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Ex-DTM-Kollege
Scheider schießt gegen Wehrlein: "Ihm fehlt Charisma"

Porträt: Pascal Wehrlein: DTM-Champion und Formel-1-Hoffnung
Porträt: Pascal Wehrlein: DTM-Champion und Formel-1-Hoffnung FOTO: dpa, hak
Timo Scheider hat im Zoff mit Pascal Wehrlein zum Abschied noch einmal nachgelegt. Nachdem der zweimalige DTM-Champion und der amtierende Meister der Tourenwagen-Serie in der vergangenen Saison zunächst auf der Strecke und dann regelmäßig verbal aneinander geraten waren, gab es von Scheider nun noch ein paar nette Worte zum Abschied des 21-Jährigen, der in der anstehenden Saison in der Formel 1 fahren wird.

"Ich weine ihm keine Träne nach. Beste Freunde wären wir eh nie geworden. Die Formel 1 wird ein hartes Brot für ihn. Ich bin gespannt, ob er in der Formel 1 Freunde findet", sagte Scheider der "Bild".

Der Hintergrund: Scheider und Wehrlein waren die Hauptdarsteller im Spielberg-Skandal. Im vergangenen August hatte Scheider nach dem Befehl von Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich ("Timo, schieb ihn raus") Wehrlein kurz vor dem Ende des Rennens von der Strecke geschoben. Wehrlein hatte auf Platz sechs liegend wichtige Punkte im Titelkampf verloren, entschied diesen am Ende aber trotzdem für sich. Freunde wurden der Routinier und der Youngster keine mehr.

Wehrlein hatte nach seinem Titelgewinn monatelang auf den Aufstieg in die Formel 1 gehofft, in der vergangenen Woche ging der Kindheitstraum des Worndorfers in Erfüllung, 2016 fährt er für Manor in der Motorsport-Königsklasse. Wehrlein hat das Cockpit zwar mit Unterstützung von Mercedes erhalten, in erster Linie aber aufgrund seines Talents. Und das ist letztendlich das, was zählt.

"Man kann noch so ein großes Arschloch sein, letztlich zählt die Performance. Ich hoffe wirklich, er nutzt die Chance, denn Talent hat er zweifellos", sagte dann auch Scheider. Bereits vor seinem DTM-Titelgewinn war Wehrlein zum Ersatzfahrer bei den Silberpfeilen befördert worden und hatte einige Testfahrten für Mercedes und Force India absolviert. Nun also die erneute Beförderung mit einem Stammcockpit.

Trotz allem vermisst Scheider bei Wehrlein vor allem eines: "Ihm fehlt Charisma, er hat noch nicht das Gesamt-Paket. Er muss ein Typ werden. Sein Vorteil: Er ist noch jung und kann sich das noch aneignen."

Und was sagt Pascal Wehrlein selbst? Der 21-Jährige gibt sich mit dem Formel-1-Cockpit im Rücken gelassen. "Es ist mir ja fast schon peinlich, wie sehr ich in Timos Welt eine Rolle spiele. Ich finde, jetzt ist es dann aber auch gut. Letztendlich bin ich Timo sogar ein wenig dankbar, schließlich hat auch er mich ein Stück in Richtung Formel 1 geschoben."

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