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Fahrerkarussell in der Formel 1
Wehrlein winkt Beförderung

Porträt: Pascal Wehrlein: DTM-Champion und Formel-1-Hoffnung
Porträt: Pascal Wehrlein: DTM-Champion und Formel-1-Hoffnung FOTO: dpa, hak
Austin. Die Silly Season hat begonnen, das Transferkarussell dreht sich rasant – und Pascal Wehrlein winkt dabei eine Beförderung: In den kommenden Wochen stehen wichtige Wechsel in der Formel 1 an.

Nein, wie ein junger Mann mit Zukunftsängsten sieht Pascal Wehrlein in diesen Tagen nicht aus. Gut gelaunt schlendert der 22-Jährige durch das Fahrerlager von Austin, schüttelt Hände, gibt Interviews – und muss dabei immer wieder über das reden, was 2017 kommen könnte: Dem deutschen Toptalent winkt eine Beförderung innerhalb der Formel 1. Er ist einer der interessantesten Passagiere auf dem Transferkarussell, das gerade Fahrt aufnimmt.

Doch Wehrlein gibt sich zurückhaltend. "Toto Wolff kümmert sich", sagt er im Vorfeld des Großen Preises der USA am Sonntag (21 Uhr MESZ/Live-Ticker): "Mercedes kümmert sich, sie führen die Gespräche über meine Zukunft. Ich konzentriere mich auf die Arbeit mit meinem Team." Toto Wolff, das ist der Motorsportchef von Mercedes, er ermöglichte Wehrlein zu Jahresbeginn schon den Sprung in die Formel 1 zum kleinen Manor-Rennstall.

Wehrlein ist Mercedes-Vertragsfahrer, und das ist ein großer Trumpf in der Zeit des Jahres, in der die Cockpits für die kommende Saison vergeben werden. Die Weltmeister rüsten insgesamt drei Kundenteams mit Motoren aus und haben damit bei gleich drei Rennställen einen Fuß in der Tür: Ein weiteres Jahr bei Manor wäre für den jungen Wehrlein zumindest eine sichere Lösung, ein Wechsel zu Force India oder Williams der Sprung ins Mittelfeld der Königsklasse.

Vor allem mit Force India wird Wehrlein derzeit in Verbindung gebracht, ein anderer Deutscher hat erst kürzlich diese Tür geöffnet: Nico Hülkenbergs Transfer zum Renault-Werksteam könnte zu Wehrleins Karriere-Beschleuniger werden. "Ja", sagt Wehrlein lächelnd, "natürlich laufen in diese Richtung Gespräche. Aber warten wir mal ab."

Konkurrenz aus dem eigenen Team

Denn konkurrenzlos ist der Worndorfer nicht. Ausgerechnet sein aktueller Teamkollege bei Manor ist ein weiterer Kandidat auf das Force-India-Cockpit – und der ist ebenfalls ein Mercedes-Vertragsfahrer: Der Franzose Esteban Ocon, 20, gilt als ebenso talentiert wie der Deutsche. Die letzten vier Saisonrennen werden damit auch zu einem Teamduell um den besten freien Platz. "Ich denke, es kommt auf die Ergebnisse an, und ich stehe ganz gut da", sagt Wehrlein selbstbewusst mit Blick auf seine Rookie-Saison. Zuletzt in Malaysia und Japan hatte allerdings Ocon die Nase vorn.

Ein Vorteil für Wehrlein im Kampf um den Force-India-Vertrag: Ocon hat als Frankreichs größtes Talent auch Ambitionen auf den zweiten Platz bei Renault neben Hülkenberg. Damit wären dann beide Youngster für 2017 bestens versorgt. Doch ein weiterer prominenter Gast auf dem Transferkarussell könnte noch dazwischenfunken: Valtteri Bottas hält sich den Abschied von Williams offen, auch er schielt auf das Cockpit bei Renault – denn dem Werksteam wird wegen des neuen Reglements 2017 eine gute Rolle zugetraut.

Es ist also wie immer in der "Silly Season", jede Personalie hängt irgendwie mit der anderen zusammen. "Wir müssen uns alle noch ein wenig gedulden", sagt Bottas – doch fällt die erste Entscheidung, dann dürften die weiteren schnell folgen. Und beim nun anstehenden Schaulaufen will sich niemand eine Blöße geben. "Man ist ja immer nur so gut wie die letzten Rennen", sagt Wehrlein, "stimmt's?"

(sid)
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