von einzelnen Personen abhängig, sondern von den Stärken und technischen Fähigkeiten eines Teams", sagte der Österreicher: "Wir besitzen die Fähigkeiten, um unsere Erfolge der vergangenen Jahre fortzuführen und genau darauf möchten wir 2017 und darüber hinaus aufbauen."

Zunächst wird die Nachfolge für Lowe intern geregelt. Die leitenden Direktoren Aldo Costa (Engineering Director), Mark Ellis (Performance Director), Rob Thomas (Chief Operating Officer) und Geoff Willis (Technology Director) sind in der "nahen Zukunft" für die Weiterentwicklung des neuen W08 verantwortlich. Als langfristige Lösung wird der frühere Ferrari-Technikchef James Allison als Lowe-Ersatz gehandelt. Allison befindet sich nach seinem Abgang von der Scuderia ebenfalls im "garden leave".

Es zeichnet sich immer mehr ab, dass sich der Traum des deutschen Talents Pascal Wehrlein (Worndorf/22) vom sofortigen Aufstieg zu Mercedes wohl nicht erfüllen wird. Noch nach Rosbergs Rücktritt Anfang Dezember galt der Mercedes-Junior als Favorit, in der Folge wurde jedoch deutlich, dass Mercedes sich auch angesichts der umfassenden Regel-Reform 2017 einen erfahrenen Piloten wünscht. Wehrlein steht nun vor einem Engagement bei Sauber, Bottas darf hingegen mehr denn je vom Titel träumen. Ein Cockpit im Silberpfeil ist dafür nicht die schlechteste Voraussetzung.

(sid)
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