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Formel 1 schaut nach Frankreich
Renault zockt mit Ecclestone

Formel 1: Renault zockt mit Bernie Ecclestone
Wie geht es mit Renault weiter? FOTO: ap, RM
Zieht sich Renault als einer von nur vier Motorenherstellern zurück? Diese Frage hielt die kriselnde Königsklasse bis über das Saisonende hinaus in Atem - und erzählte viel über die komplizierte Situation in der Formel 1.

Die Saison war längst vorbei, aber das Rätselraten über Renaults Zukunft in der Formel 1 ging weiter. Von Abu Dhabi schwenkten die Blicke der Motorsportfans in aller Welt am Sonntag daher nach Frankreich - denn dort schiebt der Autoriese seit Monaten eine Entscheidung mit wegweisendem Charakter für die Königsklasse vor sich her.

Treten die Franzosen im kommenden Jahr wieder als Werksteam an oder ziehen sie sich ganz zurück? Diese Frage hielt die kriselnde Serie auch am Dienstag noch in Atem, dabei hatte eine Entscheidung eigentlich bereits im Spätsommer fallen sollen.

"Wir dürfen Renault nicht verlieren", sagte Bernie Ecclestone kürzlich noch - bis zuletzt droht der Verbleib jedoch an einem Machtkampf zwischen dem Formel-1-Boss und Renault-Geschäftsführer Carlos Ghosn zu scheitern.

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Die Hängepartie um Renault wurde damit zum Paradebeispiel für die Probleme der Formel 1, denn eigentlich schien anfangs alles ganz einfach. Die Franzosen unterschrieben schon im September eine Absichtserklärung zur Übernahme des verschuldeten Lotus-Rennstalls. Ein Team, das vor der Insolvenz steht, sollte durch ein gesundes, finanzkräftiges Werksteam ersetzt werden - nicht nur Ecclestone rieb sich die Hände.

Doch dann tat sich monatelang plötzlich gar nichts mehr. Zumindest öffentlich, denn hinter den Kulissen wurde verhandelt, es ging um sehr viel Geld. Ghosn wollte Sicherheit, und hier wurden für Ecclestone seine umstrittenen Sonderzahlungen zum Fallstrick. Ghosn wollte nicht wie ein Neueinsteiger behandelt werden, sondern wie eines der privilegierten Teams, wie Ferrari und Mercedes etwa.

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Renault verwies zu diesem Zweck auf seine lange Geschichte in der Formel 1. Bis 2009 waren die Franzosen als Werksteam vertreten, 2005 und 2006 holte man mit Fernando Alonso die Titel in der Fahrer- und Hersteller-WM.

Es war ein zähes Ringen mit Ecclestone, der sich ungern unter Druck setzen lässt. "Es ist komisch, dass ein so großes Unternehmen so lange für die Entscheidung braucht", sagte er, man sei ihnen schon deutlich entgegengekommen. Doch der Brite wusste, dass Renault an einem langen Hebel sitzt. Ohne die Franzosen würde auch das Lotus-Team verschwinden, ganz nebenbei muss der frühere Weltmeister-Rennstall Red Bull Racing für 2016 mangels Alternativen auf die Motoren aus Viry-Chatillon bauen.

Das Zögern von Ghosn ist indes schnell erklärt. Das Großprojekt Formel 1 ist für die Autokonzerne eine Marketingplattform, und nur ein konkurrenzfähiges Werksteam ist ein guter Werbeträger. Zuletzt war der eigene Antrieb dem Branchenführer Mercedes und auch Ferrari jedoch klar unterlegen, es warten arbeitsreiche und kostenintensive Jahre auf Renault.

Eine neue Regelung dürfte den Franzosen zuletzt aber Mut gemacht haben. Ab 2018 sollen die Hybrid-Motoren vereinfacht werden: Kleine Teams und mögliche Neueinsteiger sollen dadurch die Chance erhalten, auf Anhieb konkurrenzfähiger zu sein. Einen gemeinsamen Plan sollen die Motorenhersteller bis Mitte Januar vorlegen. Doch vorher muss Renault eine Entscheidung treffen.

(sid)
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